Weinstadt

Das Zukunftshaus zur IBA 2027: Smart Living in Weinstadt-Großheppach

SmartLiving
Oberbürgermeister Michael Scharmann lässt sich von KOP-Chef Steffen Klingler auf den aktuellen Stand beim „Smart Living“ bringen. © Gaby Schneider

„Smart Living“ ist für Steffen Klingler viel mehr als nur die Möglichkeit, „das Licht vom Sofa aus auszumachen“. Der Chef der Weinstädter Planungsfirma KOP ist überzeugt: Intelligente Wohn-, aber auch Firmengebäude werden einen entscheidenden Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Der Strom wird dort verbraucht, wo er zuvor produziert wurde. So ist das auch in Steffen Klinglers Vorzeigeprojekt in Großheppach, einem futuristischen Komplex mit 13 Wohnungen. Er ist der Weinstädter Beitrag zur Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA).

Nach fünf Jahren Bauzeit – es wurden zwischendurch Probleme mit dem Baugrund und einem Einspruch Dritter ausgeräumt – ist das Millionenprojekt auf der Zielgeraden. Die finale Fertigstellung verzögert sich aktuell laut Steffen Klingler wegen Lieferengpässen beim Baumaterial. Doch mittlerweile wohnen die ersten Mieter in dem Komplex in der Mühlhäuserstraße, der ein bisschen wie ein Raumschiff anmutet – und der ja, dieser Eindruck entsteht, wenn man Steffen Klingler schwärmen hört, gewissermaßen selbst ein Bote aus der Zukunft ist.

Das Gebäude ist zugleich Energiequelle und -speicher

So versorgt das Gebäude die 13 Wohnungen selbst mit „zu 100 Prozent regenerativer Energie“, die für „Strom, Wärme- und Kälteerzeugung sowie Trinkwarmwasser“ genutzt wird und aus den Fotovoltaikmodulen auf dem Dach stammt. Gespeichert wird diese Energie im Gebäude selbst.

Dieses sei in seiner traditionellen Bauweise Energiequelle und -speicher, Stoffspeicher, Netz- und Verkehrsknoten zugleich, sagt Klingler. Fünf Jahre Entwicklungsarbeit steckten darin, die in ein ausgeklügeltes, digital abgestimmtes System zwischen Wärmepumpe, Wassertank und Eisspeicher mündeten. Die Außenwände bestehen laut Klingler aus Stein, Recycling-Beton, Holz und Glas. Dämmmaterial? Darauf wurde im Sinne der Nachhaltigkeit verzichtet. Was zu viel an Energie produziert wird, speist das Haus ins öffentliche Netz ein, wirft die Sonnenenergie zu wenig ab, kauft Steffen Klingler Strom zu.

Neu: Ein Renault Zoe, den sich jeder ausleihen darf

Seit kurzem wird in der Mühlhäuserstraße auch Carsharing angeboten: Steffen Klingler hat in Zusammenarbeit mit der Netze-BW ein E-Auto des Anbieters Twist Mobility ans Gebäude-Stromnetz angeschlossen. Den nagelneuen Renault Zoe darf prinzipiell jeder nutzen, nicht nur die Hausbewohner. Darüber freute sich bei einem Vor-Ort-Termin in dieser Woche auch der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann.

Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei, ein Aufzug bringt Fahrräder aufs Dach

Neben den 13 Wohnungen („Früher war es nur eine“, sagt Klingler, nämlich eine Villa), von denen vier bereits vermietet sind, beherbergt das Gebäude schon heute die Massage-Praxis von Eszter Takáts im Erdgeschoss. Weitere Räume könnte dort nach Klinglers Vorstellung die Sozialstation nutzen. Er selbst ist Eigentümer und Vermieter. Seine Zielgruppe, unter anderem: Menschen, die im Alter aus einem Haus in eine kleinere Wohnung umziehen wollen, ohne einen gewissen Luxus einzubüßen.

Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei, und die Badezimmer bieten im Zweifel Platz für eine zweite, pflegende Person. Ein Fahrradaufzug führt aufs Dachgeschoss, wo sich die Zweiräder an Bügel anschließen lassen, an denen sich die Pedelec-Akkus aufladen lassen.

Besonders günstig ist die Miete für die unterschiedlich großen Wohnungen freilich nicht. Circa 14 Euro pro Quadratmeter (orientiert am Mietspiegel) werden laut Steffen Klingler fällig. Allerdings: Der selbst produzierte Strom liege konstant circa 20 Prozent unter den üblichen Marktpreisen.

„Smart Living“ ist für Steffen Klingler viel mehr als nur die Möglichkeit, „das Licht vom Sofa aus auszumachen“. Der Chef der Weinstädter Planungsfirma KOP ist überzeugt: Intelligente Wohn-, aber auch Firmengebäude werden einen entscheidenden Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Der Strom wird dort verbraucht, wo er zuvor produziert wurde. So ist das auch in Steffen Klinglers Vorzeigeprojekt in Großheppach, einem futuristischen Komplex mit 13 Wohnungen. Er ist der Weinstädter Beitrag zur

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