Weinstadt

Das "Da Santino" hat geschlossen: Schützenhaus Beutelsbach bekommt neuen Pächter

Gastrobeutelsbach
Das Schützenhaus in Beutelsbach: Die Schilder hängen noch, den Abholservice gibt es nicht mehr. © Gaby Schneider

Seit Mitte Oktober hat die Pizzeria „Da Santino“ im Beutelsbacher Schützenhaus geschlossen. Wer die Website des Vereinslokals besucht, findet den Vermerk: „Wir haben unser Lokal geschlossen und bedanken uns bei allen ehemaligen Gästen für Ihr Verständnis.“ Der Schützenverein Beutelsbach bestätigt auf Nachfrage: Es stimmt, das Lokal ist zu. Am vergangenen Dienstag hat der ehemalige Pächter Santino Magno die Räumlichkeiten an den Verein übergeben. Doch wie kam es dazu?

Was das doch recht plötzliche Aus der Beutelsbacher Pizzeria betrifft, kursieren bereits einige Gerüchte. Diese seien „grob falsch“, betont Roland Neukamm, Pressewart des Schützenvereins Beutelsbach. Der Verein habe Wirt Santino Magno weder aus der Gaststätte herausgedrängt und ihn schon gar nicht herausgeworfen. Vielmehr wäre der fünfjährige Pachtvertrag, der vergangenes Jahr schon um ein Jahr verlängert worden sei, Ende März 2022 ausgelaufen. „Wir hätten gerne verlängert“, sagt der Pressewart.

„Mein Vertrag wäre zu Ende gegangen“

Der ehemalige Betreiber Santino Mango bestätigt das: Der Schützenverein und er hätten sich so weit im Guten getrennt. „Mein Vertrag wäre zu Ende gegangen, dann haben wir uns so geeinigt“, sagt Santino Magno. Die Neuerungen, die der neue Pachtvertrag fürs Schützenhaus mit sich gebracht hätte, hätten für ihn nicht mehr gepasst, erklärt er.

Im neuen Pachtvertrag wären nämlich einige Dinge „neu definiert“ worden, erläutert Roland Neukamm. Unter anderem habe der Verein von seinem Wirt bestimmte Unterlagen benötigt, auch die Miete für die Gastwirtschaft wäre angepasst worden. Bis vergangenes Jahr habe diese Pacht nämlich lediglich 800 Euro betragen, so Roland Neukamm. In dieser Summe seien nicht nur die Gaststätte mit Terrasse, Parkplätzen und Lagermöglichkeiten einbegriffen gewesen, sondern auch eine Dreizimmerwohnung.

Alter Mietpreis war nicht mehr zeitgemäß

Dieser Mietpreis gehe auf eine Abmachung mit einem der Vorgänger-Pächter zurück und sei vor vielen Jahren festgelegt worden, erklärt der Pressewart. Der Hintergrund: Die abgeschiedene Lage der Gaststätte und die Uneinsichtigkeit von außen seien früher ein echter Nachteil für die Gastronomie im Schützenhaus gewesen. Auch die große Terrasse ist von außen kaum zu sehen. „Das war in der Vergangenheit ein Problem. Wir haben die Wirtschaft seither verschenken müssen.“ Außerdem war die Dreizimmerwohnung renovierungsbedürftig. Als man damals einen Wirt gefunden habe, der bereit gewesen sei, die Gaststätte zu führen und auch noch die Renovierungskosten für die Wohnung zu übernehmen, habe sich der Verein sehr glücklich geschätzt, so der Pressewart.

Daher habe man die Pacht damals auf 800 Euro festgelegt. Die vereinbarten Renovierungsarbeiten seien allerdings nie durchgeführt worden. Die Höhe der Miete wurde für die nächsten Pächter zunächst trotzdem nicht erhöht. Inzwischen hat die Gaststätte längst einen Internetauftritt, dort ist nicht nur die Speisekarte abrufbar, es ist auch die Anfahrt beschrieben. Außerdem haben Pächter dort die Möglichkeit, Bilder von den Innenräumen und der Terrasse einzustellen. Seitdem sei die Lage des Schützenhauses kein Nachteil mehr, sonder eher ein Vorteil: „Von der Terrasse hat man einen Hammerüberblick“, sagt Roland Neukamm.

Pächterwechsel kommt nicht überraschend für Schützenverein

Nachdem der Schützenverein jahrelang „jeden einzelnen Monat draufgelegt“ habe, wie es der Pressewart formuliert, habe man sich deshalb vergangenes Jahr entschieden, die Miete anzupassen – auf immerhin 1100 Euro im Monat. Damals schon habe der „Da Santino“-Betreiber den Schützen signalisiert, dass er nicht unbedingt bereit wäre, noch mehr Pacht zu bezahlen, berichtet Neukamm.

Je näher das Ende des laufenden Pachtvertrags gerückt sei, desto stiller sei es von Seite des Pächters her geworden. Es habe sich langsam, aber sicher angebahnt, dass der Pachtvertrag wohl nicht noch einmal verlängert werden würde. Also habe der Verein damit begonnen, nach einem Nachfolger zu suchen. Prompt habe Magno schließlich darum gebeten, schon früher aus dem Pachtvertrag entlassen zu werden. Am 10. Oktober hatte das „Da Santino“ zum letzten Mal geöffnet.

Im Frühjahr 2022 soll es weitergehen

Die gute Nachricht für Vereinsmitglieder und Freunde des Beutelsbacher Schützenhauses ist: Eine neue Pächterin hat sich inzwischen gefunden. Über einen befreundeten Wirt sei man auf das neue Pächterpaar gekommen, beide auch noch aus dem näheren Umkreis des Schützenvereins. „Sie hat früher in der Gaststätte bedient, er war bei uns Jungschütze“, berichtet Roland Neukamm.

Auf Initiative der neuen Pächter hin werden die Gaststätte und die Terrasse jetzt als Nächstes umfassend renoviert. Auch die Dreizimmerwohnung wird jetzt endlich vom Verein in Angriff genommen. Da ist es gut, dass die neuen Pächter auch bereit sind, eine höhere Miete zu zahlen. Auf diese Weise habe der Schützenverein in den kommenden Jahren hoffentlich eher die Möglichkeit, auch mal richtig in das Schützenhaus zu investieren – ohne dass der laufende Betrieb alle Einnahmen direkt auffrisst, hofft der Pressewart. Spätestens im März soll die Renovierung fertig sein und das Restaurant wieder öffnen. Dann soll es mediterrane Küche geben.

Auch für Stammgäste des „Da Santino“ gibt es Neuigkeiten: Santino Magno möchte das Gastronomiegeschäft noch lange nicht aufgeben. Gerade ist er auf der Suche nach neuen Räumen – wieder in Weinstadt.

Seit Mitte Oktober hat die Pizzeria „Da Santino“ im Beutelsbacher Schützenhaus geschlossen. Wer die Website des Vereinslokals besucht, findet den Vermerk: „Wir haben unser Lokal geschlossen und bedanken uns bei allen ehemaligen Gästen für Ihr Verständnis.“ Der Schützenverein Beutelsbach bestätigt auf Nachfrage: Es stimmt, das Lokal ist zu. Am vergangenen Dienstag hat der ehemalige Pächter Santino Magno die Räumlichkeiten an den Verein übergeben. Doch wie kam es dazu?

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