Weinstadt

Dringend benötigte Kita-Plätze in Weinstadt: Wann ist die Rappelkiste fertig?

Rappelkiste
Umbau und Anbau sind so gut wie fertig, die Außenanlagen werden im Frühling angelegt. © Gabriel Habermann

Knapp 1,24 Millionen Euro waren bei der ersten Präsentation 2019 für Umbau und Erweiterung der evangelischen Kita Rappelkiste in Strümpfelbach angesetzt - jetzt sind es doch fast 1,85 Millionen geworden. „Es ist die absolut ungünstigste Zeit, etwas zu bauen“, sagt Pfarrer Helmut Kaschler mit Blick auf die vielen Herausforderungen, die der Umbau seit dem Baustart im April vor einem Jahr mit sich gebracht hat.

Trotzdem ist die Kirchengemeinde stolz darauf, dass alles gut geklappt hat - und die dringend gebrauchte dritte Kindergartengruppe hoffentlich schon bald starten kann.

Dritte Gruppe startet hoffentlich schon bald

Im Kindergarten Rappelkiste herrscht gerade im vorderen Bereich ganz normaler Betrieb, alles andere ist Baustelle. Zwei Gruppenräume im Altbau sind für die immerhin um die 40 Kinder zwischen drei und sechs Jahren in den zwei Betreuungsgruppen noch geblieben, alles andere ist saniert worden. Aus den im neuen Glanz erstrahlenden sanierten Räumen, die ursprünglich einmal Wohnungen waren, führt ein Brückengang hinüber in den neuen Anbau.

Handwerker führen gerade noch die letzten Handgriffe durch, kommende Woche sollen die Möbel kommen, dann stehen verschiedene Besichtigungen an. Wenn die Kirchengemeinde wie geplant zum 1. März die Betriebserlaubnis für die neuen Räume bekommt, soll die neue dritte Gruppe ab sofort nach und nach aufgebaut werden. Die Platzvergabe läuft über die Stadt.

Kindergartenbetrieb neben Baustelle eine Herausforderung

Aus zwei bestehenden Gruppen werden dann drei – und in jede der altersgemischten Gruppen kommen dann nach und nach neue Kinder dazu, erklärt Andrea Brukner. Gemeinsam mit Ulrike Nardella hat sie die Leitung der evangelischen Kita inne. Sie blickt auf kein einfaches Kindergartenjahr zurück: der Betrieb mit Baustelle gleich daneben, oft eine Herausforderung. Zwar sei es gelungen, besonders laute Arbeitsschritte verstärkt auf die Nachmittage zu verlegen und gerade im Sommer habe der ein oder andere Waldtag helfen können. Aber ganz ohne Lärm und Ablenkung geht so eine Baustelle eben nicht über die Bühne.

Trotzdem freut sich die Kindergartenleiterin sehr auf den Betrieb im neuen Gebäude. Den Bau haben sie und ihre Kollegin eng begleitet, ihre Erfahrungen aus dem Kindergartenalltag einfließen lassen: Wo braucht es Steckdosen? Wo dürfen keine hin? Wie holt man maximal viel Fläche zum Spielen raus? Vieles habe sich während des Bauprozesses noch entwickelt, berichtet Andrea Brukner. Der grob würfelförmige neue Trakt mit den großen Fenstern ist ein „Holz 100“-Bau: Massiv nach zertifiziertem Verfahren aus regionalem Nadelholz gefertigt, kommen diese Baumodule laut der Erfinder-Firma Thoma aus Österreich ganz ohne Leim oder Metallteile aus.

Klimaneutral und effizient: Evangelische Kirchengemeinde hat beim Bau genau hingeschaut

Außerdem sei auch die gesamte Herstellungskette zu 100 Prozent CO2-neutral, so Pfarrer Kaschler stolz. Er wolle gerne voraussichtig bauen - immerhin sei die Rappelkiste 2007 auch der erste evangelische Kindergarten der Landeskirche mit einer PV-Anlage gewesen. Diese produziert bis heute Strom.

Das neue Gebäude wird künftig den Energiestandard KfW 40 erreichen. Aufs Dach kommt noch eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher, in den Keller ist gerade eine neue Pelletheizung eingezogen. „Der Bau wird nachher kaum ins Gewicht fallen bei den Energiekosten“, ist sich der Pfarrer sicher. Fast alle Leistungen wurden außerdem in Strümpfelbach, Weinstadt oder zumindest der näheren Region vergeben. Er und die Strümpfelbacher Kirchengemeinde hätten sich mit Nachdruck für diese besonders klimafreundliche Bauweise eingesetzt, berichtet er, immer mit Unterstützung der Stadt Weinstadt - wohl aber nicht immer ganz zur Begeisterung der Evangelischen Landeskirche.

Die Stadt Weinstadt trägt die Baukosten für den Umbau und die Erweiterung, die evangelische Kirchengemeinde ist aber Bauherr und bleibt alleiniger Eigentümer der Kita. Eine Win-win-Situation, findet der Pfarrer.

Knapp 1,24 Millionen Euro waren bei der ersten Präsentation 2019 für Umbau und Erweiterung der evangelischen Kita Rappelkiste in Strümpfelbach angesetzt - jetzt sind es doch fast 1,85 Millionen geworden. „Es ist die absolut ungünstigste Zeit, etwas zu bauen“, sagt Pfarrer Helmut Kaschler mit Blick auf die vielen Herausforderungen, die der Umbau seit dem Baustart im April vor einem Jahr mit sich gebracht hat.

Trotzdem ist die Kirchengemeinde stolz darauf, dass alles gut geklappt hat -

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