Weinstadt

Dauer-Ärger mit der Telekom

Telefon
Tote Leitung: Klaus Landvatter fragt sich, wann sein Festnetzanschluss bei der Telekom endlich funktioniert. © Jamuna Siehler

Weinstadt-Endersbach. Bürokratie, Schlamperei, Zuständigkeitswirrwarr: Klaus Landvatter aus Endersbach hat mit der Telekom seit Monaten nichts als Ärger. Seit Ende Juni funktioniert zwar endlich sein neuer Internetanschluss – doch sein Festnetztelefon ist weiter tot.

Es hat sich kaum was gebessert: Seit unsere Zeitung Anfang Juni zum ersten Mal über Klaus Landvatters Probleme mit der Telekom berichtete, musste sich der Endersbacher wiederholt über das Unternehmen ärgern. Dabei wollte er nur eines: Kunde werden. Weg von der Telekom-Tochter Congstar, hin zum Mutterkonzern. Das war im April 2015. Die Auftragsbestätigung erhielt Klaus Landvatter von der Telekom am 10. November 2015, der Anschluss sollte am 5. Februar 2016 bereitgestellt werden – doch das klappte nicht. In den folgenden Wochen wiederholte sich dieses Spiel mehrfach. Es war wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem Bill Murray einen Reporter spielt, der in einer Zeitschleife gefangen ist – und ein und denselben Tag immer wieder erleben muss. Klaus Landvatter konnte tun, was er wollte, das Ergebnis war immer dasselbe. Ende Mai wandte sich der Endersbacher an die Zeitung, in der Hoffnung, dass öffentlicher Druck endlich Bewegung in die Sache bringt. Und tatsächlich gab es positive Anzeichen dafür. „In diesem Fall ist wirklich einiges schiefgelaufen: Im Laufe des Wechsels kam es zu Terminverschiebungen und weiteren Fehlern. Wir bedauern diese Fehler und entschuldigen uns“, antwortete Alexia Sailer von der Telekom-Pressestelle drei Tage nach unserer Anfrage. Warme Worte, auf die bislang nur bedingt Taten folgten.

Zusage der Telekom-Pressestelle ist bislang nicht eingehalten worden

Nehmen wir mal das Beispiel mit der monatlichen Leihgebühr für einen Speedportrouter. Klaus Landvatter hat diesen bei der Telekom laut eigener Aussage nie bestellt, trotzdem musste er monatlich 4,94 Euro blechen – und das sogar trotz der Tatsache, dass er eine Stornierungsbestätigung erhalten hatte. Mal abgesehen davon konnte er den Router auch wochenlang gar nicht benutzen. Als unsere Zeitung dies Ende Mai in der Anfrage an die Telekom erwähnte, teilte Sprecherin Alexia Sailer mit, dass der Kunde die Miete für den Router, den er nicht nutzen kann, erstattet bekommt. „Wenn er den Router gar nicht braucht, werden wir eine Rücksendung ermöglichen.“ Die Leihgebühr bekam Klaus Landvatter laut eigener Aussage bislang nicht erstattet. Sprich: Innerhalb eines Monats nach der Zusage durch die Telekom-Pressestelle hat sich nichts getan.

Am 10. Juni erhielt Klaus Landvatter eine neue Auftragsbestätigung. Mal wieder. Der Service der Telekom kündigte an, am 21. Juni vorbeizuschauen, um den Wechsel des Festnetz- und Internetanschlusses zum neuen Anbieter Telekom endlich hinzubekommen. Klaus Landvatter schildert das Ganze so: „Der Service kam, ging direkt zum Hausanschluss, löste ein Kabel, schloss es an einer anderen Stelle an und sagte, so, jetzt muss es funktionieren. Er verband sein Messgerät mit dem Telefonanschluss in der Wohnung, kurzes Warten, Verbindung war da. Ich könne nun meine Zugangsdaten eingeben. Ich bat ihn noch, meine Anschlusskonfiguration anzuschauen, weil ich Zweifel an der weiteren Notwendigkeit des Splitters hatte. So sei alles okay, sein Kommentar. Und weg war er.“ Gebracht hat all das nichts. Also musste Klaus Landvatter wieder mit dem Service der Telekom telefonieren. Nach dem dritten Gespräch konnte ihm jemand helfen. Ihm wurde gesagt, dass ein Signaturkabel fehlt. Also wurde laut dem Endersbacher ein Signaturkabel angeschlossen, die Zugangsdaten wurden eingegeben – und wieder war kein Verbindungsaufbau möglich. PPPoE-Fehler, wie es im Fachjargon heißt. Wieder gab es ein Telefonat mit Service. Klaus Landvatter ging es immer noch wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Immerhin, es gibt auch Lichtblicke: Der Internetanschluss von Klaus Landvatter funktioniert inzwischen seit dem 23. Juni. Auch der Datendurchsatz hat sich stabilisiert, liegt in der Nähe der angegebenen Werte bei 45 Mbit pro Sekunde. Der Festnetzanschluss funktioniert aber immer noch nicht. Am 29. Juni bekam Klaus Landvatter einen Anruf der Telekom, dass die Portierung von Congstar zur Telekom nun erledigt sei. Er könne nun die „Übergangsfestnetznummer“, mit der er seit dem 23. Juni telefonieren konnte, löschen und die alte Nummer wieder im Router aktivieren. „Leider klappte dies nicht, die alte Nummer kann nicht genutzt werden“, teilte Klaus Landvatter unsere Zeitung mit. Die Übergangsnummer sei auch abgeschaltet beziehungsweise es könne nur die Mailbox erreicht werden. „Das Telefon ist also wieder tot.“ Klaus Landvatter rief am 1. Juli wieder beim Service der Telekom an. Antwort: Ja, da sei doch noch ein Problem, man arbeite daran und würde ihn auf dem Handy informieren, wenn es funktioniert.

Zeitschleife wie in der Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“

Übrigens: Am 24. Juni erhielt Klaus Landvatter wieder ein Schreiben der Telekom. Darin steht: „Für die nächsten Schritte brauchen wir von Ihnen den Anbieterwechselauftrag.“ Wer soll da als Kunde noch durchblicken? Der Endersbacher ist jedenfalls weiterhin wie Bill Murray in einer Zeitschleife gefangen. Wobei bei diesem Vergleich immerhin noch etwas Hoffnung mitschwingt: Denn die Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ geht letztlich gut aus. Happy End muss in Hollywood ja sein. Vielleicht ist es im Fall von Klaus Landvatter aber auch wie in den bizarren Geschichten von Franz Kafka, in denen das Individuum anonymen Mächten ausgeliefert ist. Egal was es tut – es kann die Dinge nicht zum Guten wenden.

Telekom sagt nichts

Unsere Zeitung hat sich am 3. Juli an die Telekom-Pressestelle gewandt, um zu Klaus Landvatters Problemen erneut eine Stellungnahme zu erhalten. Als sich diese fünf Tage nicht gemeldet hatte, riefen wir an. Daraufhin wurde uns versprochen, dass wir eine Antwort erhalten. Diese steht noch aus.