Weinstadt

Corona: Wie wird jetzt in der Grundschule in Weinstadt unterrichtet?

Grundschule in Großheppach
Die Viertklässler der Großheppacher Schillerschule lesen derzeit im Unterricht die Waiblinger Kreiszeitung. © Benjamin Büttner

Wenn die Viertklässler zur Schillerschule kommen, müssen sie sich auf dem Hof vor dem Haupteingang erst mal in einen von etwa 30 bis 40 Kreisen stellen. Dann sollen sie warten, bis die Lehrerin kommt – und sie einzeln zum Klassenzimmer begleitet. So, sagt Grundschullehrerin Sabine Hascher, kann gewährleistet werden, dass der in Corona-Zeiten nötige Abstand eingehalten wird.

Ihre Klasse, die 4 a, ist seit dem 18. Mai wieder an der Großheppacher Grundschule, allerdings ist sie in zwei Gruppen mit je neun Schülern geteilt worden. Wir haben uns mit Sabine Hascher unterhalten und ihr viele Fragen gestellt: Wie läuft der Unterricht jetzt in Zeiten der Pandemie ab? Halten die Kinder die Hygieneregeln ein? Und wie kommt gerade das Zeitungsprojekt an, das in Kooperation mit dem Zeitungsverlag Waiblingen stattfindet?

„Die waren so vertieft“

Seit vergangenem Montag lesen die Kinder der Klassen 4 a und 4 b der Großheppacher Schillerschule die Waiblinger Kreiszeitung. „Manche haben die Zeitung komplett auseinandergenommen. Die waren so vertieft“, schwärmt Sabine Hascher, die mit ihrer Kollegin Katja Mack (4 b) an dem Projekt teilnimmt. Die Kinder müssen bei ihr im Unterricht immer ein Thema des Tages heraussuchen sowie ein Foto des Tages – und begründen, warum sie sich dafür entschieden haben. Eine Woche lang haben die Kinder die Zeitung. Eigentlich waren zwei Wochen angedacht – aber wegen der Corona-Zeit ist jetzt alles anders. Denn die Viertklässler der Schillerschule haben nach den zwei Wochen Pfingstferien wieder eine Woche Unterricht zu Hause, ehe sie am 22. Juni erneut in die Schule dürfen.

Notbetreuung wurde erweitert

In der ersten Woche nach den Ferien werden nämlich nur die Erst- und Drittklässler in der Schillerschule vor Ort unterrichtet. In der zweiten Woche sind dann die Zweit- und Viertklässler dran – und dann wird wieder gewechselt. Bis zum Ende des Schuljahres geht das so. Jetzt vor den Ferien dürfen nur die Viertklässler in die Schule kommen, dazu noch derzeit 14 Kinder aus der mittlerweile erweiterten Notbetreuung.

Am Anfang waren dies nur Kinder von Eltern mit sogenannten systemrelevanten Berufen wie etwa Polizist. Jetzt kommen laut Sabine Hascher auch Kinder, bei denen die Lehrer das Gefühl hatten, dass sie mit dem Unterricht zu Hause nicht so gut zurechtkommen.

Unterricht in zwei Schichten

Sabine Hascher unterrichtet ihre 4 a in Deutsch und Sachkunde, immer montags, mittwochs und freitags in zwei Schichten zu je 120 Minuten. Am Dienstag und Donnerstag vermittelt Rektorin Andrea Fortanier der 4 a die Grundlagen der Mathematik, ebenfalls in zwei Schichten zu je 120 Minuten. Die erste Schicht fängt um 8 Uhr an, die zweite um 10.45 Uhr.

Erst mal Hände waschen

Wenn Sabine Hascher ihre Schüler einzeln ins Klassenzimmer bringt, müssen diese ihre Jacken an der Garderobe ablegen und als Erstes die Hände waschen. Im Unterricht selbst gibt es keine Gruppen- oder Partnerarbeit. Wenn ein Kind auf die Toilette will, muss es alleine gehen. Auf dem Boden sind Richtungspfeile angebracht worden, die als Laufwege dienen sollen. Damit soll gewährleistet werden, dass die Kinder im Schulhaus nicht zu nah aneinander vorbeilaufen. Und es gibt für jedes Kind im Klassenzimmer einen festen Sitzplatz, der bis zum Schuljahresende nicht gewechselt werden darf.

"Da gibt es keine Diskussionen"

An die Regeln, sagt Sabine Hascher, hielten sich die Kinder sehr gut. „Da gibt es keine Diskussionen.“ Manches würden die Kinder auch schon länger kennen: So sei etwa das Händewaschen schon nach den Faschingsferien, noch vor der wochenlangen Schließung der Schulen, eingeführt worden.

Sabine Hascher hat in den vergangenen zwei Wochen viele Aufgaben korrigiert, die die Kinder in den Wochen zuvor zu Hause erledigt haben. Aufpassen muss sie, dass beide Teile der Klasse am Ende des Tages beim Stoff den gleichen Stand haben. Bei der Motivation gibt es nach Angaben der Lehrerin keine Probleme. „Die Kinder sind sehr froh. Die haben sich sehr gefreut, wieder in die Schule gehen zu dürfen.“

Werden bald wieder Tests geschrieben?

Nach 14 Tagen Präsenzunterricht in der Schule wäre es erlaubt, einen Test zu schreiben. Sprich: Nach den Pfingstferien wäre es bei den Viertklässlern möglich. Laut Sabine Hascher werde davon an der Schillerschule aber kein Gebrauch gemacht. In welcher Form es im Juli ein Jahreszeugnis gibt, ist noch offen. Klar ist: Sitzenbleiben darf niemand. Aber dass dies jemanden in ihrer 4 a betrifft, hat Sabine Hascher auch vor Corona nicht befürchtet. „In meiner Klasse ist es gar kein Thema.“

Wenn die Viertklässler zur Schillerschule kommen, müssen sie sich auf dem Hof vor dem Haupteingang erst mal in einen von etwa 30 bis 40 Kreisen stellen. Dann sollen sie warten, bis die Lehrerin kommt – und sie einzeln zum Klassenzimmer begleitet. So, sagt Grundschullehrerin Sabine Hascher, kann gewährleistet werden, dass der in Corona-Zeiten nötige Abstand eingehalten wird.

Ihre Klasse, die 4 a, ist seit dem 18. Mai wieder an der Großheppacher Grundschule, allerdings ist sie in zwei

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