Weinstadt

Drei neue, legale Graffiti-Wände in Weinstadt

Corona Jugend
Das Werk eines Nachwuchskünstlers in der Unterführung zum Birkelareal. Legale Graffiti-Wände ermöglichen jungen Menschen, sich künstlerisch auszudrücken. Auch in der Corona-Krise. © Gabriel Habermann

Seit drei Jahrzehnten sprühen junge Menschen in der Unterführung zum Birkelareal vor Kreativität. Diese legale Möglichkeit, bunte Graffiti-Kunst zu erschaffen, fällt jetzt weg, weil die Straße für den öffentlichen Straßenverkehr freigegeben wird. Immerhin: Der Weinstädter Jugendgemeinderat hat erreicht, dass neue legale Möglichkeiten geschaffen werden. So soll unter anderem beim Skaterplatz am Stadion eine Fläche errichtet werden. Einer Graffitiwand in der "Grünen Mitte" erteilten die Stadträte hingegen eine Absage.

Drei neue Möglichkeiten für Sprayer

Insgesamt drei neue Flächen wird es für legale Graffitis geben. Bereits bestehende Flächen sind die Stützwand beim Globus-Baumarkt an der B 29 in Richtung Schorndorf – hier gibt der Marktführer grünes Licht für Sprayer – und die Betonwand am Basketballfeld bei den Tennisplätzen des TC Rems, die in städtischer Hand ist. „Die Mauer wird heute schon genutzt, halt noch illegal“, sagte Stadtjugendreferent Kurt Meyer in der Sitzung des Gemeinderats am vergangenen Donnerstag, „und bei den Tennisplätzen wird auch schon fleißig gesprayt. Wir werden dann öffentlich bekanntgeben, dass da jetzt gesprayt werden kann.“

Umgekehrt gilt das auch für die „Hall of Fame“, die legale Graffiti-Fläche im Kalkofen an der Unterführung zum Birkelareal. Hier sollen Schilder angebracht werden, die das Sprayen fortan untersagen.

Ein Weg aus der Illegalität und die Chance, sich auszudrücken

Das hängt mit der Freigabe für den öffentlichen Verkehr zusammen, der sich mit den Sprüh-Aktivitäten nicht verträgt. Denn grundsätzlich sieht die Stadt das in den 90er Jahren gestartete Projekt als großen Erfolg an. Kurt Meyer sagte: „Wer dort spazieren gegangen ist, hat gesehen: Hier herrschte ständig buntes Treiben. Teilweise kann man sich darüber streiten, ob einem die Motive gefallen oder nicht, aber darum geht' s nicht. Das ist eine Ausdrucksmöglichkeit für junge Künstler. Gleichzeitig ist der Weg bereitet worden, aus der Illegalität herauszukommen und an geeigneten Flächen zu zeigen, was man kann.“

Rajiv Heimann, der neue Vorsitzende des Jugendgemeinderats, hatte zuvor einen entsprechenden Antrag für neue Flächen vorgetragen, den das junge Gremium bereits im vergangenen Juni eingereicht hat. Dieser Antrag fand jetzt großen Anklang, lediglich die Idee, eine Graffitiwand in der „Grünen Mitte“ zu errichten, lehnten Verwaltung und Stadträte ab. Das Konfliktpotenzial mit den vielen verschiedenen Nutzern des Parks sei zu groß. Die Standorte Globus und Basketballplatz werden als unproblematisch eingeschätzt.

Befürchtung: Wird die neue Holzwand "abgefackelt"?

Etwas Bauchschmerzen bereitet den Verantwortlichen eine neue Holzwand für den Skaterplatz beim Stadion in Benzach. SPD-Rat Hans Randler hegte Bedenken, dass diese Konstruktion, die ohnehin „nichts für die Ewigkeit“ (Zitat Meyer) sein soll, früher oder später „abgefackelt“ werde – wie schon andere Holzbauten in dem Bereich zuvor. Diese Gefahr sei, so Kurt Mayer, „nicht ganz von der Hand zu weisen“. Der Stadtjugendreferent will die Jugendlichen selbst an der Aufstellung der Wand beteiligen – und so für hohe Akzeptanz und Selbstkontrolle sorgen.

Bei zwei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat schließlich für die neuen legalen Graffiti-Möglichkeiten.

Seit drei Jahrzehnten sprühen junge Menschen in der Unterführung zum Birkelareal vor Kreativität. Diese legale Möglichkeit, bunte Graffiti-Kunst zu erschaffen, fällt jetzt weg, weil die Straße für den öffentlichen Straßenverkehr freigegeben wird. Immerhin: Der Weinstädter Jugendgemeinderat hat erreicht, dass neue legale Möglichkeiten geschaffen werden. So soll unter anderem beim Skaterplatz am Stadion eine Fläche errichtet werden. Einer Graffitiwand in der "Grünen Mitte" erteilten die

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