Weinstadt

Das neue Hallenbad beim Bildungszentrum in Weinstadt rückt in greifbare Nähe - dank drei Millionen Euro Zuschuss aus Berlin

MW - OB Hallenbad
So könnte es im neuen Hallenbad aussehen. © Geising + Böker GmbH

Der Bau eines neuen Hallenbads in Weinstadt wird immer wahrscheinlicher. Jetzt hat der Bund zugesagt, das Projekt beim Bildungszentrum mit drei Millionen Euro zu unterstützen. Diese Summe bringt Weinstadt einen großen Schritt voran, deckt sie doch rund ein Viertel der kalkulierten Gesamtkosten von 11,5 Millionen Euro ab. Die Stadt möchte im Jahr 2023 mit dem Bau beginnen und das Bad im Jahr 2025 eröffnen.

Zur Erinnerung: Stadtwerke-Leiter Thomas Meier hatte im Oktober 2020 gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Scharmann den Vorstoß in der seit Jahren ungelösten Weinstädter Bäderfrage gewagt. Weil das marode Stiftsbad in Beutelsbach nicht mehr zu einem vertretbaren Preis sanierungsfähig ist, soll es aufgegeben werden. Stattdessen soll am Bildungszentrum ein neues Ganzjahresbad für alle Bürgerinnen und Bürger entstehen.

Das Finanzamt Waiblingen muss noch grünes Licht geben

Der Plan lautet, das neue Bad in die Stadtwerke zu integrieren und die Gewinne aus den Versorgungsbetrieben Strom, Gas, Wärme und Wasser mit den Verlusten des Bäderbetriebs zu verrechnen. Ob die Zusammenfassung dieser Betriebe zu einem „steuerlichen Querverbund“ möglich ist, prüft das Finanzamt Waiblingen derzeit noch. Bei der Stadt herrscht allerdings Zuversicht, dass diese Prüfung zu einem positiven Ergebnis kommt.

Anders hat es sich mit einem weiteren Förderantrag verhalten, den die Weinstädter an den Investitionspakt Sportstätten gestellt haben. Dieser wurde vor wenigen Tagen abgelehnt. Das Ziel, in einem der beiden Förderprogramme aufgenommen zu werden, sei allerdings erreicht worden, heißt es aus dem Rathaus auf Nachfrage: „Darauf haben wir zwar gehofft, das war jedoch keine Selbstverständlichkeit. Somit haben wir die Fördermöglichkeiten nahezu vollständig ausgeschöpft.“

Oberbürgermeister Scharmann: „Ich bin überglücklich“

Die jetzt bewilligten drei Millionen Euro stammen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Im Rems-Murr-Kreis profitiert davon auch die Stadt Backnang, die drei Millionen Euro für den Ersatzneubau der Backnanger Sporthalle erhält. Für Weinstadt hatte sich der Waiblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer in Berlin starkgemacht.

Wie wichtig die jetzt bewilligten Millionen für die Stadt Weinstadt sind, lässt sich an der Pressemitteilung aus dem Rathaus ablesen. Oberbürgermeister Michael Scharmann feiert den erfolgreichen Förderantrag geradezu enthusiastisch: „Ich bin überglücklich, dass unser Förderantrag so erfolgreich war“, so der Rathauschef, „das ist ein riesiger Erfolg für ganz Weinstadt! Mit dieser enormen finanziellen Förderung aus dem Bundesprogramm haben wir jetzt alle Chancen, unsere Pläne gemeinsam mit den Stadtwerken erfolgreich umzusetzen und damit dieses Thema endlich zu einem tollen Ergebnis für alle zu bringen.“

Das Hallenbad wird ganz in der Nähe der Schulen, des Stadions und des SGCube errichtet

Der Unterstützung des Gemeinderats hatte sich Scharmann bereits im Oktober 2020 versichert. Es scheint, als ob sich mehr als zehn Jahre nach dem großen Bäderstreit in Weinstadt, an den noch heute die Ruine des früheren „Cabrio“ erinnert, eine Lösung abzeichnet. Und zwar ganz in der Nähe der Schulen, des Stadions und des neuen Sportvereinszentrums SGCube.

Über den Namen wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden

Das neue „Funktionsbad“ soll das Stiftsbad möglichst fließend ablösen. Wie es einmal heißen soll, steht aber noch nicht fest. Wird eventuell ein Wettbewerb darüber entscheiden? „Jetzt steht zunächst einmal die Realisierung des Bades im Mittelpunkt der weiteren Arbeit. Die Namensfrage wird dann zu gegebener Zeit auch ein Thema sein“, teilt die Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mit. Im zweiten Quartal soll der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung für das Hallenbad fällen, dann geht es an die Auswahl der Architekten und die Vergabe der Ingenieurleistungen.

Zwei Varianten für den Bau des neuen Hallenbads werden näher geprüft

Grundsätzlich werden nach Angaben der Stadt zwei Varianten des Bads konkreter beleuchtet: Die Variante 1 besteht aus einem 25-Meter-Becken mit vier Bahnen, einem Lehrschwimmbecken sowie einem Kleinkindbereich. Diese Variante hat eine gesamte Wasserfläche von rund 395 Quadratmetern.

Die Variante 2 besteht aus einem 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, zwei Sprungtürmen, einem Lehrschwimmbecken sowie einem Kleinkindbereich. Sie hat eine gesamte Wasserfläche von rund 520 Quadratmetern. In beiden Varianten ist ein kleines Lehrschwimmbecken vorgesehen. Die Südfassade soll in den Sommermonaten durch Schiebefenster weitgehend geöffnet werden können. Im Freien soll es für die Sommermonate einen kleinen Außenbereich geben.

Eine Erweiterung um ein Freibad soll möglich sein

Im nächsten Planungsschritt wollen sich die Verantwortlichen auch mit der Erschließung beschäftigen. Das Hallenbad soll dabei so verortet werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch die Erweiterung um ein Freibad möglich ist.

Der Bau eines neuen Hallenbads in Weinstadt wird immer wahrscheinlicher. Jetzt hat der Bund zugesagt, das Projekt beim Bildungszentrum mit drei Millionen Euro zu unterstützen. Diese Summe bringt Weinstadt einen großen Schritt voran, deckt sie doch rund ein Viertel der kalkulierten Gesamtkosten von 11,5 Millionen Euro ab. Die Stadt möchte im Jahr 2023 mit dem Bau beginnen und das Bad im Jahr 2025 eröffnen.

Zur Erinnerung: Stadtwerke-Leiter Thomas Meier hatte im Oktober 2020 gemeinsam

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