Weinstadt

Frisches Gemüse aus Weinstadt-Großheppach: Familie Rebmann baut alles selbst an

RebmannHofladen
Gerda (l.) und Doris Rebmann in ihrem Hofladen in Großheppach. © Gaby Schneider

Von Äpfeln bis Birnen über die verschiedensten Kohlsorten bis hin zu Kartoffeln und Zwiebeln: Alles, was es im Hofladen der Familie Rebmann in Großheppach zu kaufen gibt, wächst auf den Äckern und Wiesen rund um Weinstadt. Seit 2014 ist der Rebmann’sche Hofladen in der Grunbacher Straße ansässig. Was zunächst als Winterquartier gedacht war, hat sich nun als beständiger Verkaufsstandort etabliert.

Früher hatte die Familie einen Stand zwischen Großheppach und Grunbach. Das hieß: „Waren ins Auto laden, hinfahren, am Stand auspacken und verkaufen“, erinnert sich Gerda Rebmann (73). Der kleine Hofladen mit den Parkplätzen vor der Türe macht den Verkauf von Obst und Gemüse leichter. Unabhängig von den Temperaturen können hier Kunden zu festen Öffnungszeiten einkaufen.

Roter Grünkohl, Salat und Rote Bete: Das wächst zurzeit

Da der Hofladen keine Waren von Großhändlern dazukauft, gibt es nur saisonales und regionales Gemüse und Obst aus eigenem Anbau. Die Auswahl ist dennoch groß: Momentan gebe es unter anderem „Zuckerhutsalat, sämtliche Kohlarten, Rosenkohl, Wirsing, Spitzkraut, Lauch, Knollensellerie, Rote Bete und die letzten Kürbisse“, zählen Mutter und Tochter Rebmann auf.

Noch keine Saison haben dagegen Brokkoli und Blumenkohl. Die beiden Kohlsorten werden vermutlich erst im April erntereif sein. „Wenn sie bis dahin nicht verfrieren“, ergänzt Gerda Rebmann.

Im Sommer wachsen Melonen auf dem Acker

Das Wetter spielt eine große Rolle in der alltäglichen Arbeit der Landwirte. Da ein Großteil des Anbaus im Freiland stattfindet, sind die verschiedenen Gemüsesorten der Witterung ausgesetzt. Nur vereinzelt nutzen die Rebmanns sogenannte Folienhäuser, um dort Salate, Rucola oder Kräuter wie Petersilie anzubauen. Im Sommer sei es sogar möglich, Melonen auf dem Feld anzupflanzen.

Dazu kommen unter anderem auch Erdbeeren, Grünspargel und Tomaten hinzu. „Bei uns gibt es alles, bis auf Zitrusfrüchte“, sagt Doris Rebmann.

Uraltes Wissen und jedes Jahr neue Erkenntnisse

Immer wieder pflanzen die Landwirte neue Züchtungen oder Sorten an. So gibt es zurzeit roten Grünkohl und Kohlröschen, eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Das komplexe Wissen um den Anbau von Gemüse und Obst werde „von Generation zu Generation weitergegeben“, sagt Gerda Rebmann.

Jedes Jahr müssen von neuem Entscheidungen getroffen werden: Was darf auf welchen Boden? Und in welchem Abstand kann das Feld mit einer bestimmten Sorte bepflanzt werden? Um nicht den Überblick zu verlieren, werde alles dokumentiert.

Von der Saat bis zur Ernte: Die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt

Die Ackerflächen der Familie Rebmann erstrecken sich in einem Radius von 20 Kilometern rund um Großheppach, bis nach Aichwald und Waiblingen-Beinstein.

Je nach Lage unterscheidet sich die Beschaffenheit des Bodens. Von steinig bis sandig, trocken oder feucht – nicht alle Böden eignen sich für alle Gemüse- und Obstsorten. Es sei jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, „den richtigen Zeitpunkt zum Aussäen zu finden“, so Gerda Rebmann. Schließlich sollen die Sämlinge die bestmöglichen Bedingungen zum Wachsen haben.

