Weinstadt

Der Blick für das Besondere

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So ein Steindruck ist für Jutta Hansen-Paal sehr zeitintensiv: Für die farbigen braucht die Künstlerin eine Woche. „Das ist richtiges Handwerk.“ © Schneider / ZVW
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Dieses Gemälde von Jutta Hansen-Paal zeigt einen Weinberg im Winter (Acryl auf Leinwand). © Schneider / ZVW
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"Hagebutten" von Jutta Hansen-Paal. © Leonie Kuhn
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"Coq au vin" von Jutta Hansen-Paal. © Privat
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"À la santé de" von Jutta Hansen-Paal. © Leonie Kuhn
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"Ein Bad" von Jutta Hansen-Paal. © Leonie Kuhn
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Zeichnung von Jutta Hansen-Paal. © Leonie Kuhn
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"Neuigkeiten" von Jutta Hansen-Paal. © Leonie Kuhn
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"Zwei Frauen am Meer" von Jutta Hansen-Paal. © Leonie Kuhn

Weinstadt. Hungrige Kellner, verträumte Badehaubenträgerinnen, feiernde nackte Frauen am Strand: Die Zeichnungen von Jutta Hansen-Paal zeigen Menschen in außergewöhnlichen Alltagsmomenten. Dazu sind in der neuen Ausstellung der Weinstädterin Steindrucke zu sehen, die sie komplett selbst angefertigt hat – eine auch körperlich anstrengende Arbeit.

Video: Jutta Hansen-Paal stellt in der kleinen Destillerie in Gundelsbach aus.

Die Szene aus ihrem Mittelmeer-Urlaub hat sich eingebrannt. Jutta Hansen-Paal sieht es noch deutlich vor sich, wie am Strand diese zwei sehr fülligen Frauen stehen – und beide ganz selbstbewusst einen Bikini tragen. Sie verstecken ihre Pfunde nicht in einem Badeanzug, sondern zeigen sich so, wie sie sind – und das hat der Weinstädterin gut gefallen. Also hat Jutta Hansen-Paal die Erinnerung in einer Zeichnung eingefangen, auf der zwei dicke Frauen von hinten dabei zu beobachten sind, wie sie aufs Meer schauen. Angefertigt hat sie das Ganze mit einem Tuschestift auf Büttenpapier, im Anschluss hat sie die Szene dezent mit Aquarellfarben koloriert. Eine der Frauen trägt rotes Haar, die andere blondes, der Rest ist schwarz-weiß. „Was sie wohl denken? Ich weiß es nicht“, sagt die Künstlerin und lacht. Dass sie diesen Moment eingefangen hat, ist für Jutta Hansen-Paal nichts Ungewöhnliches: Sie ist immer auf der Suche nach dem Besonderen im Unscheinbaren.

Freude an der Arbeit mit Salpetersäure und Walze

In ihrer neuen Ausstellung in der Kleinen Destillerie in Gundelsbach zeigt Jutta Hansen-Paal neben Zeichnungen auch Gemälde, Plastiken und Lithografien. Letztere sind auch unter dem Begriff Steindrucke bekannt und basieren auf einer Erfindung von Alois Senefelder aus dem Jahr 1798. Körperlich ist das Ganze ziemlich anstrengend, dazu kommt noch ein immenser Zeitaufwand: „Mehrfarbdrucke machen über eine Woche Arbeit“, sagt Jutta Hansen-Paal. Das schreckt die Weinstädterin aber nicht ab, im Gegenteil: Sie liebt es, all das selbst zu machen, mit Salpetersäure, Gummi arabicum oder einer Walze zu arbeiten. Schleifen, ätzen, pressen: Der Steindruck ist richtiges Handwerk. Wer die fertigen Werke betrachtet und die Technik nicht kennt, merkt oft gar nicht, welche Mühe dahintersteckt. Manchmal bekommen Künstler auf Ausstellungen mit, wie Besucher tuscheln, dass sie das doch auch gekonnt hätten. Dass da doch nichts dabei ist. Die Antwort darauf muss lauten: Dann macht doch mal, viel Vergnügen!

Den ganzen Artikel können Sie in der Donnerstagsausgabe der Waiblinger Kreiszeitung und in unserem ePaper lesen.

Bis 31. Dezember sind die Werke zu sehen

Jutta Hansen-Paal, 1966 in Stuttgart geboren, kann auf eine vielseitige künstlerische Ausbildung verweisen. Sie war unter anderem in Paris an der École des Beaux-Arts, der berühmtesten Schule für Bildende Künste im französischen Sprachraum. Außerdem hat sie die Europäische Kunstakademie in Trier, die Stuttgarter Kolping-Kunstschule, die Freie Kunstschule Stuttgart und die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart besucht. Sie hat bislang in Deutschland, Spanien und der Schweiz ausgestellt.

Jutta Hansen-Paals neue Ausstellung in der Kleinen Destillerie in Gundelsbach (Gundelsbacher Straße 2) ist noch bis Samstag, 31. Dezember, zu sehen. Geöffnet ist sie immer donnerstags von 16 bis 19 Uhr, freitags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 13 bis 16 Uhr.

Gefreut hat sich die Weinstädter Künstlerin bereits über die sehr gut besuchte Vernissage mit rund 200 Gästen. „Die Räume waren brechend voll.“ Auch hat Jutta Hansen-Paal schon einige der ausgestellten Werke verkauft.