Weinstadt

Digitalisierung: Starthilfe für Händler in Waiblingen, Weinstadt, Winnenden und Fellbach

ZVW-digital02
Apotheker Tobias Grübel, Remstalmarkt-Chef Rocco Capurso, Max Pfund vom Waiblinger Innenstadtmanagement, Friedrich Benz vom Stadtmarketing Fellbach, der Waiblinger Verleger und BdS-Vorsitzende Ullrich Villinger und der Weinstädter Wirtschaftsförderer Karlheinz Heinisch feiern den Startschuss für ein Projekt, das die Digitalisierung im Einzelhandel in Weinstadt, Waiblingen, Winnenden und Fellbach vorantreiben soll. © Ralph Steinemann

Eine Viertelmillion Euro hat Rocco Capurso in den vergangenen Jahren in die Digitalisierung seiner Märkte in Weinstadt und Schorndorf gesteckt. „Wir sind durchdigitalisiert“, sagt er bei einem Pressetermin vor seinem Remstalmarkt Mack in Endersbach. Viele, insbesondere kleinere Einzelhändler sind davon noch meilenweit entfernt. Das soll sich durch ein Projekt der Städte Fellbach, Waiblingen, Weinstadt und Winnenden ändern, das vom Verband Region Stuttgart (VRS) mit 75 000 Euro gefördert wird. 15 000 Euro steuert zudem der Landkreis Rems-Murr bei. Überschrieben ist das Projekt mit: „1+1 = Erfolg – Stationären Einzelhandel durch digitale Konzepte erfolgreich und resilient machen“.

Partner sind der Einzelhandelsverband und der Zeitungsverlag Waiblingen mit seiner Digitalagentur „ZVW digital“. Ihre Aufgabe: die Betriebe auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten.

Der erste Schritt: Die Einzelhändler müssen überzeugt werden

Ein erster Schritt wird es dabei sein, die Einzelhändler davon zu überzeugen, den digitalen Wandel für sich zu nutzen. Ullrich Villinger, Zeitungsverleger und Vorsitzender des Bunds der Selbstständigen in Waiblingen, ist überzeugt: Nur im Ort präsent zu sein, reicht in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Auch online müssen Händler sich zeigen, auffindbar sein: „Wer nicht beide Märkte bedient, wird vom Markt verschwinden“, sagt Ullrich Villinger. Und das gilt es zu verhindern.

Die Corona-Krise hat den Trend zur Digitalisierung noch verstärkt. Gerade in Zeiten des Lockdowns haben auch stationäre Einzelhändler gemerkt, wie wertvoll der Handel oder zumindest die Erreichbarkeit im Internet für sie ist. In einer Pressemitteilung des VRS heißt es, „der Verzicht auf digitale Tools wie Webshops, Social-Media-Strategien oder einen ,Google My Business'-Eintrag“ komme „einem digitalen Leerstand“ gleich. Weil die praktische Umsetzung für kleine Händler aber schwer zu bewerkstelligen sei, wollten die Städte Fellbach, Waiblingen, Weinstadt und Winnenden ihre Selbstständigen dabei unterstützen.

Die Kosten für die Unternehmen sollen gering gehalten werden

Dank der Fördergelder des VRS und des Landkreises soll die finanzielle Eigenbeteiligung sich nach Angaben des Waiblinger Wirtschaftsförderers Marc Funk „auf einen Obolus“ beschränken. Die Waiblinger Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WTM) hat das interkommunale Projekt koordiniert.

Sein Weinstädter Kollege Karlheinz Heinisch sieht es als die „größte Aufgabe“ der Kommunen an, „die kleinen Betriebe mit ins Boot zu holen“, sie davon zu überzeugen, den Schritt in die Zukunft zu gehen. Später sollen die Betriebe, die sich von der Agentur „ZVW digital“ beraten lassen, untereinander vernetzt werden und wechselseitig von ihren Erfahrungen profitieren.

Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist laut VRS eine „Verzahnung von Fortbildung, Beratung, Coaching und Implementierung von Maßnahmen“. Großer Wert soll dabei „auf die Umsetzbarkeit erlernten Wissens und die Implementierung digitaler Instrumente in die unternehmerische Praxis gelegt“ werden.

Stärkung der Zentren durch Modernisierung

"ZVW digital" hilft dann dabei, Maßnahmen, Projekte und Strategien gezielt umzusetzen, um die Unternehmen in der täglichen Arbeit zu entlasten und um Prozesse schnell in Anwendung zu bringen.

Am Dienstag beim Startschuss des Projekts vor dem Remstalmarkt Mack betonen alle Beteiligten, dass Digitalisierung und stationärer Handel sich keinesfalls widersprechen. Vielmehr sollen Zentren wie die Einkaufsstraße durch die Digitalisierung der Betriebe vor Ort gestärkt werden – im Wettbewerb mit den großen Onlinehändlern.

Eine Viertelmillion Euro hat Rocco Capurso in den vergangenen Jahren in die Digitalisierung seiner Märkte in Weinstadt und Schorndorf gesteckt. „Wir sind durchdigitalisiert“, sagt er bei einem Pressetermin vor seinem Remstalmarkt Mack in Endersbach. Viele, insbesondere kleinere Einzelhändler sind davon noch meilenweit entfernt. Das soll sich durch ein Projekt der Städte Fellbach, Waiblingen, Weinstadt und Winnenden ändern, das vom Verband Region Stuttgart (VRS) mit 75 000 Euro gefördert

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper