Weinstadt

Corona-Krise: Weinstädter ist endlich wieder zu Hause

Thailand
Andreas Engelbrecht ist wieder zu Hause – seine Frau Thomya Manit Engelbrecht hingegen noch nicht. Sie kommt im Januar zurück. © ALEXANDRA PALMIZI

Monatelang hat der Weinstädter Andreas Engelbrecht um seinen Rückflug gebangt. Gemeinsam mit seiner Frau Thomya Manit hatte der 62-Jährige im Februar Familie und Freunde im thailändischen Sukhothai besucht. Der Flieger zurück nach Deutschland sollte am 27. März abheben. Doch zwei Tage zuvor verhängte die thailändische Regierung Einreiseverbote und rief Ende März den Notstand aus. Seitdem saß Andreas Engelbrecht fest und wollte wieder zurück nach Deutschland.

Wieder in den eigenen vier Wänden

Jetzt endlich ist der 62-Jährige wieder daheim. Von seinem Balkon aus sieht er das angrenzende Fußballfeld und in der Ferne die Weinberge. „400 Meter weiter habe ich einen Garten“, sagt er und deutet mit ausgestrecktem Arm ins Weite. Dadurch, dass er seit Februar in Thailand war, habe er dieses Jahr nichts in seinem Schrebergarten anpflanzen können – und die Zeit dafür jetzt sei vorbei.

Zwölf Stunden lang mit aufgesetzter Maske

Wie lief die Rückreise? Andreas Engelbrecht ist mit einem Flieger von Sukhothai nach Bangkok geflogen, von dort aus mit einer Lufthansa-Maschine nach Frankfurt. „Das war eine Tortur“, sagt der Endersbacher. „Zwölf Stunden lang mit aufgesetzter Maske.“ Und wenn er mal eingeschlafen und dabei die Maske verrutscht ist, sei er aufgeweckt worden, damit er Nase und Mund richtig bedeckte.

„In Thailand wurde überall bei jedem Fieber gemessen“, sagt der Endersbacher – sowohl beim Einkaufen als auch am Flughafen. Umso mehr habe es ihn überrascht, als am Frankfurter Flughafen keine solchen Maßnahmen ergriffen worden sind. „Thailand hat das richtig gemacht“, findet Andreas Engelbrecht.

Intercity-Express von Frankfurt nach Stuttgart

Bevor er die letzte Etappe seiner langen Reise antreten konnte, musste er sich in Frankfurt noch etwas gedulden. Der Intercity-Express (ICE) Richtung Stuttgart hatte einen technischen Defekt und so verzögerte sich die Abfahrt. Zwar sei der Zug dann nicht ausgebucht gewesen, dennoch habe nicht jeder einen Mund- und Nasenschutz getragen, was den 62-Jährigen wundert. Am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen, freute Andreas Engelbrecht sich über das Wiedersehen mit einem Kumpel, der ihn mit dem Auto abholte. Als er endlich wieder zu Hause angekommen sei, habe er fast zehn Stunden geschlafen, berichtet der 62-Jährige.

Wann kehrt seine Frau zurück nach Deutschland?

Doch weshalb ist der Endersbacher überhaupt alleine gereist? Seine Frau Thomya Manit Engelbrecht sei noch immer in Sukhothai, erklärt Andreas Engelbrecht. „Sie wollte weiter bleiben“, sagt er, weil ihr Neffe verstorben sei. Zudem unterstütze Thomya Manit ihre Tochter bei der Arbeit, die in der Nähe des Hauses ein kleines Straßencafé betreibt. Während die Tochter frische Fruchtsäfte, Kaffee und Tee zubereite, sei Thomya Manit fürs Kochen zuständig. „Frühlingsrolle, Fisch oder Currygerichte“, zählt Engelbrecht auf. Wann kehrt seine Frau zurück nach Deutschland? „Im Januar fliege ich nach Thailand, danach fliegen wir gemeinsam zurück.“ So sieht der Plan momentan aus.

„Unerträglich heiß“ ist es zurzeit in Thailand

Und weshalb wollte der Endersbacher nicht länger in Thailand bleiben? „Das ist unerträglich heiß“, sagt er, „35 Grad im Schatten, sogar der Wind hat auf der Haut gebrannt.“ Durch die Hitze könne er auch nicht viele Speisen zu sich nehmen und habe in Thailand etwa fünf Kilo abgenommen. Da wegen der Pandemie das Leben in Sukhothai sehr eingeschränkt sei und verschärft Kontrollen durchgeführt werden, habe er nicht viel unternehmen können.

„Der Spaßfaktor war null“, sagt der gelernte Karosseriebauer, der sich einst den Spitznamen „Büffel“ angeeignet hat. „Wie ein Büffel“ habe er mit eigener Kraft „von Hand“ Arbeiten geleistet, die normalerweise mit Hilfe von Maschinen durchgeführt werden. Seit mehreren Jahren allerdings sei er nicht mehr in seinem alten Beruf tätig, sondern verlege Böden. Nun hofft der 62-Jährige, noch einige Aufträge zu erhalten.

Bis dahin holt er das nach, was ihm in den vergangenen vier Monaten verwehrt geblieben ist. Angefangen hat er damit, endlich mal wieder Fleischkäsebrötchen und Spätzle mit Bratensoße zu verputzen.

Muss er sich in Quarantäne begeben?

Sich häuslich isolieren oder ärztlich untersuchen lassen, muss Andreas Engelbrecht übrigens nicht. Er habe sich nach seiner Rückkehr beim Gesundheitsamt und Ordnungsamt erkundigt. Das Sozialministerium Baden-Württemberg stuft Thailand nicht als Risikogebiet ein.

Monatelang hat der Weinstädter Andreas Engelbrecht um seinen Rückflug gebangt. Gemeinsam mit seiner Frau Thomya Manit hatte der 62-Jährige im Februar Familie und Freunde im thailändischen Sukhothai besucht. Der Flieger zurück nach Deutschland sollte am 27. März abheben. Doch zwei Tage zuvor verhängte die thailändische Regierung Einreiseverbote und rief Ende März den Notstand aus. Seitdem saß Andreas Engelbrecht fest und wollte wieder zurück nach Deutschland.

Wieder in den eigenen

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