Weinstadt

Gehalt, Chancen, Work-Life-Balance: Warum sollte ich Erzieherin oder Erzieher werden?

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An der Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt lassen sich Männer und Frauen als Erziehungskräfte ausbilden. © Thomas Klink

Wer auf der Suche nach Argumenten dafür ist, Erzieherin oder Erzieher zu werden, ist bei Pfarrer Andreas Lorenz an der richtigen Adresse. Ein Einstiegsgehalt von 3000 Euro, Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten, eine vielfältige Tätigkeit, bei der man Kinder auf ihrem Weg ins Leben begleiten und sich in Zusammenarbeit mit ihnen selbst entwickeln kann, in der man seine eigenen Fähigkeiten in hohem Maße einbringen kann, stets von neuen Situationen herausgefordert wird, dazulernt und sich immer wieder aufs Neue die Wirklichkeit erschließt, in der Natur, im Wald oder am Schreibtisch ... dies alles seien Argumente dafür, den Beruf des Erziehers zu ergreifen, so sprudelt es aus Lorenz heraus. 

Mittlerweile sind 15 Prozent der Pädagogik-Schüler männlich

Der Leiter der Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt, der am Dienstagabend zum Pressegespräch geladen hat, rührt in Zeiten, in denen Kita-Angestellte noch immer regelmäßig für mehr Lohn und Wertschätzung demonstrieren die Werbetrommel für diesen Karriereweg: Man arbeite niemals allein, immer eingebunden in ein Team, es handle sich um eine menschenfreundliche Aufgabe, bei der man unendlich viel zurückbekomme, Erfüllung finde und als Mensch lebendig bleibe.

Zudem, ergänzt Pressesprecherin Sibylle Kessel, biete die Tätigkeit der Erzieherin bzw. des Erziehers vielfältige Möglichkeiten, seine Work-Life-Balance aktiv zu gestalten. 15 Prozent der Angehörigen der Beutelsbacher Schuljahrgänge, meinte Kessel, seien inzwischen junge Männer, auch wenn das schuleigene Wohnheim ausschließlich jungen Frauen offenstehe und es sich in der öffentlichen Wahrnehmung beim Erzieher nach wie vor um einen „klassischen Frauenberuf“ handle. Ein Beruf, der übrigens nicht auf den Kindergarten beschränkt sei, sondern auch den Weg in Schulen und die Jugendbetreuung öffne.

Die Corona-Zeit meistert die Schule digital

Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt hat ihren Ursprung in der Großheppacher Schwesternschaft, die als Stiftung nach wie vor Trägerin der Fachschule ist. Somit könne man auf 160-jährige Erfahrung in der Kinderbetreuung zurückblicken, referiert Lorenz. Die Schule habe sich kontinuierlich weiterentwickelt und den jeweiligen Herausforderungen aktiv angepasst, aktuell als Antwort auf die Beschränkungen durch die Coronapandemie. Die Klassen wurden in zwei Gruppen geteilt, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Im wöchentlichen Wechsel finden Präsenzunterricht und selbstorganisiertes Lernen statt. Durch die in der Zeit des Lockdowns eingerichtete Cloud und den Messengerdienst könne in jeder Situation der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern gehalten werden.

Im Rahmen des Digitalpakts der Bundesregierung gehöre die Schule zu den Pionieren im Land. Sie habe als eine der ersten Einrichtungen ein pädagogisches Konzept und einen Medienentwicklungsplan vorlegen können, der mit circa 150 000 Euro gefördert wurde und auch die Anschaffung von Leih-iPads vorsah.

Zusammenarbeit mit dem Esslinger Tierpark „Nymphea“

In Zusammenarbeit mit dem Esslinger Tierpark „Nymphea“ und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg habe sich die Fachschule zu einem naturpädagogischen Kompetenzzentrum entwickelt. Die Schüler sollen die Fähigkeit erwerben, das grundlegende menschliche Bedürfnis nach Naturvertrautheit und Naturkompetenz zu vermitteln.

Im Laufe des Schuljahrs werden fünf interaktive Naturerlebnisstationen für Kinder erarbeitet, die harmonisch in die Gestaltung des Tierparks integriert werden sollen.

Besondere Bedeutung misst die Schule laut Lorenz der interkulturellen Bildung bei: Alle Schüler dürfen ein Berufspraktikum im Ausland absolvieren. Die Fachschule sei selbstverständlich weiter ihren christlichen Wurzeln verpflichtet, so Lorenz, „aber wir sind davon überzeugt, dass wir in Europa nur dann den gesellschaftlichen Frieden erhalten können, wenn wir alle lernen, miteinander so zu leben, dass wir uns untereinander respektieren und unsere Werte gegenseitig kommunizieren.“

Diesem Ziel diene letztendlich auch das Angebot, Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache gezielt zu fördern, ein Projekt, das von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wissenschaftlich betreut und durch die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, die Ehmann-Stiftung, die Vector-Stiftung und die LBBW Stiftung gefördert wird.

Welchen Abschluss brauche ich?

An das Pressegespräch hat sich am Dienstagabend eine Informationsveranstaltung angeschlossen, in der Lorenz über die verschiedenen Angebote der Einrichtung berichtete, vom staatlich anerkannten Kinderpfleger bzw. Kinderpflegerin bei Hauptschul- oder gleichwertigem Abschluss über die schulische und praxisintegrierte Ausbildung zu Erzieherin und Erzieher bei Realschulabschluss oder Abitur bis hin zur Möglichkeit eines dreisemestrigen Studiums zum B.A. „Frühe Bildung und Erziehung“.

Wer auf der Suche nach Argumenten dafür ist, Erzieherin oder Erzieher zu werden, ist bei Pfarrer Andreas Lorenz an der richtigen Adresse. Ein Einstiegsgehalt von 3000 Euro, Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten, eine vielfältige Tätigkeit, bei der man Kinder auf ihrem Weg ins Leben begleiten und sich in Zusammenarbeit mit ihnen selbst entwickeln kann, in der man seine eigenen Fähigkeiten in hohem Maße einbringen kann, stets von neuen Situationen herausgefordert wird, dazulernt und sich

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