Weinstadt

Baacher Brückle soll behutsam saniert werden

Brücke
Für die Brücke haben eine Bürgerinitiative, die Stadt und Kreisräte gekämpft. © Palmizi / ZVW

Weinstadt. Die Anwohner befürchteten das Schlimmste: Eine zu breite Baacher Brücke wird Teil einer Rennstrecke vom Filstal über den Schurwald ins Remstal sein. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages hat Landrat Richard Sigel versichert, dass die Sanierung des Brückle behutsam erfolgt und der Denkmalschutz beachtet wird.

Dass die aus dem Jahr 1880 stammende Gewölbebrücke repariert werden muss, ist keine Frage. Die Überwachung und Prüfung von Straßen und Wegen ergab die Note 3,5: „ungenügender Zustand“. Nach den Richtlinien für die Erhaltung von Ingenieurbauten seien die Standsicherheit und/oder Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigt, die Dauerhaftigkeit des Bauwerkes nicht mehr gegeben und eine umgehende Instandsetzung beziehungsweise Erneuerung erforderlich, erklärte der Leiter des Straßenbauamtes Stefan Hein im Ausschuss. Im Einzelnen stelle der Prüfbericht Schäden am Gewölbe, Abplatzungen und Feuchtigkeit an und in den Wandungen sowie eine schadhafte Brüstung fest.

Jüngst hatten sich die Bürgerinitiative Baacher Gewölbebrücke, der Weinstädter Baubürgermeister und örtliche Kreisräte dafür ausgesprochen, nur das Nötigste für den Erhalt der ortsteilprägenden Brücke zu unternehmen. Zudem sollte die enge Brücke für den Durchgangsverkehr möglichst unattraktiv bleiben und keinesfalls verbreitert werden. Seitdem nämlich die Kreisstraße von Schnait nach Baach einen neuen Belag hat, reizt die einstmals berüchtigte Schlaglochpiste zum Rasen.

Unter starkem Verkehr gelitten

„Es geht nur um die Sicherheit des Verkehrs“, stellte Landrat Richard Sigel das Brückle der Tagesordnung des Umwelt- und Verkehrsausschuss voran. Die notwendige Reparatur der Brücke solle am Denkmalschutz nicht rütteln. Doch die Gewölbebrücke hat unter dem starken Verkehr gelitten, betonte Stefan Hein: „Sie ist nicht für die heutigen Belastungen geschaffen worden, sondern für Pferdefuhrwerke.“ Die sind vermutlich ebenfalls ab und zu an der Brüstung hängen geblieben, aber mit weitaus geringeren Folgen als Lastwagen, die immer öfters auf der Suche nach einem Schleichweg über den Schurwald den Weg über das Sträßle durch Baach einschlagen. Noch weiß auch der Leiter des Straßenbauamtes nicht genau, wie die alte Brücke instandgesetzt wird. Im Kreisstraßenmaßnahmenplan wurden die auf Platz eins der Liste stehenden Bauwerksprojekte zunächst zurückgestellt, bis ein Gutachter die Pläne für eine Sanierung ausgearbeitet hat.

SPD-Kreisrat Klaus Riedel kritisierte das Straßenbauamt. Das Baacher Brückle sei nicht erst seit gestern marode. Dennoch sei versäumt worden, es zumindest notdürftig zu reparieren, so dass weiterhin Wasser ins Gewölbe eindringen konnte. „Das hätte längst gemacht werden können!“ Um die Belastungen für die alte Brücke in Grenzen zu halten, sollte zudem der Schwerlastverkehr verhindert werden, der auf dieser Straße sowieso nicht erlaubt sei und nichts zu suchen habe. Darin war sich Riedel mit Werner Hundt (CDU) einig. „Navi sei Dank!“ fänden zu viele Fahrzeuge einen Schleichweg über den Schurwald, so Hundt. Die Angst der Stadt Weinstadt bei einer Sanierung der Brücke sei gewesen, dass die Strecke noch attraktiver werde. Hundt regte ein Tempolimit auf der Strecke an.

Das Versprechen von Sigel kommt gut an

Mit dem Versprechen von Landrat Richard Sigel, behutsam zu sanieren, war der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen erledigt, die Sanierung zurückzustellen. Kreisrätin Christine Besa betonte, dass „die Brücke als solche“ erhalten werden solle. Auch Kreisrat und Alt-Oberbürgermeister Jürgen Hofer (FDP/FW) gab sich mit der Erklärung des Landratsamtes zufrieden, dass es die Sanierung nicht zu übertreiben gedenke und auch von einem Gehweg Abstand nimmt. Es solle nicht mehr als das sicherheitstechnisch Notwendige unternommen werden. Schon aus haftungsrechtlichen Gründen sei aber das Landratsamt in der Pflicht: „Kein Mensch will, dass das Brückle zusammenbricht.“