Weinstadt

Corona: Wer kauft für die Schulen in Weinstadt Masken?

Remstal Gymnasium
Blick aufs Weinstädter Remstal-Gymnasium. Seit Montag wird es wieder von Schülern der elften und zwölften Jahrgangsstufe besucht. © Benjamin Büttner

An den Schulen in Baden-Württemberg herrscht bis jetzt keine Maskenpflicht – und doch haben am Weinstädter Remstal-Gymnasium nach Angaben des Rektors am Montag fast alle Schüler eine getragen. Für die elfte und zwölfte Jahrgangsstufe gibt es seit Wochenbeginn wieder Präsenzunterricht, der in zwei Schichten stattfindet. Heißt: Von den etwa 180 betroffenen Schülern sind zeitgleich immer rund 80 bis 100 Schüler im Gymnasium.

Desinfektionsmittel bevorzugt

An jedem Eingang gibt es jetzt Desinfektionsmittel in Sprühflaschen, was vor allem im Neubau dringend nötig ist – denn dort haben die Klassenzimmer keine Waschbecken. Und selbst wenn es anders wäre: Wenn jeder Schüler an nur einem Waschbecken 30 Sekunden die Hände waschen würde, kostet das nach Einschätzung von Matthias Wenzke zu viel Zeit. Unserer Zeitung hat der Rektor berichtet, wie jetzt der Unterricht abläuft. Und wir haben uns zudem bei der Stadt Weinstadt und dem Kultusministerium erkundigt, wer eigentlich für das Besorgen von Masken und Desinfektionsmitteln zuständig ist.

Maske wird nur im Klassenzimmer abgenommen

Auf den Gängen und im Pausenhof haben laut Schulleiter Matthias Wenzke die Schüler eine Maske aufgehabt, die sie nur im Klassenzimmer abnahmen. Denn dort sind die Tische und Stühle jetzt so angeordnet, dass der nötige Abstand eingehalten werden kann. Ein Schüler, berichtet Matthias Wenzke, sei am Montag ohne Maske gekommen – und dem habe er helfen können. „Ich habe ein paar besorgt, dass wir eine Reserve haben.“

Der Rektor tat dies auf eigene Initiative – denn vom Kultusministerium gibt es hier keine Unterstützung. Lehrer und Schüler dürfen eine Maske aufhaben – sie müssen aber nicht.

Nachfragen an die Lehrer per Video 

Wegen der Coronakrise arbeitet das Remstal-Gymnasium für die elften und zwölften Klassen derzeit mit einer Kombination aus Fern- und Präsenzunterricht. Maximal zehn Lehrer sind gleichzeitig vor Ort, dazu kommen Schulleiter Matthias Wenzke und die stellvertretende Schulleitung. Die Online-Plattform Moodle wird vor allem für Videoschalten benutzt, bei denen Schüler Lehrer gezielt zum Unterrichtstoff Fragen stellen können. „Das machen wir relativ häufig jetzt“, sagt Wenzke.

"Die Schüler haben sich diszipliniert verhalten"

Schließlich ist es derzeit im Präsenzunterricht nicht möglich, dass ein Lehrer nahe zu einem Schüler hingeht und in dessen Heft guckt, um zu sehen, worin das Problem besteht. Insgesamt ist Rektor Matthias Wenzke mit dem Umgang der Jugendlichen mit der neuen Unterrichtssituation zufrieden. „Die Schüler haben sich diszipliniert verhalten.“ Auch der Fernunterricht funktioniere gut.

Trotzdem sind all die Regeln, die jetzt gelten, ungewohnt. Gruppenarbeit, die früher selbstverständlicher Teil des Unterrichts war, ist jetzt wegen der Abstandsregeln nicht mehr möglich. „Die Schüler sitzen alle wie festgenagelt auf ihrem Stuhl.“

Schulleiter müssen sich kümmern

Wir haben auch bei der Stadt nachgefragt, wie Schulen in Weinstadt eigentlich mit Masken oder Desinfektionsmitteln ausgestattet werden. Claudia Leihenseder von der Pressestelle teilte am Dienstag mit, dass Beschaffungsvorgänge in Weinstadt grundsätzlich auf die Schulleiter übertragen werden. „So haben die Schulleiter dafür gesorgt, dass ausreichend Papierhandtücher und Seife vorhanden sind.“ Bei Artikeln, die nicht individuell für die einzelnen Schulen angeschafft werden müssen, wie Büromaterial, kümmert sich die Beschaffungsstelle im Rathaus.

In den Hygienehinweisen des Kultusministeriums für Schulen vom 22. April 2020 steht laut Claudia Leihenseder, dass Händewaschen mit hautschonender Flüssigseife und Abtrocknen mit Einmalpapierhandtüchern ausreicht. „Nur wenn dies nicht möglich ist, soll auf die Händedesinfektion zurückgegriffen werden. In den Weinstädter Schulen ist flächendeckend das Händewaschen möglich.“

Stadt Weinstadt sieht sich nicht zuständig

Da das Tragen eines Mundschutzes in der Schule weder für Lehrer noch für Schüler Pflicht ist, geht die Stadt Weinstadt davon aus, dass es nicht ihre Aufgabe ist, Masken zu besorgen. Das decke sich auch mit einer Einschätzung des Städtetages. „Wir haben den Schulen angeboten, eine gewisse Anzahl an Einmal-Mund-Nasen-Bedeckungen bereitzustellen, etwa für das erforderliche Betreten von Externen wie Lieferanten, Handwerkern“, schreibt Claudia Leihenseder. Schüler und Lehrer müssten indes ihre eigene Mund-Nasen-Bedeckung mitbringen. Die Regelungen sieht die Stadt als verständlich und praktikabel an.

„Da darf es keine Missverständnisse geben“

Ein Sprecher des baden-württembergischen Kultusministeriums sagte unserer Zeitung am Dienstag, dass Schüler derzeit nur dann eine Maske tragen müssten, wenn sie auf dem Weg zur Schule mit der Bahn oder einem Bus fahren. Was den Kauf von Desinfektionsmitteln und Einweg-Handtüchern angehe, sei dies Aufgabe des Schulträgers, sprich der jeweiligen Kommune. Über all das seien diese bereits schon lange informiert. „Da darf es keine Missverständnisse geben.“

An den Schulen in Baden-Württemberg herrscht bis jetzt keine Maskenpflicht – und doch haben am Weinstädter Remstal-Gymnasium nach Angaben des Rektors am Montag fast alle Schüler eine getragen. Für die elfte und zwölfte Jahrgangsstufe gibt es seit Wochenbeginn wieder Präsenzunterricht, der in zwei Schichten stattfindet. Heißt: Von den etwa 180 betroffenen Schülern sind zeitgleich immer rund 80 bis 100 Schüler im Gymnasium.

Desinfektionsmittel bevorzugt

An jedem Eingang gibt es

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