Weinstadt

Drei Schüler des Remstal-Gymnasiums nicht mit Coronavirus infiziert

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Rund 900 Schüler hat das Weinstädter Remstal-Gymnasium. Fast alle durften am Montag wieder regulär zur Schule gehen. © ZVW/Benjamin Büttner

Weinstadt.
Die drei Schüler des Remstal-Gymnasiums zeigen bislang keine Symptome: Kein Wunder. Die Kinder des 53-jährigen Familienvaters, der am Coronavirus erkrankt ist, sind nicht mit dem Virus infiziert, teilte das Landratsamt Rems-Murr am Montagabend mit. Das Testergebnis sei negativ. Der Test wurde laut Matthias Wenzke, Rektor des Weinstädter Remstal-Gymnasiums, am vergangenen Freitag vorgenommen, die Auswertung dauert rund 72 Stunden. Heißt: Spätestens Montagabend sollte ein Ergebnis vorgelegen haben. Und tat es.

Wenn eine Person positiv auf Covid-19 getestet wird, dann geht diese Information zuerst ans Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises. Dort wird das weitere Vorgehen beraten, ehe der Schulträger informiert wird – sprich im Fall des Remstal-Gymnasiums die Stadt Weinstadt. Und die wiederum sagt dann Matthias Wenzke Bescheid. Allerdings heißt das nicht, dass der Rektor dann auch autorisiert ist, auf die Presse zuzugehen. Dafür ist die Pressestelle des Landratsamts zuständig. Um 18.53 Uhr kam die lapidare Meldung „Die Testergebnisse der drei Schüler des Remstalgymnasiums, die Kontakt zu einem Infizierten hatten, sind negativ.“

25 Personen waren in Südtirol und müssen zuhause bleiben

Im Gegensatz zum Freitag war die Lage am Remstal-Gymnasium am Montag nach Angaben des Schulleiters schon deutlich entspannter. „Der erste Schock ist verdaut bei allen Beteiligten.“ Aktuell dürfen 25 Personen bis einschließlich Freitag, 13. März, nicht zur Schule kommen, da sie sich im Corona-Risikogebiet Südtirol aufgehalten haben. Zu den Personen zählen nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer. Noch am Freitag ließ Matthias Wenzke rund 250 der 900 Gymnasiasten nach Hause schicken. Betroffen davon waren nicht nur die Schüler jener drei Klassen, deren Mitglied die Kinder des infizierten Vaters sind, sondern auch Schüler aus anderen Klassen, die aufgrund von klassenübergreifendem Unterricht ebenfalls Kontakt hatten – sei es in Sport, der zweiten Fremdsprache oder Religion.

Jene Kinder, die in Südtirol im Urlaub waren und nun bis einschließlich Freitag zu Hause bleiben müssen, erhalten nach Angaben des Rektors in allen Fächern von den jeweiligen Lehrern Arbeitsmaterialien – und zwar per Mail. Der Stoff muss demnach zu Hause nachgeholt werden. Wenn die Kinder eine Klassenarbeit verpassen, gibt es zwei Möglichkeiten für die Lehrer: Sie können die Schüler später testen oder aufs Nachschreiben verzichten. Wird die Klassenarbeit nachgeholt, soll dies nach Wenzkes Darstellung so geschehen, dass die Schüler nicht gleichzeitig noch andere Tests schreiben müssen.

Zur Sicherheit hat der Rektor auch einige schulinterne Veranstaltungen abgesagt, darunter ein Konzert. Die fachpraktische Abiturprüfung im Fach Musik fand vergangenen Donnerstag und Freitag planmäßig statt, Gleiches galt für die fachpraktische Abiprüfung in Kunst am Montag. Einen Grund, diese zu verschieben, gab es nach Wenzkes Angaben nicht. „Keiner war in Südtirol.“ Wegen der Abiturprüfungen, die am 22. April starten sollen, macht sich der Rektor jetzt noch keine Gedanken – zumal ohnehin das Kultusministerium hier die Entscheidungen trifft. „Bis dahin fließt noch viel Wasser die Rems runter.“

Auf Bitten des Elternbeirats hat Wenzke das Schreiben, das er am Freitag an alle Eltern verfasste, am selben Tag abends auf die Homepage des Remstal-Gymnasiums gestellt. Der Rektor hat es fürs Internet lediglich anonymisiert. Allgemein versucht er, in Sachen Corona sowohl Panik als auch Nachlässigkeit zu vermeiden. „Wir müssen versuchen, die Balance zu finden.“ Unsere Zeitung hätte auch gerne den Elternbeirat der Schule zu Wort kommen lassen – der Vorsitzende und seine Stellvertreterin waren allerdings am Montag nicht erreichbar.