Weinstadt

B 29: Baustelle noch bis Mitte Juni

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Seit Wochen ein vertrautes Bild auf der B 29: Stau wegen der Umrüstung der Leitplanken. © Habermann / ZVW
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Die Erneuerung der Mittelleitplanken sorgt für Stau. Zudem wird das Tempo in der Baustelle auf 60 km/h gedrosselt.
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Die Entwässerung im Mittelstreifen macht die Schutzplanken auf der B 29 teuer: Die Umrüstung kostet eine Million Euro pro Kilometer.

Weinstadt/Remshalden. Jeden Tag dasselbe Bild: Stau auf der Bundesstraße 29, weil die Leitplanken zwischen Weinstadt-Beutelsbach und Remshalden-Grunbach umgerüstet werden. Genauer gesagt: aufgerüstet. Denn die neuen Leitplanken sind stabiler und sorgen für mehr Sicherheit im Verkehr. Die B-29-Baustelle geht noch bis Mitte Juni.

Dass die Aufrüstung der Leitplanken kein Luxus ist, hat Ende März ein Unfall auf der Bundesstraße 14 gezeigt. Zwischen dem Leutenbachtunnel und Nellmersbach schanzte ein Lastwagen über die alten Planken und krachte auf der gegenüberliegenden Fahrbahn in die Böschung. Ein Glück, dass dort niemand unterwegs war. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages ist kürzlich die Dauerbaustelle auf der B 29 angesprochen worden, insbesondere der Punkt, weshalb an der Baustelle Tempo 60 gilt. Ein Tempolimit, an das sich aber nur sehr wenige Autofahrer halten, monierte ein Kreisrat, der sich als Verkehrshindernis fühlt, wenn er sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält.

„Es geht um Menschenleben“, erklärte Stefan Hein, Leiter des Straßenbauamtes Rems-Murr, zum Tempolimit. Nämlich um das Leben der Bauarbeiter. Hein appellierte an die Autofahrer, sich an 60 km/h zu halten. Das Land Baden-Württemberg richte sich in einer Art vorauseilenden Gehorsams an eine Richtlinie für den Arbeitsschutz, die erst noch verabschiedet werden muss. Die Baustelle sei aber nicht zuletzt im Interesse der Verkehrssicherheit, weshalb es sich für die Autofahrer lohne, ein paar Monate im Stau zu stehen,

Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte, werden derzeit die Leitplanken an der B 29, der Abschnitt Weinstadt-Beutelsbach bis Remshalden-Grunbach, umgerüstet. Der Abschnitt werde bis voraussichtlich Mitte Juni fertiggestellt sein. Für die restliche B 29 seien die Umrüstungen noch nicht terminiert. Es stünden noch Untersuchungen zur Entwässerung aus. Vorher könne kein Zeitplan erstellt werden. Der Rems-Murr-Kreis ist für die Umrüstungen bis zur Kreisgrenze zuständig.

B-14-Umrüstung: Zwei Spuren auf jeder Seite

Im Mai beginnen die Umrüstungen an der B 14 mit dem Abschnitt Leutenbachtunnel bis Nellmersbach. Im Anschluss, voraussichtlich ab Juli, wird der Abschnitt Nellmersbach bis Waldrems, also die Ausbaustrecke, umgerüstet. Der Zeitplan für diesen Abschnitt sei abhängig vom Fortschritt der Baustelle. Vermutlich ab Herbst 2018 ist der Abschnitt Benzstraße bis Kappelbergtunnel an der Reihe. Während der Bauarbeiten an der B 14 sind dauerhaft in jeder Fahrtrichtung zwei Spuren offen – im Gegensatz zu den derzeitigen Umrüstungen an der B 29. Deshalb werde es auf der B 14 wohl kaum Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr geben. Lediglich die Höchstgeschwindigkeit muss auf 60 Stundenkilometer reduziert werden.

Rund eine Millionen Euro pro Kilometer

Insgesamt kostet die Umrüstung der Leitplanken entlang der B 29 rund eine Million Euro pro Kilometer. Grund für die recht hohen Kosten sind die Entwässerungsleitungen, die sehr ungünstig im Mittelstreifen liegen: Die Hälfte der Strecke musste mit Betonfundamenten ausgerüstet werden, was sehr teuer und aufwendig ist. Auch die Verkehrssicherung habe erhöhte Kosten verursacht.

Bei der kommenden Umrüstung auf der B 14 betragen die Kosten für einen Kilometer rund 400 000 Euro. Dort seien keine aufwendigen Arbeiten notwendig, da dieser Bereich etwas neuer ist und die Entwässerung besser angelegt wurde, so das Landratsamt. Die Kosten für die Schutzplankenumrüstung werden komplett vom Bund übernommen.


Durchbruchsicher

Durch den Einbau von Stahl- oder Betonsystemen wird die Mittelleitplanke durchbruchsicherer und somit die Verkehrssicherheit verbessert, begründete das Landratsamt die Umrüstung der Leitplanken. Während der Bauzeit müssen Autofahrer zeitweilig Fahrbahnverengungen hinnehmen und das Tempo auf 60 km/h drosseln.


B 14: Weiter nur Tempo 60 vor Kappelbergtunnel

Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 60 zwischen dem Kappelbergtunnel und Stuttgart ist aufgehoben worden. Diese galt seit der Fahrbahnerneuerung Mitte März. Weiterhin Tempo 60 gilt jedoch zwischen dem Teiler B 14/B 29 und dem Kappelbergtunnel. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart auf Anfrage mitteilt, finden jedoch in Fahrtrichtung Stuttgart bis Mitte nächster Wochen die endgültigen Markierungen statt. Danach werde auch dort die 60-km/h-Begrenzung auf 80 km/h angehoben. Bis Mitte Mai wird in diesem Abschnitt die Griffigkeitsmessung erfolgen. Danach wird in beiden Fahrtrichtungen die Geschwindigkeitsbegrenzung (80 km/h) aufgehoben.