Weinstadt

Energie sparen: Weinstadt will großflächig städtische Gebäude sanieren

Energiebericht
Jörg Voigt (links), Technischer Leiter bei den Stadtwerken Weinstadt, und Klimaschutzmanager Friedrich Huster. © Gabriel Habermann

Im Energiebericht der Stadt Weinstadt für die Jahre 2019 und 2020 sticht eine Zahl besonders hervor: Das Kinderhaus Benzach hat einen hohen Stromverbrauch. Woran liegt das? Diese Frage stellten sich auch die Gemeinderäte im Technischen Ausschuss.

Die Nachfrage bei der Stadt ergab: „Schuld an dem erhöhten Stromverbrauch ist eine defekte Wärmepumpe. Bei dieser war einer von zwei Verdichtern defekt, was mit Sicherheit unter anderem zu einem höheren Stromverbrauch geführt hat“, sagt Carina Rother von der Pressestelle Weinstadt.

Energiebericht zeigt, wie viel Energie in städtischen Gebäuden verbraucht wird

Wie kann man Energie einsparen? Auch Städte und Kommunen überlegen, welche Schritte zu leisten sind, damit die steigenden Preise nicht die Haushaltskassen leer fegen. Da kommt es gerade gelegen, dass im Juli der Energiebericht der Stadt Weinstadt, welcher alle zwei Jahre erscheint, veröffentlicht wurde. Im Technischen Ausschuss stellte Jörg Voigt den Energiebericht für die Jahre 2019 und 2020 vor. Voigt ist Technischer Leiter bei den Stadtwerken Weinstadt, die seit 2016 damit beauftragt sind, das Energiemanagement der städtischen Gebäude in Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt zu intensivieren.

Im Bericht wird der Energieverbrauch von rund 50 städtischen Gebäuden in Weinstadt detailliert dargestellt. Dazu zählen beispielsweise die Schulen und Verwaltungsgebäude, die der Stadt gehören.

Reparatur der Heizungsanlage im Kinderhaus Benzach steht noch aus

Und eben auch das Kinderhaus Benzach. Aktuell liegen der Stadt keine Zahlen vor, wie hoch der Stromverbrauch ist. Nur so viel: „Die ganze Anlage samt optimal abgestimmter Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik ist sehr komplex und bedarf eines energetischen Hydraulikabgleichs durch ein entsprechendes Ingenieur-Büro oder eine Fachfirma“, so die Pressestelle Weinstadt. Für die Arbeiten konnte aber bisher noch kein entsprechendes Unternehmen beauftragt werden.

Damit aber nicht alle Fehlfunktionen erst in zwei Jahren ans Licht kommen, ist die Stadt auch auf Hinweise der Bürger angewiesen. Durch einen Hinweis konnte zum Beispiel eine Heizung, die im Sommer an war, ausgeschaltet werden. Dabei handelte es sich um ein städtisches Gebäude in der Stiftstraße 27. „Die Heizung lief, weil sie offensichtlich an einem kalten Tag eingeschaltet wurde“, teilt Carina Rother von der Pressestelle Weinstadt mit.

Um das künftig zu verhindern, sei der Heizraum verschlossen worden. Unabhängig davon werde überprüft, ob man eine moderne Steuerung in die Heizungsanlage einbauen könne, sowie das Thermostatventil repariert.

Sanierung, Neubau und Renovierung: Fokus auf erneuerbare Energien

In der kleinen Sporthalle im Bildungszentrum geht es der Lüftungstechnik ans Eingemachte, sagt Jörg Voigt. Dort wird die Gebäudetechnik saniert und die Fassadenverglasung erneuert. In der Gemeindehalle in Strümpfelbach soll die Heiztechnik durch ein Hybridsystem ersetzt werden. Eine Wärmepumpe solle dann die Nutzung von erneuerbarer Energie ermöglichen, es gibt aber auch einen neuen Gaskessel. Dieses Vorhaben befinde sich „im Planungsstadium“. Wortwörtlich passiert auch etwas auf der Grundschule in Schnait: Dort wird das Dach erneuert und im Zuge dessen eine Photovoltaikanlage installiert – und eine Wärmepumpe eingesetzt. Die Arbeiten seien bereits beauftragt.

