Weinstadt

Gegen Masken an Grundschulen: Mutter aus Weinstadt startet Petition

Maskenpflicht Grundschule
Dieses Grundschulkind hat kein Problem mit der Maskenpflicht auf dem Schulgelände. © Benjamin Büttner

Luisa Herrling hat eine Online-Petition gegen die Maskenpflicht an Grundschulen gestartet. Darin fordert sie, so wörtlich, dass die „eingeführte Maskenpflicht für alle Grundschüler ab der 1. Klasse im Schulunterricht mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben wird!“

Die Endersbacherin ist selbst Mutter zweier Kinder (fünf und acht Jahre), ihr älteres ist Schüler der Silcherschule. „Es gibt keine Langzeitstudien“, sagt sie. „Man weiß nicht, was das stundenlange Tragen einer Maske mit den Kindern macht!“ Es sei nicht bekannt oder gar geprüft worden, welche psychischen und physischen sowie sozialen Nebenwirkungen die Maskenpflicht für Grundschüler hätte. „Mir hat das Fingerspitzengefühl gefehlt, mit der die Politik eine solche Entscheidung zu treffen hat“, sagt sie. Die Mimik sei hinter der Maske nicht erkennbar. Außerdem habe keine Sensibilisierung der Kinder und Eltern stattgefunden. Die Vorgabe kam quasi über Nacht, und es blieb viel zu wenig Zeit, Kinder darauf vorzubereiten. „Es gibt Bedenken von Experten und die können wir nicht runterspielen!“, sagt sie.

Die Online-Petition hat sie am Sonntag gestartet, mittlerweile gibt es schon mehr als 10 000 Menschen, die ihren Namen daruntergesetzt haben. Bei 21 000 Unterzeichnern könne eine Stellungnahme eingefordert werden, so Herrling.

Petition kann jeder Bürger einreichen

Das Petitionsrecht ist ein Recht, das allen Bürgern zusteht. „Und es bedeutet, dass sich jedermann, der sich durch Entscheidungen von Ämtern und Behörden benachteiligt fühlt, mit seiner Petition, also seinem Anliegen, an den Landtag wenden kann“, heißt es auf der Internetseite des Landtags Baden-Württemberg. Der Petitionsausschuss bemüht sich quasi als Anwalt um die Fragestellung oder die Bitte des Bürgers. Ist die Petition eingegangen, bittet der Petitionsausschuss die Regierung um eine Stellungnahme zur Sache und Rechtslage. Erst nach mehrmaliger Prüfung und einem Votum an das Landtagsplenum wird entschieden, ob die Petition mit der Bitte um Abhilfe an die Landesregierung weitergeleitet wird oder nicht.

Kind vom Präsenzunterricht befreit

Luisa Herrling weiß, dass der Prozess ein langer Weg ist, sie möchte aber ein Zeichen setzen. „Manche Eltern haben Sorgen und Ängste, und ich wünsche mir, dass diese ernst genommen werden!“, sagt sie. Ihr Kind hat sie bis auf weiteres vom Präsenzunterricht in der Silcherschule befreit. Es wird wieder zu Hause unterrichtet. Würde es die dazugebuchte Ganztagsbetreuung nutzen, wäre es bis zu acht Stunden am Tag mit Maske unterwegs. Eine Tatsache, die Luisa Herrling als Zumutung empfindet.

An der Silcherschule werde „sehr behutsam mit dem Thema Maskenpflicht umgegangen“, sagt Schulleiterin Henriette Baumann. Von mehr als 300 Schülern, die es an der Grundschule in Endersbach gibt, sind seit der Schulöffnung sieben im Fernunterricht geblieben, drei weitere kamen mit der Einführung der Maskenpflicht hinzu – das sind zehn Schüler, die im Moment dem Präsenzunterricht fernbleiben.

Silcherschule: „Wir stehen in der Pflicht!“

Am Ende steht die Schule in der Pflicht, das umzusetzen, was von der Landesregierung festgelegt wird. „Wir arbeiten seit einem Jahr auf Knopfdruck!“, sagt sie. Bereits vor der Einführung der Maskenpflicht stieß das Thema auf Akzeptanz. Viele Schüler seien schon da mit einer Maske im Unterricht erschienen, weil es die Ansteckungsgefahr deutlich verringert. Im Schulalltag gibt es mehrere Maskenpausen auf dem Pausenhof, wo gleichzeitig genug Abstand herrsche. Außerdem können sich Kinder melden, wenn es ihnen nach einer Masken-Pause im Unterricht ist.

Tests müssen ausgeweitet werden

Henriette Baumann sieht es bei all der Diskussion, wie Kinder den plötzlichen Schritt vertragen, als wichtig an, wie das Kind zu Hause auf das Thema vorbereitet wird – etwa, dass es sich dabei um ein Gesetz oder eine Verordnung handelt, was nun so eingehalten werden muss. Die Grundschule ist bisher die einzige Schulform, bei der kein Abstand im Klassenzimmer eingehalten wird. Henriette Baumann sieht es als richtig an, dass die Teststrategie weiter vertieft wird. Noch besser fände sie es, wenn Kinder morgens am Frühstückstisch einen Schnelltest durchführen und mit negativem Ergebnis in die Schule gehen.

Luisa Herrling hat eine Online-Petition gegen die Maskenpflicht an Grundschulen gestartet. Darin fordert sie, so wörtlich, dass die „eingeführte Maskenpflicht für alle Grundschüler ab der 1. Klasse im Schulunterricht mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben wird!“

Die Endersbacherin ist selbst Mutter zweier Kinder (fünf und acht Jahre), ihr älteres ist Schüler der Silcherschule. „Es gibt keine Langzeitstudien“, sagt sie. „Man weiß nicht, was das stundenlange Tragen einer Maske mit den

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