Weinstadt

Corona-Impfung am Remstal-Gymnasium Weinstadt für Lehrer, Polizisten und Erzieher

Impfaktionweinstadt
Zwei Impfteams des Klinikums Stuttgart haben im Weinstädter Remstal-Gymnasium gegen Corona geimpft. © Gaby Schneider

Ganz offensichtlich kann es auch Freude bereiten, sich gegen Corona impfen zu lassen. Im Remstal-Gymnasium in Weinstadt herrschte am Samstagvormittag eine fröhlich-ausgelassene Stimmung. Insgesamt 170 Impfwillige fanden sich dort nach und nach ein, um sich bei zwei Impfteams des Klinikums Stuttgart ihre Injektion abzuholen. Es handelte sich dabei um Lehrer und weitere Beschäftigte des Schulzentrums, aus allen anderen Weinstädter und Grunbacher Schulen, dazu des Beutelsbacher Polizeipostens und des evangelischen Kindergartens Arche Noah aus Beinstein.

Lehrer Marco Cinquemani: „Es geht hier um den Schutz der Gesundheit!

Initiator dieser Mammutaktion war Marco Cinquemani, seines Zeichens Sport- und Gemeinschaftskundelehrer sowie Personalratsvorsitzender am Remstal-Gymnasium. „Es geht hier um den Schutz der Gesundheit!“ Auf diese einfache Formel brachte er den Grund für sein Engagement und diese Initiative am unterrichtsfreien Samstag. Bereits während der Sommerferien habe er mit Gerd Holzwarth, dem damaligen Leiter des Kreisimpfzentrums, Kontakt aufgenommen, um das Impfen der Schüler des Remstal-Gymnasiums vorzubereiten, sobald im Herbst die Impfempfehlungen vorliegen würden. Dieses Vorhaben habe sich dann aber leider zerschlagen, denn „der Elternbeirat hatte eine andere Auffassung als unser Personalrat und wollte dies nicht“.

Alle erhielten einen festen Impftermin - Warteschlangen gab es daher nicht

Als es dann darum gegangen sei, diese Impfaktion für das Personal der Schulen vorzubereiten, habe man sich bereits gekannt. Es sei vor allem Gerd Holzwarths Engagement und Einsatz fast rund um die Uhr zu verdanken, begeisterte sich Cinquemani, dass diese Impfaktion so kurzfristig und unbürokratisch möglich geworden sei. Alle erhielten einen festen Impftermin, so dass es keine Warteschlangen gab.

Vorbereitungen fürs Impfen der 5- bis 11-Jährigen laufen bereits

Es sei die Absicht der Landesregierung, ergänzte Gerd Holzwarth, die Menschen mit niederschwelligen Angeboten anzusprechen und dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen. Das Kreisimpfzentrum werde es aller Voraussicht nicht mehr geben. Um es neu aufzubauen, wären riesige Organisationsarbeit und Aufwand notwendig; zudem würde es sich schwierig gestalten, das dafür notwendige Personal wieder zu bekommen. Stattdessen habe man sich im Rems-Murr-Kreis dazu entschlossen, das eigene Impfengagement auf mehrere Säulen zu gründen: In Fellbach, Schorndorf, Welzheim, Murrhardt und Backnang würden lokale Impfstützpunkte eingerichtet, zwei mobile Impfteams würden gerade aufgebaut, die voraussichtlich ab 29. November im Einsatz seien. Man bereite sich auf das Impfen der Kinder zwischen fünf und elf vor und stehe über das Schulamt mit allen Schulen im Kontakt, um das Impfen des Personals und der Schüler ab 16 zu organisieren.

Die Homepage des Kreises wird laut Gerd Holzwarth gerade aktualisiert und das Angebot erweitert, so dass demnächst die Impfwilligen ihre Termine dort direkt buchen könnten. Es sei ein wichtiges Anliegen, dadurch zu verhindern, dass man auf örtlichen Impfterminen wie am 4. November in Winnenden, als sich 400 Impfwillige einfanden, überrannt werde und die Menschen mehrere Stunden anstehen müssten.

Ungefähr 40 Prozent der Lehrer des Remstal-Gymnasiums haben bei der Impf-Aktion mitgemacht

Er schätze grob, so Marco Cinquemani, dass sich an diesem Samstag ungefähr 40 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer des Remstal-Gymnasiums impfen lassen würden. Dadurch könne man allerdings nicht auf die Impfquote schließen, schränkte er ein, da man ja nicht wisse, wer bereits ein anderes der Angebote wahrgenommen oder sich an seinen Hausarzt gewandt habe. Jakob Spengler, einer der an diesem Tag im Remstal-Gymnasium arbeitenden Impfärzte, merkte an, dass es sich überwiegend um Drittimpfungen handle. Dies erleichtere natürlich die Beratung und auch die Impfung selbst, da die Patienten ja wüssten, was auf sie zukomme und sich selbst intensiv mit dem Thema Impfen beschäftigt haben. „Aber selbstverständlich impfen wir alle, die sich zu diesem Termin einfinden, unabhängig ob es sich um Erst-, Zweit- oder Drittimpfungen handelt.“

Pfarrer Michael Schneider: „Wir Menschen müssen wieder lernen, achtsamer miteinander umzugehen“

Im Wartebereich diskutierten nach der Impfung die Lehrerinnen der Silcher-Schule angeregt mit dem Endersbacher Pfarrer Michael Schneider. Man zeigte sich einig, dass es wichtig sei, sich impfen zu lassen, nicht nur um sich selbst, sondern auch um seine Mitmenschen zu schützen. Die Intensivstationen und Notaufnahmen der Krankenhäuser würden volllaufen, Operationen müssten verschoben und Patienten abgewiesen werden. Zahlreiche Menschen mit Behinderung und Vorerkrankung könnten überhaupt nicht geimpft werden, obwohl eine Infektion mit dem Virus sie in unmittelbare Lebensgefahr bringen würde. „Wir Menschen müssen wieder lernen, achtsamer miteinander umzugehen, aufeinander zu hören und zu vertrauen. Uns gegenseitig, aber auch darauf, was uns als aktueller Stand der Wissenschaft mitgeteilt wird.“

Beinsteiner Arche-Noah-Kindergarten: Erzieherinnen lassen sich ebenfalls impfen 

Einer Meinung zeigten sich auch die Erzieherinnen des Beinsteiner Arche-Noah-Kindergartens. Sie wurden in die Aktion ebenfalls mit aufgenommen, nachdem Pfarrerin Anne Koch davon erfahren und sich direkt an Gerd Holzwarth gewandt hatte. Sich selbst und andere zu schützen sei das einzige Mittel gegen die Pandemie, die uns nun schon seit bald zwei Jahren gefangen halte. „Anders kommen wir aus dieser Scheiße nicht heraus!“, brachte eine Frau ihren Standpunkt auf den Punkt.

Ganz offensichtlich kann es auch Freude bereiten, sich gegen Corona impfen zu lassen. Im Remstal-Gymnasium in Weinstadt herrschte am Samstagvormittag eine fröhlich-ausgelassene Stimmung. Insgesamt 170 Impfwillige fanden sich dort nach und nach ein, um sich bei zwei Impfteams des Klinikums Stuttgart ihre Injektion abzuholen. Es handelte sich dabei um Lehrer und weitere Beschäftigte des Schulzentrums, aus allen anderen Weinstädter und Grunbacher Schulen, dazu des Beutelsbacher Polizeipostens

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