Weinstadt

Bürgerpark eröffnet: Wie die Grüne Mitte die Struktur von Weinstadt sichert

Bürgerpark
Beim Parkfest in der Grünen Mitte ist am Sonntag fleißig gegärtnert worden. © Gabriel Habermann

Fertig ist sie noch nicht, mit dem Parkfest am Sonntag (3.10.) aber offiziell eingeweiht: die Grüne Mitte von Weinstadt. 3,66 Millionen Euro hat die Stadt Weinstadt bislang in den Bürgerpark gesteckt – gut möglich, dass sich diese Summe noch verdoppelt. Da ist es verständlich, dass Baubürgermeister Thomas Deißler bei seiner Eröffnungsrede nicht über Geld sprechen wollte. Stattdessen betonten er und Oberbürgermeister Michael Scharmann den sozialen Aspekt des Parks – und dessen Bedeutung dafür, dass die Struktur von Weinstadt mit seinen fünf Stadtteilen erhalten bleibt.

Vergleiche mit Waiblingen, Schorndorf, New York: „Central Park“ von Weinstadt

Der OB schwärmte zur Eröffnung des Bürgerparks von den vielen Möglichkeiten von Bolzplatz bis Naschgarten, die der Park biete, geschaffen überwiegend von Bürgern für Bürger. „Stuttgart und Schorndorf haben einen Schlosspark. Waiblingen hat die Talauen und wir haben den Bürgerpark Grüne Mitte“, so Scharmann, der kurz darauf, als er auf die jahrzehntealte Idee der Grünen Mitte zurückblickte, auch die Parallele zu New York nicht scheute: „Die ersten Gedanken waren: Es sollte eine Grünfläche sein, ein Park, vielleicht gar ein Central Park für Weinstadt. Nun ist es noch mehr geworden: ein Ort der Begegnung, ein Ort der Identitätsstiftung, ein Ort des Zusammenwachsens.“

Seit dem ersten Spatenstich 2018 sei im Park, der zuvor aus landwirtschaftlicher Fläche und Privatgärten bestanden habe, viel entstanden, „auch wenn das für den einen oder anderen Autofahrer beim Vorbeifahren nicht gleich ersichtlich wird. Ich kann nur jeden einladen, hierher in den Park zu gehen und ihn für sich zu entdecken.“

Stand heute 3,66 Millionen Euro investiert

Bislang hat die Stadt nach Angaben aus dem Rathaus rund 3,66 Millionen Euro für den Bürgerpark Grüne Mitte ausgegeben. Der Gemeinderat hat insgesamt etwas mehr als 6,3 Millionen Euro für das Projekt bewilligt. Abgeschlossen ist es noch nicht. Neben dem Parkforum, das bald gebaut werden soll (Scharmann: „Das i-Tüpfelchen, das noch fehlt“), ist der Zugang in Richtung Beutelsbach mit einem „Auftaktplatz“ noch in Planung, ebenso wie die Renaturierung des Schweizerbachs. „Endgültige Summen“ könne die Verwaltung daher noch nicht nennen, schreibt Pressesprecherin Claudia Leihenseder auf eine Anfrage unserer Redaktion. Rund 3,6 Millionen Euro für den Park stammen aus Fördertöpfen.

Am Programm für das Parkfest am Sonntag waren zahlreiche Weinstädter Vereine und Institutionen beteiligt. Der Jugendgemeinderat hatte eine Baumpflanzaktion organisiert. Wegen der Corona-Pandemie war das Gelände eingezäunt worden, unter anderem um die 3G-Nachweise der Besucher zu kontrollieren.

„Die letzte zehn Hektar große unbebaute Grünfläche“ in der Stadt

Baubürgermeister Thomas Deißler, der sich eine ganz coronafreie Feier im kommenden Jahr wünscht, wenn endlich auch das Parkforum steht, blickte in seiner Ansprache aus städtebaulicher Sicht auf die Anlage. Der Bürgerpark sei die „letzte zehn Hektar große unbebaute Grünfläche, die in den Stadtkörper hineinragt und in der Lage ist, gleichzeitig Grüne Mitte und Treffpunkt für die Bevölkerung, aber auch Ausgangspunkt für einen grünen Zugang zur Rems zu sein“.

Diese Grünfläche zu erhalten sei nach dem Zusammenschluss der fünf Gemeinden zu einer Großen Kreisstadt wichtig gewesen, um unkontrollierten „Flächenfraß“ und einen „Siedlungsbrei mit hohem Konfliktpotenzial“ zu vermeiden. Thomas Deißler: „Die Freiräume zu sichern heißt also im Falle Weinstadts das Wesen der Stadt – die historische Struktur aus fünf Weindörfern – zu sichern. Und dies mit einer grünen Mitte, die den Stadtteilen ihr individuelles Profil nicht streitig macht.“

Fertig ist sie noch nicht, mit dem Parkfest am Sonntag (3.10.) aber offiziell eingeweiht: die Grüne Mitte von Weinstadt. 3,66 Millionen Euro hat die Stadt Weinstadt bislang in den Bürgerpark gesteckt – gut möglich, dass sich diese Summe noch verdoppelt. Da ist es verständlich, dass Baubürgermeister Thomas Deißler bei seiner Eröffnungsrede nicht über Geld sprechen wollte. Stattdessen betonten er und Oberbürgermeister Michael Scharmann den sozialen Aspekt des Parks – und dessen Bedeutung

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