Weinstadt

Christiane Eller aus Weinstadt hat die mobile "Crêperie mit Herz" gegründet

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Die Ape hat Christiane Eller erst kürzlich neu bedrucken lassen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Dass die Strümpfelbächerin Christiane Eller ihre Leidenschaft für das Crêpes-Backen überhaupt entdeckt hat, hat ganz viel mit einem dreirädrigen Auto zu tun: Seit sie die kleine Piaggio Ape mit den beiden gasbetriebenen Crêpes-Platten an Bord vor mehreren Jahren bei einem Weinfest entdeckt hat, gingen ihr der Kleintransporter und die leckeren Crêpes nicht mehr aus dem Kopf. Seit kurzem gehört die fahrende Crêperie jetzt ihr. Wie die „Crêperie mit Herz“ sich trotz Corona-Pandemie als kleines Catering-Unternehmen etablieren konnte, hat die 55-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt.

Gelernte Schneiderin, Hausfrau, Mutter – und jetzt Crêpes-Bäckerin

Christiane Eller wohnt mit ihrer Familie am Ortsrand von Strümpfelbach. Ursprünglich stammt sie aus dem Saarland. Aus beruflichen Gründen sei sie damals in die Region Stuttgart gezogen, berichtet die gelernte Schneiderin und Modedirektrice. Heute ist sie Mutter von drei Kindern, Hausfrau – und neuerdings auch Crêpes-Bäckerin mit Passion.

Sie erinnert sich noch gut, wie sie die kleine Ape und deren Vorbesitzerin vor etwa drei Jahren zum ersten Mal auf einem Fest bei einem Weingut gesehen hat. „Danach habe ich sie immer wieder gesehen – und dann war sie plötzlich weg“, erzählt Christiane Eller. Weil das kleine Gefährt sie so fasziniert hat, hat sie sich glücklicherweise die Nummer der Besitzerin notiert. Sie erreicht diese schließlich in der Schweiz: Sie ist weggezogen. Die Ape ist aber noch hier.

Nicht einmal vier Wochen zwischen Kauf und dem ersten Lockdown

Sie habe sich mit der Frau getroffen und schließlich mit ihr vereinbart, dass sie die rollende Crêperie für ein Jahr ausleihen darf. Unter dem Geschäftsnamen der Vorbesitzerin fährt sie daraufhin 2019 von Fest zu Fest – und findet immer mehr Gefallen an der Arbeit. Im Februar 2020 kauft sie den Kleintransporter deshalb seiner Vorbesitzerin ab, um richtig durchzustarten. Dann kommt das Coronavirus mit voller Wucht in Deutschland an.

„Es waren nicht einmal vier Wochen zwischen Kauf und erstem Lockdown“, erinnert sich Christiane Eller. Trotzdem hat sie nicht aufgegeben. 2019 sei ein gutes Jahr für sie gewesen, in dem sie schon einige Kontakte knüpfen konnte, sagt die 55-Jährige. Zwar sind 2020 die meisten Events, für die das Crêpes-Mobil schon gebucht war, abgesagt worden, aber das ein oder andere Mal sei die kleine Crêperie dann doch unterwegs gewesen. Jetzt ziehe das Geschäft langsam wieder an. Vor zwei Wochen erst hat die Ape (italienisch für Biene) ein neues Design bekommen und trägt jetzt zum ersten Mal den neuen Firmennamen. Der Name „Crêperie mit Herz“ sei aus einem Familien-Brainstorming entsprungen, das Logo hat die Strümpfelbächerin selbst entworfen.

Die drei Kinder helfen auch mit

Diesen Herbst und Winter steht für die „Crêperie mit Herz“ voraussichtlich noch ein dreitägiges Event bei der Traube in Strümpfelbach an. Mit der Vinothek und auch dem „Gretle“ hat Christiane Eller schon häufiger zusammengearbeitet. Wenn die kleine rote Ape im Einsatz ist, hilft oft die ganze Familie mit: Besonders die 21-jährige Tochter Ann-Kathrin hilft tatkräftig mit, aber auch die jüngeren Geschwister, die 19-jährige Valerie und der 14-jährige Adrian, sind regelmäßig mit von der Partie.

Auch eine Freundin der Familie hilft oft zusätzlich aus. Denn der Einsatz der rollenden Crêperie ist ziemlich aufwendig: Zwar werden die beiden Crêpes-Platten mit einer Gasflasche versorgt, die schon an Bord ist. Nur für die Beleuchtung braucht die Crêperie einen Stromanschluss. Aber die Ape muss ausgeklappt, unter dem einen Flügel muss ein Windschutzzelt angebracht werden, vorne und an der Seite werden außerdem noch zusätzliche Ablageflächen angebaut. Und natürlich muss alles dekoriert werden mit Kerzen, Lichterketten, weißen Deckchen und frischen Blumen. Denn Christiane Eller legt großen Wert darauf, dass ihre kleine Crêperie wirklich etwas Besonderes ist.

Gute Zutaten und Mut zum Ausprobieren

Das betrifft natürlich auch die Crêpes selbst. „Ich möchte mich abheben, indem ich wirklich gute Produkte verwende“, sagt Christiane Eller. Deshalb hätten die Produkte, die sie für ihre Crêpes verwendet, Bioqualität, erklärt sie – von der Nuss-Nougat-Creme für den beliebten Nutella- oder Nutella-Banane-Crêpe einmal abgesehen. Das Mehl für den Teig holt sie von der Fischermühle in Endersbach. „Und ich verwende gute Milch, keine Billig-Milch vom Aldi. Die kaufe ich für mich selbst ja auch nicht“, sagt die 55-Jährige.

Viele Zutaten für die süßen und herzhaften Crêpes schneidet sie frisch in der Ape. Der Rest wird daheim in ihrer Küche zubereitet. Das Grundrezept für den Teig hat ihr die Vorbesitzerin der Ape anvertraut. Ansonsten experimentiert sie gerne: So gibt es zum Beispiel Crêpes mit süß-salzigem Karamell oder mit Frischkäse-Lauch-Lachs-Füllung. Alle Rezepte werden zuerst in der Familie vorgekostet. „Die Kinder sind meine größten Kritiker“, sagt die 55-Jährige.

Dass die Strümpfelbächerin Christiane Eller ihre Leidenschaft für das Crêpes-Backen überhaupt entdeckt hat, hat ganz viel mit einem dreirädrigen Auto zu tun: Seit sie die kleine Piaggio Ape mit den beiden gasbetriebenen Crêpes-Platten an Bord vor mehreren Jahren bei einem Weinfest entdeckt hat, gingen ihr der Kleintransporter und die leckeren Crêpes nicht mehr aus dem Kopf. Seit kurzem gehört die fahrende Crêperie jetzt ihr. Wie die „Crêperie mit Herz“ sich trotz Corona-Pandemie als kleines

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