Weinstadt

Bücherei-Umzug: Parkplätze fallen weg

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Symbolbild. © pixabay.com/CC0 Public Domain

Weinstadt-Beutelsbach. Genug Stellplätze sind aus Sicht vieler Stadträte für die Geschäfte in der Beutelsbacher Ortsmitte enorm wichtig – und darum wollen sie für den Wegfall der Parkplätze im Bleistift-Areal einen Ausgleich. Sie forderten die Stadtverwaltung auf, für den dortigen Neubau der Bücherei eine größere Tiefgarage vorzusehen als derzeit geplant.

Bis 2020 wird der Schotter-Parkplatz im Beutelsbacher Bleistift-Areal verschwinden. Die Stadt Weinstadt plant, die Stadtbücherei und den Kurt-Dobler-Saal vom Reicheneckerhaus in die jetzige Lücke zwischen Ulrich- und Marktstraße zu verlegen. Dort soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, in dessen Erdgeschoss die Bücherei und der Saal kommen sollen. So möchte sich die Stadt jährliche Mietkosten von knapp 93 000 Euro sparen, die derzeit im Reicheneckerhaus anfallen. Der Gemeinderat hat dafür bereits grünes Licht gegeben. In der vergangenen Sitzung wurde nun der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Die Gelegenheit nutzten viele Stadträte, ihren Unmut über die Entwicklung der Parkplatzsituation zu äußern. Bislang ist in dem Wohn- und Geschäftshaus nur eine kleine Tiefgarage vorgesehen – und das ist dem Gemeinderat zu wenig.

Witzinger fordert, die Tiefgarage zu erweitern

„Wir machen uns sehr große Sorgen um die Zukunft dieses Bereichs“, sagte CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger. Er hat laut eigenem Bekunden festgestellt, dass die Parkplätze dazu geführt haben, dass wieder verstärkt in Beutelsbach eingekauft und ins Gasthaus gegangen wird. Angelegt hat die Stadt die rund 30 Parkplätze im Bleistiftareal vor mehr als drei Jahren, nachdem das Haus an der Marktstraße 20 sowie die Häuser an der Ulrichstraße 33 und 37 abgerissen wurden. Um die positive Entwicklung nicht zu gefährden, forderte Witzlinger, die im Neubau sowieso angedachte Tiefgarage zu erweitern – und zwar um ein zweites Untergeschoss. Die Idee: Im ersten Untergeschoss könnten Kunden ihr Auto abstellen – und im zweiten Untergeschoss die Bewohner des Wohn- und Geschäftshauses sowie die Beschäftigten, die dort arbeiten.

Randler: Ordnungsamt soll öfter kontrollieren

Auch aus anderen Fraktionen gab es prompt Unterstützung für diesen Vorschlag. Für GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger bietet sich hier die Chance, den Einzelhandel vor Ort zu stärken. Zeit, im Rahmen der Planung noch eine größere Tiefgarage zu berücksichtigen, ist aus seiner Sicht durchaus da – was Ralf Altena, stellvertretender Leiter des Baurechtsamts, bestätigte. Er gab lediglich zu bedenken, dass bei einer öffentlichen Tiefgarage dann zum Beispiel auch eine getrennte Ein- und Ausfahrt nötig wird.

SPD-Stadtrat Hans Randler schloss sich den Argumenten seiner Vorredner an. Freie-Wähler-Stadtrat Armin Zimmerle betonte, dass auch seine Fraktion Wert auf genügend Stellplätze legt. Er findet aber, dass das Ordnungsamt ruhig mal öfter in der Beutelsbacher Ortsmitte kontrollieren sollte, ob die dort parkenden Fahrzeuge auch alle eine Parkscheibe benutzen. So könnte ermittelt werden, ob es sich tatsächlich um Kunden handelt oder um Anwohner, die die Fläche als Dauerstellplatz nutzen. Derzeit können Autofahrer auf dem geschotterten Parkplatz im Bleistift-Areal ihr Fahrzeug ohne Parkscheibe abstellen.

OB würde gerne herausfinden, wie viele Dauerparker es gibt

Oberbürgermeister Michael Scharmann unterstrich in der Gemeinderatssitzung, dass er gerne mal sehen würde, was nach Einführung einer Parkscheiben-Regelung auf dem Bleistift-Areal passiert. CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger sagte daraufhin, dass er dies auch schon angeregt habe, ihm der Ordnungsamtsleiter aber mitgeteilt habe, dass das nicht gehe (Zwischenruf von CDU-Stadtrat Markus Dobler: „Was ich nach wie vor nicht glaube!“).


So viel kostet alles

Das derzeit als Parkplatz genutzte Grundstück im Bleistift-Areal will die Stadt für 1,3 Millionen Euro an einen Investor verkaufen. Im Rahmen der Verhandlungen ist es diesem auch gelungen, eine Kaufoption für das im Privatbesitz befindliche Nachbar-Gebäude in der Marktstraße 18 zu erhalten.

Kosten soll alles 2,3 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Neubau (1,9 Millionen Euro), EDV-Arbeiten, Notarkosten, Umzug und Ausstattung, Erschließung und Vermessung, Gelder für die Überarbeitung des Entwurfs sowie ein Puffer von 100 000 Euro. Der Weinstädter Pressesprecher Jochen Beglau hat uns am Montag bestätigt, dass diese im Juli im Gemeinderat genannten Zahlen noch aktuell sind.