Weinstadt

Ehemaliges Altenheim wird umgebaut: Das wird aus dem Landhaus Sonnenhalde

SonnenhaldeImmo
Thomas Brandl von der Stuttgarter Immobilienfirma Terra Consult betreut das Projekt „Landhaus Sonnenhalde“. © Gaby Schneider

Das ehemalige Seniorenheim „Landhaus Sonnenhalde“ liegt seit der Insolvenz des Betreibers im vergangenen Frühjahr verlassen da: Die Rollläden sind heruntergelassen, der Garten ist verwildert. In der Küche sind längst alle Geräte herausgebrochen, die Fliesen sind verstaubt. Im ehemaligen Esszimmer erinnert nur noch ein an der Decke aufgehängter und mit Herzchen aus rotem Glanzpapier geschmückter Ast daran, wie hier bis vor kurzem noch Menschen gesellig zusammensaßen.

„Hier hat man noch am ehesten das Gefühl, dass das hier mal eine größere Einrichtung war“, sagt Thomas Brandl, Verkaufsleiter der Stuttgarter Immobilienfirma Terra Consult. Er durchschreitet den großen Raum, zieht die Rollläden hoch, lässt die Herbstsonne herein. Das Haus hat Südlage und liegt am Hang. Aus den Zimmern auf dieser Seite des Hauses blickt man direkt auf den Schurwald. Es sind gerade dieser unverstellte Blick ins Grüne und die gemütliche Lage des Hauses mitten im Wohngebiet, die seine Firma davon überzeugt haben, das ehemalige Heim zu kaufen.

Das Landhaus besteht eigentlich aus drei Häusern

„Wir sind seit 30 Jahren in Stuttgart und Umgebung tätig“, erklärt der Verkaufsleiter. In Weinstadt hat Terra Consult momentan noch eine andere Immobilie. „Dadurch haben wir mitbekommen, dass das Haus hier leersteht.“ Thomas Brandl weiß über das Gebäude gut Bescheid – oder besser: über die drei Gebäude. „Früher waren das hier drei einzelne Häuser, die mit der Zeit zusammengewachsen sind.“ Heute noch hat das „Landhaus Sonnenhalde“ deshalb drei verschiedene Hausnummern. Bis die Immobilienfirma das ehemalige Heim aufgekauft hat, gehörten alle drei Teile sogar immer noch verschiedenen Eigentümern. „Der älteste Teil ist von 1966. Die beiden anderen Häuser sind Anfang und Mitte der 70er Jahre gebaut worden.“

Faszinierenderweise hätte das Haus Sonnenhalde nie ein Seniorenheim werden sollen. Die Hausnummer 18, in der das Seniorenheim Mitte der 70er Jahre ursprünglich eröffnet werden sollte, wurde für einen ganz anderen Zweck gebaut: „Es sollte eine Schönheitsfarm werden“, erzählt Thomas Brandl. Aus diesem Vorhaben sei dann aber schon gleich nach dem Bau doch nichts geworden – statt Wellness-Gästen zogen Senioren ein.

Im Keller versteckt sich ein Schwimmbecken

An die Wellnessfarm erinnern nur noch die großen Panorama-Fenster im Gartengeschoss. „Hier war ein Schwimmbecken drin, das aber – soweit ich weiß – nie benutzt, sondern direkt überdeckelt wurde“, sagt der Immobilien-Fachmann.

Die beiden anderen Gebäude, die nach und nach zum Heim dazugekommen sind, waren hingegen ursprünglich ganz gewöhnliche Wohnhäuser. Je genauer man hinschaut, desto mehr entpuppt sich das „Landhaus Sonnenhalde“ als in sich verwachsenes Puzzle: So kam erst Ende der 90er Jahre der an der Straße gut sichtbare Vorbau dazu, in dem sich ein zweiter Aufzug und ein Rampensystem befinden, und der die drei Gebäude endgültig miteinander verbindet.

„Hier ist noch sichtbar, dass dieser Raum hier zum Beispiel mal ein typisches 70er-Jahre-Wohnzimmer war“, sagt Thomas Brandl und führt durch die Räume des ältesten Teils. Es fällt leicht, sich vorzustellen, dass diese einzelnen Zimmer, an deren Türrahmen teilweise noch die Namensschilder der ehemaligen Heimbewohner hängen, einmal eine nette kleine Dreizimmerwohnung waren.

Umwandlung zurück zum klassischen Wohnen

Doch was hat Terra Consult nun mit der neu erworbenen Immobilie vor? Im Moment plant die Firma, hier 16 seniorengerechte Eigentumswohnungen anzulegen. Sie seien als Firma spezialisiert darauf, aus älteren Immobilien Wohnraum zu schaffen, so Thomas Brandl.

Es soll hier also eine Umwandlung von kommerzieller Nutzung zurück zum klassischen Wohnen stattfinden – etwas, dass sich bei der Lage der Gebäude ja durchaus anbietet. Gleichzeitig soll so viel wie nur möglich vom jetzigen Bestand übernommen werden.

Eine gute Basis für so ein Projekt sei allemal vorhanden: Barrierefreiheit ist dank der breiten Flure und Türen und der beiden Aufzüge ja schon gegeben. Klar, manche Dinge müssen verändert werden: Die großen Sanitärräume mit den Dusch-Liften für unbewegliche Menschen müssten wegfallen, da sich diese Räume im Kellergeschoss befänden, sagt der Immobilien-Fachmann. Stattdessen sollen dort Abstellräume entstehen. Die einzelnen Wohnungen sollen ganz verschieden groß sein: „Vom Einzimmerapartment bis zur großzügigen Vierzimmerwohnung soll alles dabei sein.“

Thomas Brandl hält diese Art von Bauen für die dritte Lebensphase für äußerst zukunftsträchtig: „Die Menschen werden mit einem großen Einfamilienhaus alt, es wächst ihnen aber oft immer mehr über den Kopf“, glaubt er. Eine barrierefreie Eigentumswohnung in gewohnter Umgebung sei für diese Menschen eine gute Alternative. „Aber nicht nur Senioren können hier einziehen: Wir bieten die Wohnungen dann natürlich breitflächig an.“

In knapp einem Jahr soll der Verkauf der Wohnungen beginnen, danach soll umgebaut werden. In Stein gemeißelt ist aber bis jetzt noch nichts – auch nicht der Kaufpreis: Der Architekt ist im Moment noch mit der Planung beschäftigt.

Das ehemalige Seniorenheim „Landhaus Sonnenhalde“ liegt seit der Insolvenz des Betreibers im vergangenen Frühjahr verlassen da: Die Rollläden sind heruntergelassen, der Garten ist verwildert. In der Küche sind längst alle Geräte herausgebrochen, die Fliesen sind verstaubt. Im ehemaligen Esszimmer erinnert nur noch ein an der Decke aufgehängter und mit Herzchen aus rotem Glanzpapier geschmückter Ast daran, wie hier bis vor kurzem noch Menschen gesellig zusammensaßen.

„Hier hat man noch

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