Weinstadt

Corona-Schnelltest in der Schule: Hunderte Schüler in Weinstadt testen sich selbst

Schule Schnelltest
Zehntklässlerin Helen und ihre Klassenkameraden an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule beim Corona-Selbsttest (Archivfoto). © Benjamin Büttner

Hunderte Kinder und Jugendliche im Bildungszentrum Weinstadt haben sich am Dienstagmorgen einem freiwilligen Corona-Schnelltest unterzogen. Die Bilanz: viele negative Testergebnisse, aber auch zwei Verdachtsfälle am Remstal-Gymnasium, die jetzt von einem Arzt per PCR-Test überprüft werden müssen.

Vor der Aktion mit der Spiess'schen Apotheke hatten die Schulleiter am Bildungszentrum die Eltern um ihre Einwilligung gebeten. Eine Mehrzahl stimmte zu, doch gerade bei den Eltern jüngerer Kinder gibt es häufig Vorbehalte. Die Zehntklässler der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule, mit denen sich unsere Redaktion unterhalten hat, finden die kostenlosen Schnelltests hingegen gut.

Rund 550 Kinder und Jugendliche machen den „Nasenpopeltest“

Tabea (16), David (15) und Jan Luca (15) aus der Klasse 10 a der Gemeinschaftsschule gehören zu den rund 550 Schülerinnen und Schülern am Bildungszentrum in Weinstadt, die sich am Dienstag selbst auf das Coronavirus getestet haben. Wie Apotheker Tobias Grübel es ihnen erklärt hat, haben sie sich das Test-Päckchen am Lehrerpult abgeholt, zurück am Platz das Wattestäbchen herausgenommen, sind damit vorn in ihrer Nase fünfmal linksherum und fünfmal rechtsherum gefahren (Grübel nennt das den „Nasenpopeltest“), haben das Stäbchen in ein Büchlein gelegt, ihren Namen daraufgeschrieben, es wieder abgegeben und auf ihr Ergebnis gewartet.

Im Nebenraum wertete ein Team der Spiess'schen Apotheke die Tests aus. Kurz darauf wussten die drei und ihre Klassenkameraden: alle negativ in der 10 a. Von den 17 Klassenkameraden sind nur drei oder vier ohne die Einverständniserklärung der Eltern in die Schule gekommen und haben auf den Test verzichtet.

Zehntklässler: "Wir waren schon zweimal in Quarantäne"

Das kam für Tabea und die beiden Jungs nicht infrage. Nur ein bisschen in der Nase gekitzelt habe das Wattestäbchen. „Man will sich und die anderen schützen“, sagt die Zehntklässlerin. David gibt der Test mehr Sicherheit, weil die Chancen steigen, eine Ansteckung möglichst früh zu entdecken. „Außerdem“, ergänzt Jan Luca, „waren wir schon zweimal in Quarantäne.“ Das soll so kurz vor den Prüfungen auf keinen Fall wieder passieren, deshalb tragen auch alle in der Klasse FFP2-Masken, teilweise von der Schule ausgegeben.

Schulleiter Alfred Schlatterer: "Etwas entspannter"

An der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (und auch an der Reinhold-Nägele-Realschule) sind an diesem Vormittag alle Tests negativ. Eine erfreuliche Momentaufnahme, die natürlich mit einem gewissen Restrisiko behaftet ist – Schulleiter Alfred Schlatterer findet das Angebot der Spiess'schen Apotheke an die Schüler dennoch „fantastisch“. Es sorge für mehr Sicherheit und dafür, dass Corona-Fälle früher entdeckt würden „und dass wir den Schulbetrieb etwas entspannter angehen“. „Das Land hat die Finanzierung zugesagt. Ich hoffe, Herr Grübel bekommt sein Geld für die Tests“, sagt Schlatterer.

Apotheker Tobias Grübel: "Da passiert ja nichts, der Schüler hat es selber in der Hand"

Der Apotheker, der auch das Testzentrum in der Einkaufsstraße betreibt, kündigt an, sich mit den Schulleitungen über regelmäßige Test-Aktionen in den kommenden Wochen zu beraten. Den Eltern überwiegend jüngerer Kinder in den fünften oder sechsten Klassen, die den Tests oft kritisch gegenüberstehen, möchte er die Vorbehalte nehmen: „Im Einzelgespräch sage ich immer, dass meine Kinder auch als Probanden herhalten müssen. Die sind acht, sechs und drei Jahre alt. Da passiert ja nichts, der Schüler hat es selber in der Hand. Er bestimmt den Druck und den Winkel des Stäbchens. Das muss nur zwei Zentimeter rein, nicht tiefer“, sagt Tobias Grübel.

„Uneindeutige“ Tests: Verdachtsfälle am Remstal-Gymnasium

Was aus den beiden Verdachtsfällen am Remstal-Gymnasium wird, muss sich noch zeigen. Laut Schulleiter Matthias Wenzke seien die Schnelltests „uneindeutig“ ausgefallen. Die beiden Getesteten wurden sicherheitshalber nach Hause geschickt und lassen sich jetzt beim Arzt mittels PCR-Test auf das Coronavirus testen. Sind sie negativ, dürfen sie wieder in die Schule kommen, sollten sie tatsächlich positiv getestet werden, droht nach einer Einzelfallprüfung durch das Gesundheitsamt Quarantäne auch für ihre Mitschüler.

Hunderte Kinder und Jugendliche im Bildungszentrum Weinstadt haben sich am Dienstagmorgen einem freiwilligen Corona-Schnelltest unterzogen. Die Bilanz: viele negative Testergebnisse, aber auch zwei Verdachtsfälle am Remstal-Gymnasium, die jetzt von einem Arzt per PCR-Test überprüft werden müssen.

Vor der Aktion mit der Spiess'schen Apotheke hatten die Schulleiter am Bildungszentrum die Eltern um ihre Einwilligung gebeten. Eine Mehrzahl stimmte zu, doch gerade bei den Eltern jüngerer

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