Weinstadt

Bilanz 2021 des Europäischen Energy Awards: Weinstadt packt den Klimaschutz an

Symbolfoto Solaranlage
Gerade bei den erneuerbaren Energien möchte Weinstadt nächstes Jahr noch nachbessern (Symbolfoto). © Benjamin Büttner

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu und Weinstadt zieht wieder Bilanz aus dem kommunalen Energieverbrauch und Klimaschutz: Seit 2017 nimmt die Stadt nämlich am European Energy Award (EEA) teil. Auch wenn der Klimaschutz-Aktionsplan erst noch erstellt werden muss, hat sich die Stadt Weinstadt in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Die Pläne der Stadt machen aber klar: Es gibt noch viel zu tun.

Leitfaden für den Klimaschutz

Hinter dem European Energy Award verbirgt sich ein europaweit praktiziertes Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren. Mit diesem werden die Klimaschutzaktivitäten einer Stadt oder Gemeinde nicht nur genaustens dokumentiert, sondern auch regelmäßig überprüft und bewertet. Außerdem legen die teilnehmenden Kommunen jedes Jahr Handlungsfelder und Ziele fest, die für die zukünftige Entwicklung in Sachen Klimaschutz wichtig sind beziehungsweise erreicht werden sollen.

Zu Beginn des Prozesses in Weinstadt vor rund drei Jahren wurden mit Hilfe einer externen Beraterin die Potenziale der Stadt analysiert und mit dem Bewertungssystem des EEA abgeglichen. Nach dieser Berechnung kann Weinstadt maximal 446 von 500 möglichen Punkten erreichen. Diese Punkte errechnen sich durch Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen, die Kommunen in den Bereichen Entwicklungsplanung und Raumordnung, den kommunalen Gebäuden und Anlagen, im Bereich Versorgung und Entsorgung und der Mobilität ausführen. Auch „Softskills“ wie interne Organisation, Kommunikation und Kooperation sind in der Bewertungstabelle aufgeführt.

2019 zum ersten Mal zertifiziert

Im ersten Jahr konnte die Stadt nur knapp ein Drittel der 446 Punkte auch wirklich für sich verbuchen. Seitdem hat sich die städtische Bilanz langsam, aber stetig verbessert: 2019 konnte die 50-Prozent-Marke geknackt werden und Weinstadt wurde zum ersten Mal nicht nur bewertet, sondern auch mit dem European Energy Award in Silber ausgezeichnet. Dieses Jahr hat Weinstadt einen weiteren Schritt geschafft: Mit 269 Punkten sind nun 60 Prozent geschafft. Um die nächste Stufe zu erreichen, den EEA in Gold, müssen drei Viertel der möglichen Punkte erreicht sein.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hat die Verwaltung dem Gremium den Sachstandsbericht des laufenden Jahres zur Kenntnisnahme gegeben. Dieses Jahr standen besonders die Energieversorgung, Energieerzeugung und der Ressourcenverbrauch (zum Beispiel im Bereich Wasser und Abwasser) und der Bereich Mobilität auf der Agenda.

Daten zur Kläranlage erhoben und Ladesäulen gebaut

So sind zum Beispiel Daten zur Energieeffizienz der Kläranlage erhoben worden. Die neue Abwassersatzung sieht verbrauchsbezogene Tarife vor und behandelt Trink- und Abwassergebühren nun unabhängig voneinander. Um die Weinstädter und besonders auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung dazu zu ermutigen, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen, gibt es neuerdings Jobtickets und erweiterte Home-Office-Möglichkeiten (unabhängig von Corona). Außerdem hat die Stadt weitere E-Ladesäulen eingerichtet, einen Lärmaktionsplan in Auftrag gegeben und in die Wege geleitet, dass die Radweglücke zwischen Kernen-Stetten und Endersbach geschlossen wird.

Neue Schwerpunkte für 2022

Großen Handlungsbedarf gibt es laut Stadt Weinstadt aber immer noch: vor allem in den Bereichen kommunale Gebäude und Kommunikation. Diese Themenfelder sollen im kommenden Jahr deshalb priorisiert bearbeitet werden. Dabei geht es um die Energieeffizienz der städtischen Gebäude bei Wärme, Wasser und Strom – hier sollen noch stärker erneuerbare Energien verwendet werden – aber auch die CO2-Emissionen.

Das Handlungsfeld Kommunikation meint in erster Linie die Einbindung aller ansässigen Akteure (Bürger genauso wie Landwirte, Gewerbe oder auch Vereine) in den kommunalen Klimaschutz. Hier soll es Kooperationen geben. Außerdem sollen kommendes Jahr ein integriertes Mobilitätskonzept erstellt und die Fernwärmeversorgung ausgebaut werden.

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu und Weinstadt zieht wieder Bilanz aus dem kommunalen Energieverbrauch und Klimaschutz: Seit 2017 nimmt die Stadt nämlich am European Energy Award (EEA) teil. Auch wenn der Klimaschutz-Aktionsplan erst noch erstellt werden muss, hat sich die Stadt Weinstadt in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Die Pläne der Stadt machen aber klar: Es gibt noch viel zu tun.

Leitfaden für den Klimaschutz

Hinter dem European Energy Award verbirgt

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