Weinstadt

Betrug in Weinstadt: Er will sie heiraten, sie erschwindelt Tausende Euro von ihm

Schild
Symbolbild. © ZVW/Gaby Schneider

Vor dem Amtsgericht Waiblingen hat sich eine junge Frau verantworten müssen: Sie hat einen in sie verliebten Mann um mehrere Tausend Euro betrogen. Das Gericht stellte fest, dass die 22-Jährige dem Weinstädter vorgetäuscht hatte, Geld für die Operation ihrer Mutter zu brauchen. Der Geschädigte nahm daraufhin ein Darlehen in Höhe von rund 8000 Euro bei einer Bank auf und überließ der Beschuldigten einen Großteil des Geldes, 6000 Euro, für die angebliche Operation. In Wahrheit nutzte die Frau das Geld für Konsumgüter.

Der Tatbestand des Betruges ist dadurch nach Auffassung des Gerichts erfüllt, die Parteien schlossen einen Vergleich.

Er wollte sie sogar heiraten

Die in Waiblingen angestellte Pflegehelferin und der Landschaftsgärtner aus Weinstadt, der in dem Verfahren als Zeuge geladen war, waren laut Anklageschrift zunächst freundschaftlich verbunden gewesen.

Der 39-Jährige sprach in seiner Aussage jedoch davon, dass er die Beschuldigte in diesem Jahr hätte heiraten wollen. Aufgrund seiner Gefühle hatte er ihr über einen längeren Zeitraum hinweg insgesamt rund 17.000 Euro überlassen, die er aus verschiedenen Quellen aufgebracht hatte: Er hatte der Frau einen Teil seines Gehalts zukommen lassen, seine Kreditkarte für Abhebungen zur Verfügung gestellt und sogar einen Bausparvertrag aufgelöst.

Im Juni 2019 kam es dann zu der nun verhandelten Straftat: Laut Anklage hatte die junge Frau dem Geschädigten erzählt, ihre krebskranke Mutter müsse operiert werden. Sie überredete den Mann, das dafür notwendige Geld zu beschaffen. Daraufhin nahm der Geschädigte ein Darlehen bei einer Bank in Höhe von knapp 8000 Euro auf und überließ der Beschuldigten hiervon 6000 Euro. Warum die Beschuldigte nicht selbst ein Darlehen aufnahm, hinterfragte er nicht.

In Wahrheit, so ergab sich aus dem Gerichtsverfahren, hatte die Frau das Geld für Konsumgüter verwendet - in dem Wissen, dass sie es ihrem Bekannten nicht zurückzahlen konnte. Für das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Blattner war klar: Sie hat ihn betrogen.

"Ich habe halt Geld gebraucht"

Die junge Frau ist mittlerweile mit einem anderen Mann verheiratet. Zu ihren Motiven für die Tat gab sie vor Gericht an: „Ich habe halt Geld gebraucht.“ Dem Geschädigten habe Zuneigung gefehlt und sie habe ihm Gefühle vorgespielt.

Obwohl das Gericht einen Anspruch des Geschädigten feststellte, weil er von der Frau vorsätzlich um sein Geld gebracht worden war, stand am Ende des Verfahrens ein Vergleich: Die Frau zahlt ihrem Bekannten insgesamt rund 15 000 Euro in monatlichen Raten. Erreichen die Zahlungen einen Betrag von 6000 Euro, ohne dass sie mit einer Rate in Verzug gerät, so soll der übrige Betrag der Absprache gemäß entfallen.

Richter: „Schäbiges Verhalten“

Da die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt im Jahr 2019 das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte, wurde in dem Verfahren das Jugendstrafrecht angewendet. Doch eine Jugendsünde war es nicht, wie Richter Blattner betonte. Er nutzte sein Schlusswort, um der jungen Frau die Schwere der Tat zu verdeutlichen. Er sprach von einem „schäbigen Verhalten“ der Beschuldigten und ermahnte sie, ein solch menschlich schlechtes Verhalten dürfe sich nicht wiederholen, da die Konsequenzen für sie in zukünftigen Verfahren sonst deutlich härter ausfielen.

Vor dem Amtsgericht Waiblingen hat sich eine junge Frau verantworten müssen: Sie hat einen in sie verliebten Mann um mehrere Tausend Euro betrogen. Das Gericht stellte fest, dass die 22-Jährige dem Weinstädter vorgetäuscht hatte, Geld für die Operation ihrer Mutter zu brauchen. Der Geschädigte nahm daraufhin ein Darlehen in Höhe von rund 8000 Euro bei einer Bank auf und überließ der Beschuldigten einen Großteil des Geldes, 6000 Euro, für die angebliche Operation. In Wahrheit nutzte die Frau

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