Weinstadt

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt: Es gibt noch Ausbildungsplätze

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Schülerinnen, die im Wohnheim bei der Schule wohnen, nutzen die leeren Klassenräume zur Unterrichts- und Prüfungsvorbereitung. © Kessel/Stiftung Großheppacher Schwesternschaft

Mit einer pfiffigen Idee will sich die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik „der Corona-Depression entgegenstellen“, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Hause der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft heißt. Schulintern schreibt die Fachschule mit Sitz in Beutelsbach einen Corona-Preis aus. Ungewöhnlich für diese Zeit des Jahres: Es gibt noch freie Ausbildungsplätze.

Frei nach dem Sprichwort „Not macht erfinderisch“ sollen die Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, in dieser Zeit der sozialen Kontaktbeschränkungen und ohne Präsenzunterricht ihren kreativen Impulsen zu folgen. „Die Kreativitätsforschung ist sich einig, dass neue Ideen durch Notsituationen provoziert werden“, wird Schulleiter Andreas Lorenz zitiert, „wir sehen, dass die Corona-Krise durch den erzwungenen Rückzug in den Privatbereich insbesondere bei jungen Menschen zu Depression und Antriebsverlust führen kann. Dem müssen wir etwas entgegensetzen.“

Schulinterner Wettbewerb

300 Euro Preisgeld winken der Siegerin oder dem Sieger des Wettbewerbs, der in jedweder künstlerisch kreativen Disziplin errungen werden kann, sei es mit einem Poetry Slam, einem Kurzfilm, einer Liedkomposition, einer Fotostory, mit einem gemalten Bild oder einer Skulptur - der Fantasie sollen keine Grenzen gesetzt werden.

Der Corona-Preis steht nicht im Zusammenhang mit Lehrplänen und ist keine unterrichtliche Leistungsbewertung, daher ist in der dreiköpfigen Jury nur ein Lehrer vertreten, der, zusammen mit einer ehemaligen Schülerin sowie dem Beutelsbacher Kommunikationsdesigner Alexander Schlesinger, die eingereichten Ergebnisse bewerten wird. Neben dem ersten Preis gibt es zahlreiche weitere Geldpreise zwischen 50 Euro und 150 Euro. „Die Schülerinnen und Schüler sollen merken, wie wertvoll ihr kreatives Arbeiten ist – für sie selber und für unsere Gemeinschaft“, wird Schulleiter Andreas Lorenz zitiert, der sich darüber freut, dass diese Idee von der Schulstiftung der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ausgezeichnet worden ist.

Lernen in Corona-Zeiten

Schon vor der Schulschließung hat die Weinstädter Fachschule für Sozialpädagogik nach eigenen Angaben viel getan, um guten Unterricht in der Corona-Krise zu gewährleisten. Mit Mitteln des Schulträgers, der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, und des Digitalpakts der Bundesregierung hat die Fachschule bereits zu Beginn 2020 eine Digitalisierungsoffensive gestartet. Dazu zählen nicht nur die digitalen Tafeln in allen Unterrichtsräumen, sondern auch ein schulinternen Messenger-Dienst sowie digitale Leihgeräte für die Schülerinnen und Schüler. So gelinge auch der Fernunterricht, der unter anderem in Form von Videokonferenzen gehalten wird. Die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts berücksichtigend und die Möglichkeiten einer Privatschule nutzend, entwickelte die Schulleitung in Absprache mit dem Lehrerkollegium bereits zu Schuljahresbeginn im September 2020 das Konzept des Wechselunterrichts. „Wir sind stolz auf unser Kollegium, das bereit war, dieses mit erheblichem Mehraufwand verbundene Konzept mit Leben zu füllen,“ sagt Dr. Axel Bernd Kunze, pädagogisch-didaktischer Schulleiter.

Freie Ausbildungsplätze

Eine weitere Beobachtung macht die Schulleitung, die ungewöhnlich für Februar ist: Für das nächste Schuljahr gibt es noch freie Schulplätze in allen Ausbildungsgängen. Vielleicht sei das auch ein Corona-Effekt, denn Präsenzinfoveranstaltungen und Messetermine waren nicht möglich. „Wer sich für eine Kinderpflege-Ausbildung oder eine Ausbildung zur Erzieherin interessiert, kann jederzeit einen Beratungstermin per Telefon oder Video-Meeting erfragen“, wird Schulleiter Andreas Lorenz zitiert.

Die Kontaktdaten der Schule lauten: www.fachschule-sozialpädagogik.de, 0 71 51/99 34-145 bzw. -146.