Weinstadt

Ein neuer Hofladen für Großheppach: So ist das Konzept

HofladenHaecker
Das Team des neuen Ladens: Gerd Häcker (ganz rechts), Birgit und Jens Häcker mit Töchterchen Ida. © Gaby Schneider

Im Heuweg 16 steht seit kurzem eine neue Lagerhalle: Das anthrazitfarbene Gebäude unweit der B 29 gehört der Obstbauer-Familie Häcker. Seit drei Generationen bauen die Häckers hier in und um Großheppach Obst und Wein an. Traditionell bringt der Familienbetrieb seine Ernte auf den Wochenmarkt nach Aalen – dort hat schon der Großvater verkauft. Als zusätzliches Standbein haben die Häckers in einem Nebenraum der neuen Halle einen Hofladen eingerichtet: An diesem Montag soll hier der Verkauf starten.

Neueröffnung trotz Corona

Die Regale sind ganz neu, es duftet nach frischem Holz und nach den Äpfeln, die in ihren Kisten bereits auf die ersten Kunden warten. Die kleine Ida, das jüngste Mitglied der Familie Häcker, testet schon mal, ob die Waage auf dem Tresen auch wirklich funktioniert. Der Ladeneröffnung am Montag, 30. November, scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Auch von Corona wollen sich die Obstbauern nicht aufhalten lassen.

„Wer weiß, wie lange das mit dem Corona noch geht“, sagt Jens Häcker. Den Bau der neuen Halle hat die Pandemie zum Glück nicht verzögert. Und der Trend zum regionalen Einkaufen, den Corona ja sogar noch verstärkt hat, ist eine gute Voraussetzung dafür, dass der Start im Heuweg 16 auch gelingt.

Angebot und Preise ähnlich wie auf dem Markt

Das Angebot im neuen Hofladen soll ähnlich werden, wie auf dem Markt. Auch die Preise würden davon nicht groß abweichen, sagt Jens Häcker. Zusätzlich zum Marktsortiment wird der Hofladen aber auch Gemüse anbieten. Das bauen die Häckers allerdings nicht selber an. „Wir versuchen, alle Produkte möglichst regional zu beziehen“, erklärt Gerd Häcker. „Das Gemüse beziehen wir im Moment von Daniel Schmied aus Waiblingen und der Gärtnerei Merz in Kernen.“

Mit Discounter-Preisen könnten sie nicht mithalten, stellt Gerd Häcker klar. Aber auf dieses Niveau will er sich auch nicht herablassen: „In der Werbung hört man immer nur: billig, billig, billig. Die Qualität interessiert offenbar keinen.“ Er wünscht sich, dass die Kaufgewohnheit der Menschen wieder ein bisschen mehr so wird wie früher: eben keine Himbeeren aus Marokko zu Weihnachten, sondern eine Rückbesinnung auf saisonale Lebensmittel.

Regional, qualitativ hochwertig, nicht bio

Regional und qualitativ hochwertig soll die Ware in ihrem Laden sein. Mit Bio oder Nicht-Bio habe das wenig zu tun: „Alle Bauern müssen mit den gleichen Schädlingen kämpfen und sie auf die ein oder andere Weise bekämpfen“, sagt Jens Häcker. Ob das konventionelle Mittel da mehr schädlich sei als das biologische – darüber könne man sich streiten.

Sie selbst betreiben keinen biologischen Obstbau. „Aber wir machen eben nur so viel, wie eben nötig“, sagt Jens Häcker. Sein Vater ergänzt: „Unsere Äpfel haben zum Beispiel Schorfflecken.“ Diese rauen Stellen an der Apfelschale verursacht ein Pilz, der die Früchte befällt. „Um das zu verhindern, bräuchte es viel zu viel Pflanzenschutzmittel“, sagt der Junior.

Im Großhandel könnten die Großheppacher solche „unperfekten“ Früchte nicht an den Mann bringen. „Dort ist alles genormt: Die Äpfel müssen eine bestimmte Form und eine bestimmte Farbe haben“, beklagt Gerd Häcker. Diese im Supermarkt antrainierte Sehgewohnheit der Kunden bekämen er und seine Familie auch jede Woche am Marktstand zu spüren: „Alle fragen nach den alten Apfelsorten. Aber wenn wir davon eine Kiste haben, verkaufen wir die über mehrere Tage so nach und nach. Eine Sorte wie Gala dagegen ist sofort weg.“

Dabei ist der Betrieb der Häckers, gerade was Äpfel betrifft, sehr stark aufgestellt: Über 50 Sorten wachsen bei ihnen in den Obstplantagen. Doch es gibt noch ein anderes Standbein: Die Häckers bauen verschiedene Weinsorten an und sind Mitglied der Remstalkellerei. „Was wir an Wein hier vor Ort haben, ist auch jederzeit im Laden erhältlich“, sagt Gerd Häcker.

Lange gereifte Essigsorten und selbst gepresstes Walnussöl

Außerdem haben er und sein Sohn sich vor einiger Zeit schon auf die Herstellung besonderer Essigsorten spezialisiert: zum Beispiel Himbeer- oder Sauerkirsch-Essig, abgefüllt in hübschen Flaschen. Der Schwarze-Johannisbeer-Essig ist etwas ganz Besonderes: Da er aus einem hochprozentigeren Alkohol hergestellt wird, dauert es neun bis zehn Jahre, bis er fertig ist.

Zu den Essigsorten verkaufen die Häckers selbst gepresstes Walnussöl: echte Feinkost, eine nette Erweiterung des Hofladen-Sortiments – und erfahrungsgemäß sehr beliebt: „Wenn wir dann mal ein Fässchen mit Essig fertig haben, ist er meistens sofort wieder weg“, erzählt Gerd Häcker. Für die Zukunft und speziell auch für den neuen Großheppacher Hofladen wird deshalb jetzt mehr Essig angesetzt.

Im Heuweg 16 steht seit kurzem eine neue Lagerhalle: Das anthrazitfarbene Gebäude unweit der B 29 gehört der Obstbauer-Familie Häcker. Seit drei Generationen bauen die Häckers hier in und um Großheppach Obst und Wein an. Traditionell bringt der Familienbetrieb seine Ernte auf den Wochenmarkt nach Aalen – dort hat schon der Großvater verkauft. Als zusätzliches Standbein haben die Häckers in einem Nebenraum der neuen Halle einen Hofladen eingerichtet: An diesem Montag soll hier der Verkauf

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