Weinstadt

Für Freiheit und Selbstbestimmung - Weinstadt hat jetzt ein Senioren-Mobil

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Einweihung im Stiftshof: Das neue Senioren-Mobil ist für alle Weinstädter über 60 Jahren da, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Betrieben wird es von einem neuen Verein. © Benjamin Büttner

Mal wieder den Enkel besuchen, endlich mal wieder selbst einkaufen oder schlicht selbstständig zum Arzt im Nachbarort kommen – das alles ist jetzt in Weinstadt für mobil eingeschränkte Bürger ab 60 Jahren recht einfach möglich: mit dem Senioren-Mobil Weinstadt. Das Auto, ein VW Caddy maxi mit sieben Sitzen und Platz für Rollator und Gehhilfe, ist von nun an von Montag bis Freitag zwischen 8 und 13 Uhr in der Remstalkommune unterwegs.

„Das ist ein sehr gutes, ergänzendes Angebot für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger“, wird Oberbürgermeister Michael Scharmann in einer Pressemitteilung der Stadt von der Einweihung am Samstag im Stiftshof zitiert. Das Senioren-Mobil bedeute für die Nutzer ein kleines Stück mehr Freiheit und Selbstbestimmung in ihrem Leben. „Der Handlungsradius unserer Senioren in Weinstadt ist jetzt größer – und auch einfach gestaltet“, so Scharmann. Trotz widriger Corona-Umstände hätten es die Vereinsverantwortlichen um Waltraud Bühl geschafft, innerhalb weniger Monate ehrenamtliche Fahrer und honorige Sponsoren zu finden, die den Einsatz dieses Fahrzeugs ermöglichten, berichtet der neu gegründete Verein „Senioren-Mobil Weinstadt e.V.“.

Für eine Fahrt frühzeitig anmelden

Das Senioren-Mobil funktioniert so: Den Beförderungswunsch sollen Interessenten mindestens zwei Tage vor ihrer geplanten Fahrt anmelden – per Mail an seniorenmobil-weinstadt@web.de oder montags und mittwochs von 9 bis 11.30 Uhr telefonisch unter0 71 51/9 44 37 92. Das Büro benötigt den gewünschten Termin samt Uhrzeit, die Abhol- und Zieladresse sowie eine Telefonnummer für Rückfragen. Dann wird die Fahrt innerhalb Weinstadts geplant, der Termin abgestimmt und der Fahrplan für das Senioren-Mobil erstellt.

Grundsätzlich gelten ein paar Regeln zur Nutzung des neuen Angebots: Das Senioren-Mobil fährt die älteren Menschen zum Einkaufen oder zum Arzttermin, zu Therapeuten, Behörden oder auch mal zu Freunden.

Keine Fahrt zu Bus und Bahn

Allerdings werden keine Zubringerfahrten zu Bus und Bahn gemacht. Denn bei dem Senioren-Mobil handelt es sich nicht um einen Taxibetrieb mit Beförderungspflicht. Arztbesuche haben zudem Vorrang vor Einkaufsfahrten. Und Krankentransporte und die Mitnahme von Rollstuhlfahrern sind leider nicht möglich.

„Es geht um mehr Mobilität im Alltag für die Senioren in Weinstadt“, wird Waltraud Bühl in der Pressemitteilung der Stadt zitiert: „Es ist schön, dass wir jetzt auch in Weinstadt ein Senioren-Mobil haben.“ Ihrer Ansicht nach ist es „notwendig, dass wir das Senioren-Mobil einsetzen, weil die öffentliche Verkehrsanbindung nicht ausreicht.“ Dabei spielen aus Sicht des Vereins nicht nur die Fahrt, sondern auch die soziale Ansprache der oft alleinlebenden Senioren, eine wichtige Rolle beim Betrieb des Senioren-Mobils. Das hätten die Organisatoren bereits bei einem Testlauf vor zwei Jahren festgestellt.

Sieben ehrenamtliche Fahrer gibt's bereits

Der Stadtseniorenrat hatte sich in der Vergangenheit für ein ehrenamtlich organisiertes Senioren-Mobil starkgemacht. Auch der Gemeinderat und die Stadtverwaltung hatten schon früh ihre Unterstützung signalisiert. Die Stadt Weinstadt steuert für den Betrieb jetzt 3000 Euro jährlich zur Deckung der Fixkosten wie Steuer und Versicherung bei. Im Moment stehen dem Verein sieben ehrenamtliche Fahrer zur Verfügung, die sich im Schichtbetrieb abwechseln. Der Verein ist aber auch für weitere Helferinnen und Helfer dankbar.

Dafür, dass das Senioren-Mobil jetzt an den Start gehen kann, haben sich nach Angaben des Vereins auch viele Sponsoren in Weinstadt eingesetzt: Die Richard-Ritter-Stiftung, Der Remstal-Markt Mack, die Volksbank Stuttgart, die Spieß’sche und die Viadukt-Apotheke, die Bürgerstiftung, der VDK Endersbach/Strümpfelbach, die Staatliche Toto-Lotto GmbH, die Schlosserei Klaus Deuser, Bestatter Michael Langhammer, die Kreissparkasse Endersbach, Dr. Herrmann Spiess und die Metzgerei Schäfer.