Weinstadt

Gastronomie-Öffnung nach Corona-Zwangspause? Die "Krone" in Schnait wird aktuell noch renoviert

KroneSchnait
Johannes (28) und Antonija Zoller (33) in der „Krone“ in Schnait, die bald komplett renoviert wieder öffnen soll. © Gaby Schneider

Am Montag (31.5.), vorausgesetzt die Corona-Infektionszahlen bleiben auf stabil niedrigem Niveau, dürfen die Gastronomen im Rems-Murr-Kreis endlich wieder öffnen. Manche wollen sofort loslegen, andere zögern noch. Antonija Zoller könnte nicht einmal, wenn sie wollte: Ihre „Krone“ in Schnait steckt noch in den letzten Zügen einer umfassenden Renovierung. Erst in frühestens zwei Wochen kann die 33-Jährige wieder Gäste empfangen. Eilig hat sie's damit aber ohnehin nicht – und dafür gute Gründe.

Wer die Wirtin mit den kroatischen Wurzeln schon einmal erlebt hat, weiß: An Begeisterung für ihren Job mangelt es ihr nicht. Trotzdem würde sie sogar dann noch mindestens zwei Wochen mit der Wiedereröffnung warten, wenn ihr 1880 erbautes Gasthaus schon fertig saniert wäre. „Die Vorfreude ist groß“, sagt die quirlige Schnaiterin, „aber wenn mein Kühlhaus voller Waren ist und ich muss wieder schließen ... So stark bin ich nicht, das noch mal mitzumachen.“

Biergarten und Gaststube öffnen frühestens Mitte Juni

Frühestens Mitte Juni sollen also wieder Besucher in Antonija Zollers Biergarten und in der historischen Gaststube Platz nehmen dürfen. Schon nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr habe es sich bezahlt gemacht, nicht sofort loszulegen, sondern abzuwarten, wie sich die Infektionszahlen und die strengen Regeln fürs Gastgewerbe entwickelten – und erst dann ins Geschäft einzusteigen.

Die Befürchtung vieler Gastronomen: Gehen die Menschen wegen verwirrender Corona-Regeln, Testpflicht und anderer Einschränkungen zunächst nur zögerlich wieder aus, wird die langersehnte Wiedereröffnung rasch zum Minusgeschäft. „Wenn ich aufmache, muss ich auch Geld verdienen. Die Reserven sind leer“, bringt es Antonija Zoller auf den Punkt.

Nur durch Hilfszahlungen, Kurzarbeit und „ein sehr sparsames Leben“ habe sie die vergangenen Monate überstanden. Und Kredite für die teure Sanierung zu bekommen sei schwieriger denn je gewesen. Gastronomen stellten für die Banken nach den vergangenen Monaten offenbar ein hohes Risiko dar.

Irgendwie haben die 33-Jährige und ihr Mann Johannes Zoller (28) es trotzdem hinbekommen. Die Sanierung steht kurz vor dem Abschluss: So gut wie alles ist neu in der Krone, von den Abwasser- bis zu den Stromleitungen, von den Fenstern bis zur Theke. Kommende Woche wird die neue Küche eingebaut. Nur die historische Gaststube wurde belassen, wie sie ist.

Umgeplant wegen Corona: Produktionsräume statt Gaststube

Ursprünglich hatte Antonija Zoller vorgehabt, die Krone parallel zum laufenden Restaurantbetrieb zu renovieren, mit einer Verlegung der Küche und viel organisatorischem Geschick. Dieser Plan hatte sich durch die Schließung der gastronomischen Betriebe wegen der Corona-Pandemie Ende Oktober 2020 erledigt.

Letztlich warf die Wirtin aber sogar ihre ursprünglichen Ziele über den Haufen: Anstatt ihre Gaststube zu erweitern und Raum zu schaffen für größere Feste, legt sie nun einen Produktionsraum für ihren Handel mit Lebensmitteln an. Was als Liebhaberei in der Krise entstand, soll zum festen zweiten Standbein werden – der Verkauf von hochwertigen Fertigmahlzeiten, insbesondere selbst gemachten Maultaschen und anderen eingekochten Gerichten.

Trotz Vorfreude auf den Sommer den Winter kritisch im Blick

Die „sichere Schiene“ will Antonija Zoller damit fahren, nicht mehr nur auf das Gastgewerbe setzen. „Ich bin vorsichtig geworden. Ich muss den kommenden Winter im Blick behalten. Wenn wir wieder schließen müssen, wegen neuer Mutationen oder so, darf ich nicht vor Schreck vom Stuhl fallen“, sagt Antonija Zoller. Sie hält kurz inne, dann strahlt sie wieder: „Aber das vermiest mir nicht die Freude auf den Sommer und die Menschen im Biergarten!“

Am Montag (31.5.), vorausgesetzt die Corona-Infektionszahlen bleiben auf stabil niedrigem Niveau, dürfen die Gastronomen im Rems-Murr-Kreis endlich wieder öffnen. Manche wollen sofort loslegen, andere zögern noch. Antonija Zoller könnte nicht einmal, wenn sie wollte: Ihre „Krone“ in Schnait steckt noch in den letzten Zügen einer umfassenden Renovierung. Erst in frühestens zwei Wochen kann die 33-Jährige wieder Gäste empfangen. Eilig hat sie's damit aber ohnehin nicht – und dafür gute

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