Weinstadt

Corona-Alarmstufe: So wird in Weinstadt die 3G-Regel beim Einkaufen kontrolliert

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Ein Plakat am Eingang des Schuhhauses Entenmann weist auf die 3G-Regel hin, die seit Mittwoch im Einzelhandel gilt. © Sebastian Striebich

Seit Mittwoch gilt in vielen Geschäften die 3G-Regel: Shoppen darf nur, wer geimpft, genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet wurde. Kontrollieren müssen das die Einzelhändler selbst. Doch wie läuft das ab? Der Handelsverband Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben beim Land durchgesetzt, dass nur jeder zehnte Kunde kontrolliert werden muss, „spätestens an der Kasse“. In Weinstadt handhaben die Einzelhändler es anders.

Im Supermarkt gilt die 3G-Regel nicht, im kleinen Klamottenladen aber schon

„Es wird wieder der Handel beschränkt, wieder die angeblich nicht lebensnotwendigen Bereiche des Handels. Dadurch, dass es keine flächendeckende Kontrolle gibt, führt das die Regel ad absurdum“, sagt Christian Hartmann, Sprecher der Einkaufsstraße und Vorsitzender der Vereinigung Weinstädter Unternehmer (VWU) in Endersbach.

Tatsächlich ist es in Weinstadt auch in der vierten Welle so: Dort, wo sich sowieso höchstens drei, vier Kunden zeitgleich Schuhe, Klamotten oder Halskettchen anschauen, gilt die 3G-Regel. Wenige Meter weiter im Lebensmittelmarkt, wo sich nach Feierabend Dutzende zwischen den Regalen begegnen, braucht es diesen Nachweis nicht.

Stadt Weinstadt kündigt Kontrollen der Einzelhändler an

Zurück zur Frage, wie die 3G-Regel eigentlich kontrolliert werden soll. Penibel? Stichprobenartig? Was erwartet die Stadt Weinstadt von ihren Einzelhändlern? Auf Anfrage teilt die Pressestelle im Rathaus unserer Redaktion mit: „Wir halten uns momentan an die Empfehlungen des Sozialministeriums und handeln dementsprechend. Das heißt, Kunden des Einzelhandels werden im Bereich der Kassen, bei Aufnahme eines Verkaufs- oder Beratungsgesprächs oder im Eingangsbereich durch das Verkaufspersonal kontrolliert.“

Besonders wichtig ist der Stadtverwaltung, dass im Eingangsbereich der Geschäfte der Hinweis auf die 3G-Regel und das drohende Bußgeld – im Regelsatz 200 Euro – angebracht ist. „Wir, die Stadt Weinstadt, kontrollieren also in den nächsten Tagen entsprechend aufmerksam Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, wesentlich daraufhin, ob sich an den Eingangstüren entsprechende Hinweise befinden.“

„Bei vielen Stammkunden wissen wir, dass sie geimpft sind, da erübrigt sich das“

Die beiden Verkäuferinnen in Christian Hartmanns Geschäft „Mode am Markt“ blicken den neuen Regeln der Alarmstufe am Mittwochmorgen entspannt entgegen. Gerade haben sie die verpflichtenden Hinweisschilder zur 3G-Regel am Eingang aufgehängt. Sie haben sich entschieden, jeden Neukunden nach dem entsprechenden Nachweis zu fragen, ehe die Beratung beginnt. Das sei mit überschaubarem Aufwand zu handhaben und ergebe mehr Sinn, als erst an der Kasse zu kontrollieren, quasi zum Abschied, finden die beiden Frauen. „Bei vielen Stammkunden wissen wir, dass sie geimpft sind, da erübrigt sich das“, sagt Inhaber Christian Hartmann.

Das Schuhhaus Entenmann ist bestens vorbereitet

Ein paar Meter weiter in Marcia Häfners Schuhhaus Entenmann hängt das 3G-Schild schon seit Dienstagabend. Die Geschäftsführerin hat die Corona-Verordnung, Zeitungsartikel und die Hinweise vom Handelsverband gelesen, um sich auf die Alarmstufe vorzubereiten. Auch hier soll fortan kontrolliert werden, wer den Nachweis nicht ohnehin unaufgefordert vorzeigt, erklärt Häfners Mutter Gabriele: „Wir fragen nach den ersten drei Metern. Das ist bei uns wirklich gar kein Problem.“

Bei den Juwelier-Schwestern Margarete und Soni Bachschmidt in der Theodor-Heuss-Straße sieht das etwas anders aus. Sie hatten sich für das Weihnachtsgeschäft einen Sonderverkauf mit attraktiven Angeboten vorgenommen und geraten jetzt ins Schwanken, ob das so eine gute Idee ist: Lässt die Corona-Lage es überhaupt zu, mehr als zwei Kunden in den Laden zu lassen? Schaffen es die beiden Damen überhaupt, neben der intensiven Kundenberatung noch zusätzlich Impf- oder Testnachweise zu kontrollieren? „Da kann man nicht mehr entspannt bedienen“, findet Soni Bachschmidt.

Christian Hartmanns Kritik: „Der Handel wird als gefährlich dargestellt“

Neben der Stimmung in den Läden selbst, ist es die „psychologische Wirkung“ der Alarmstufen-Regelung, die VWU- und Einkaufsstraßensprecher Christian Hartmann kritisiert: „Der Handel wird als gefährlich dargestellt, obwohl er es nicht ist. Dann bleiben auch die Geimpften weg.“

Seit Mittwoch gilt in vielen Geschäften die 3G-Regel: Shoppen darf nur, wer geimpft, genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet wurde. Kontrollieren müssen das die Einzelhändler selbst. Doch wie läuft das ab? Der Handelsverband Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben beim Land durchgesetzt, dass nur jeder zehnte Kunde kontrolliert werden muss, „spätestens an der Kasse“. In Weinstadt handhaben die Einzelhändler es anders.

Im Supermarkt gilt die 3G-Regel nicht, im kleinen

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