Beim Neubau der Silcherschule soll auch an die Zukunft gedacht werden: Die Neubauten und die bestehenden Gebäude werden an die Nahwärme angeschlossen. Es sollen drei neue PV-Anlagen errichtet werden. Des Weiteren soll im Bildungszentrum eine Hackschnitzelanlage gegen eine größere ausgetauscht werden. Die damit erzeugte Wärme könne in das Nahwärmenetz der Stadtwerke eingespeist werden, so die Stadtwerke Weinstadt. Das Ziel sei, sagt Jörg Voigt, modern, mit erneuerbaren Energien und wirtschaftlich vorzugehen. „Ein Spagat, den alle Beteiligten machen müssen“, so Voigt.

Im September veranstalten die Stadtwerke Weinstadt einen Energiewendetag. Und nach der Sommerpause in diesem Jahr, so Klimaschutzmanager Friedrich Huster, solle eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Energie stattfinden. Für das Jahr 2023 will die Stadt Weinstadt außerdem einen Klimaschutzaktionsplan auf den Weg bringen. „Darin sind auch lokale Unternehmen und Eigentümer gefragt“, sagt Huster. Schließlich will die Stadt Weinstadt bis 2035 klimaneutral werden.

Ab 2023 müssen jedes Jahr drei der 50 städtischen Gebäude saniert werden

Der Energiebericht sei eine von vielen Maßnahmen, mit denen dieses Ziel erreicht werden soll. Das bedeutet aber auch: Von 2023 an müssten jedes Jahr drei der rund 50 städtischen Gebäude energetisch saniert werden. Eine große Aufgabe, befinden Huster und Voigt.

Der Technische Leiter macht deutlich: Erst werde sich auf Maßnahmen konzentriert, die auch einen großen Effekt bringen. So zum Beispiel der Wechsel der Straßenbeleuchtung. Dabei werden alte Lampen gegen LED-Lampen ausgetauscht, wobei der Stromverbrauch um ein Drittel gesenkt werden kann. Und das, „obwohl weitere Straßenzüge in Weinstadt hinzugekommen sind“, so der Klimaschutzmanager.

Das Schöne an Klimaschutzmaßnahmen sei, dass sich ein Ergebnis einstelle: „Wer Fahrrad fährt, bewegt sich. Wer weniger Fleisch isst, ernährt sich gesünder. Und wer Strom spart, spart auch Geld“, sagt Friedrich Huster.

Info: In einer früheren Version des Artikels  war fälschlicherweise von einer laufenden Heizung im Beutelsbacher Pfarrhaus die Rede. Das ist so nicht korrekt, das Gebäude wird seit langem nicht mehr von der Kirche genutzt. Die Fehlinformation geht auf eine Auskunft der Stadt Weinstadt zurück. „Das Gebäude in der Stiftsstraße 27 ist das ehemalige Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde in Weinstadt. Das Objekt ist seit über 20 Jahren in städtischer Hand. Ein Augenarzt ist ansässig. Ebenso befinden sich Wohnungen im Gebäude“, korrigiert sich die Stadt.

Im Energiebericht der Stadt Weinstadt für die Jahre 2019 und 2020 sticht eine Zahl besonders hervor: Das Kinderhaus Benzach hat einen hohen Stromverbrauch. Woran liegt das? Diese Frage stellten sich auch die Gemeinderäte im Technischen Ausschuss.

Die Nachfrage bei der Stadt ergab: „Schuld an dem erhöhten Stromverbrauch ist eine defekte Wärmepumpe. Bei dieser war einer von zwei Verdichtern defekt, was mit Sicherheit unter anderem zu einem höheren Stromverbrauch geführt hat“, sagt

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