Weinstadt

Die OB-Kandidaten zur Kultur

fa54b897-944f-4720-aca6-32022f6e59ed.jpg_0
Die OB-Kandidaten für Weinstadt. © ZVW

Weinstadt. Der Countdown läuft: Am Sonntag wählen die Weinstädter ihr neues Stadtoberhaupt. Wer noch unentschlossen ist, kann in dieser Ausgabe lesen, was die Kandidaten Alexander Bauer, Michael Scharmann und Helga Hohmann zum Thema Kultur zu sagen haben.

„Zunächst muss den potenziellen Unternehmen die herausragende Struktur in Weinstadt bekannt sein. Dies wird durch die Entwicklung einer eigenen Marke Weinstadt erreicht. Ohne einem kreativen Findungsprozess vorgreifen zu wollen, sehe ich einen Slogan wie ‘Weinstadt – Innovation trifft Tradition’ als eine grundlegende Basis für dieses Vorhaben.“ Als der Stuttgarter Hans Batschauer dies auf der Internetseite von OB-Kandidat Michael Scharmann las, ärgerte er sich – und schrieb unserer Zeitung einen offenen Brief. „Als Marketing- und Kommunikationsexperte war ich fassungslos.“ Denn Weinstadt wirbt mit dem Slogan „Kultur trifft Natur“ seit Jahren für sich. Der Stuttgarter findet: Einen bewährten Slogan sollte niemand einfach so aufgeben.

Für Scharmann sind kleine und große Initiativen wichtig

Das hat Scharmann laut eigenem Bekunden aber nie beabsichtigt. Er steht hinter dem Slogan „Kultur trifft Natur“. „Das ist aus meiner Sicht ein Motto, das immer noch gut ausdrückt, was das Geheimnis von Weinstadt ist.“ Er schlägt lediglich vor, mit „Innovation trifft Tradition“ ausschließlich für den Bereich Wirtschaftsförderung einen zweiten Slogan zu kreieren – um so ein positives Image aufzubauen.

Beim kulturellen Leben gibt es laut Scharmann viele Pfunde, mit denen Weinstadt wuchern kann. Neben den vielen kulturellen Veranstaltungen der Stadt leiste zum Beispiel der Jazzclub Armer Konrad eine hervorragende Arbeit. „Wir haben unsere Vereine, aber auch die Kirbejugend in Schnait und Beutelsbach. Wenn Weinstadt am Sonntag nach der Wahl der Schauplatz des größten Weinfestes im Remstal ist, dann ist das ein Beispiel für die Ausstrahlung, die die Stadt hat.“ Förderung der Kultur bedeutet für Scharmann aber auch Förderung von Offenheit und Toleranz. Für ihn sind kleine und große Initiativen wichtig.

Außenwirkung erzielt Weinstadt aus Scharmanns Sicht zum Beispiel mit den derzeit laufenden Literaturtagen, mit eigenen Ideen oder im Verbund mit anderen. „Für den Verbund mit anderen gibt es die Kulturregion Stuttgart, die momentan ein Lichtkunstfestival veranstaltet, das leider ohne Weinstadt stattfindet. Ich meine, es öffnet der Stadt neue Möglichkeiten, wenn wir dort Mitglied werden.“ Kultur sollte laut Scharmann auch nicht ausschließlich mit Stadtmarketing gleichgesetzt werden.

Kultur sei in Weinstadt eine ausbaufähige Marke, so Bauer

Für Alexander Bauer fördert ein vielfältiges kulturelles Leben das Gemeinschaftsgefühl. „Deshalb wird die verlässliche Förderung kultureller Initiativen für mich ein Schwerpunkt sein.“ Weinstadt habe schon ein vielfältiges Kulturangebot, dies trage zur Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt bei. „Ein fruchtbarer Acker, der auch in Zukunft gut bestellt werden muss.“ Kultur sei in Weinstadt eine ausbaufähige Marke, die viel Potenzial mit Strahlkraft habe. Die Kulturschaffenden und die Vereine verfügten über hervorragende Netzwerke. Mit diesem Kreis und den Bürgern möchte Bauer ein Gesamtkulturkonzept erarbeiten.

Als Bestandteile für ein solches Kulturkonzept sieht der 48-Jährige auch die Städtepartnerschaften als „einen starken Anker in der derzeit rauen europäischen See“. Ein regelmäßiger Jugendaustausch sei ein zentraler Punkt. Zur Kultur gehört für Bauer auch ein gutes Schulangebot ebenso wie die Förderung der Jugendarbeit. Von Seiten der Stadt müsse allen Engagierten eine verlässliche, über Jahre reichende Förderung zur Verfügung stehen. „Kultur ist ein weites Feld. Deshalb müssen wir gemeinsam ein Konzept erarbeiten, in dem jeder Ortsteil sein spezifisches Highlight zum Leuchten bringen und damit zu einem strahlenden Gesamtbild für Weinstadt hinzufügen kann.“

Für Hohmann ist auch die Pflege der Streuobstwiesen wichtig

Für Helga Hohmann gehört zu Kultur mehr als nur Veranstaltungen. Aus ihrer Sicht ist auch die Alltagskultur wichtig, wie etwa die Pflege der Streuobstwiesen. Finanziellen Spielraum, im Amt für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Stadtmarketing aufzustocken, sieht sie nicht. Sie würde allerdings die Stelle jenes Mitarbeiters aufwerten, der für bürgerschaftliches Engagement zuständig ist. Hohmann will daraus eine Stabsstelle machen, um den Job in der rathausinternen Hierarchie zu stärken. „Wenn ich so eine Stelle ganz unten ansiedele, geht vieles verloren.“

@ Am Sonntag erfahren Sie ab 18 Uhr in unserem Liveticker alles über den Ausgang der Wahl. Mehr zu den Kandidaten im Wahlportal.