Landwirte sind dem Wetter ausgeliefert

Der größte Freund und zugleich Feind ist das Wetter. „Wir können nicht nach dem Kalender gehen, sondern müssen uns an dem Wetterbericht orientieren“, sagt Doris Rebmann. Hagel, Frost und Hitze können schnell einen Totalausfall verursachen. So zum Beispiel ist der Spinat in dieser Saison zu Teilen erfroren.

Hier gibt es allerdings Entwarnung: Noch ist der Verlust kein Totalausfall. „Der Spinat wächst nach“, erklären die beiden Rebmann-Frauen. Das Risiko, auf den Kosten sitzenzubleiben, ist jedes Jahr da: Beim Lieferanten des Saatguts und der Jungpflanzen müsse nämlich fürs ganze Jahr vorbestellt werden.

Nicht bio, aber umweltbewusst

Und obwohl der Schwerpunkt der Landwirt-Familie auf Regionalität, Saisonalität und einem nachhaltigen Anbau liegt, hat der Betrieb keine Bio-Zertifizierung. Der Aufwand und die Kosten für eine solche Zertifizierung seien zu hoch. Aber trotzdem achte man darauf, der Natur- und Tierwelt etwas zurückzugeben.

„Wir pflanzen mehr Kräuter an, als wir brauchen“, sagt Rebmann. Ein Teil davon werde nicht abgeerntet und blühe dann, was wiederum für die Insekten gut sei. Ebenso werde mit den Feldern verfahren: Hier wachsen zwischendurch Taubnesseln, Vogelmiere und Löwenzahn.

Hundebesitzer: Landwirte bitten um Rücksichtnahme

Die Landwirtschaft ist ein Vollzeitberuf. Es muss auch mal sonntags die Ernte eingebracht oder das Feld bestellt werden, wenn es die Wetterlage erfordert. Wenn es Frost gibt, werden die Äcker mit Folien abgedeckt. „Mehrmals am Tag und in der Nacht kontrollieren wir, ob alles fest ist“, sagt Doris Rebmann. Das Risiko, dass Planen sich lösen und wegfliegen, wolle man nicht eingehen. „Hier sind Bahn und Bundesstraße in der Nähe.“

Manchmal ließen Hundebesitzer ihre Hunde über die abgedeckten Flächen laufen – für die Landwirte mehr als ärgerlich. Denn werden dadurch die Abdeckungen beschädigt, „sind schnell mal ein paar Tausende Euro kaputt“. Das Ersetzen dieser Abdeckungen sei auch nicht besonders umweltfreundlich. Ohne Schaden hielten die schon einmal ein Jahrzehnt, so Doris Rebmann.

Auf den Kohl gekommen: Zum Kauf gibt es Rezeptideen

Neben Obst und Gemüse gibt es im Hofladen auch Produkte wie „Gsälz“, Apfelsaft, getrocknete Blüten, Kräuter und Amaryllis zu kaufen - hergestellt aus eigenen Erzeugnissen.

Und stets haben die Rebmanns auch Rezeptvorschläge für ihre Kunden auf Lager: Ein schnelles Rezept für Schwarzkohl verrät Gerda Rebmann: „Den Kohl klein schneiden, in der Pfanne dünsten und mit Zwiebeln und Knoblauch abschmecken.“

Von Äpfeln bis Birnen über die verschiedensten Kohlsorten bis hin zu Kartoffeln und Zwiebeln: Alles, was es im Hofladen der Familie Rebmann in Großheppach zu kaufen gibt, wächst auf den Äckern und Wiesen rund um Weinstadt. Seit 2014 ist der Rebmann’sche Hofladen in der Grunbacher Straße ansässig. Was zunächst als Winterquartier gedacht war, hat sich nun als beständiger Verkaufsstandort etabliert.

Früher hatte die Familie einen Stand zwischen Großheppach und Grunbach. Das hieß: „Waren

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