Weinstadt

Geplantes Wohngebiet in Schnait: Weinstadt schafft neuen Wohnraum - auch für einen feuerroten Schmetterling

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Für den Großen Feuerfalter wird ein Areal in der Nachbarschaft des neuen Weinstädter Baugebiets hergerichtet. © Hans Braxmeier/Pixabay

Die Planung des neuen Wohnbaugebiets Furchgasse schreitet voran. Am Ortsrand des Weinstädter Stadtteils Schnait sollen circa 60 Wohnungen entstehen. Jetzt wird der fertige Bebauungsplanentwurf erneut ausgelegt. Die Stadtverwaltung ist der Meinung, ausreichend Stellplätze geschaffen zu haben, und kündigt an, sich für ein Holzbau-Förderprogramm zu bewerben. Neuen „Wohnraum“ müssen die Weinstädter aber nicht nur für Menschen schaffen, sondern auch für ein grellfarbenes Insekt – das hat ein Artenschutzgutachten ergeben.

Ein Schmetterling muss "umziehen"

Der „Große Feuerfalter“, der durch das geplante Wohngebiet an Lebensraum einbüßt, soll sich schließlich auch weiterhin wohlfühlen in Weinstadt. Deshalb wird für das Insekt mit den feurig orangerotfarbenen Flügeln ein mit Brombeersträuchern überwuchertes Grundstück in Richtung Baach aufgewertet, also in der Nachbarschaft des neuen Wohngebiets. Damit ist es aber nicht getan: „Der Erfolg der Maßnahme muss überprüft werden“, verkündete der von der Stadt beauftragte Landschaftsplaner Jochen Roos vergangene Woche in einer Sitzung des Technischen Ausschusses. „Ein-, zweimal im Jahr muss gemäht werden, damit der Falter sich vermehren kann.“

Eine weitere Ausgleichsmaßnahme wird die Stadt beim Naturfreundehaus in Strümpfelbach vornehmen, wo aus einem Acker eine Blumenwiese wird. Unter anderem durch diese Umwandlung soll das Minus an Ökopunkten (insgesamt 185 000) ausgeglichen werden, das durch die Versiegelung mittel- bis hochwertiger Böden entsteht. Im Wohngebiet selbst soll ebenfalls viel neues Grün entstehen – Schottergärten sind tabu.

„Greta nicht vergessen“

Den Wunsch, in Schnait „ressourcenschonendes“ Bauen vorzugeben und „auch in Zeiten von Corona Greta und ihre Freundinnen nicht zu vergessen“, äußerte CDU-Stadtrat Frieder Dippon in der Ausschusssitzung, in der die Räte den neuen Bebauungsplanentwurf einstimmig billigten und zur erneuten Auslegung empfahlen. Der Chef-Stadtplaner im Bauamt, Reinhard Schlegel, hatte zuvor angekündigt, die Stadt werde sich in Kürze um Fördergelder aus einem Programm zum Thema Holzbau bemühen. Auf diesem natürlichen Baustoff könnte also der Fokus liegen, wenn das Wohngebiet Furchgasse in den kommenden Jahren entsteht. Mit dem Verkauf der Grundstücke soll 2021 begonnen werden.

Kein Quartiersplatz, aber ein Spielplatz

Bürgern, die hier in Zukunft ein Parkchaos befürchten, widerspricht das Bauamt. Es seien 1,5 Stellplätze pro Einheit vorgesehen. Hinzu kämen zehn öffentliche Parkplätze in dem Gebiet, in dem bald mehr als 120 Menschen leben könnten. Die Haupterschließung soll über die Buchhaldenstraße, die Wiesentalstraße und einen Feldweg erfolgen, der auf 5,50 Meter Fahrbahnbreite ausgebaut wird. Der Anregung eines Bürgers, einen „identitätsstiftenden Platz“ im neuen Wohngebiet anzulegen, folgt die Stadt nicht. Dies sei am Ortsrand „nicht empfehlenswert“.

Allerdings soll ein neuer Spielplatz an der Mühlbergstraße entstehen. Das sei nach wie vor geplant, auch wenn das betreffende Areal aus wasserschutzrechtlichen Gründen aus dem Bereich des Bebauungsplans gelöst worden sei, beruhigte das Bauamt die Stadträte.

Die Planung des neuen Wohnbaugebiets Furchgasse schreitet voran. Am Ortsrand des Weinstädter Stadtteils Schnait sollen circa 60 Wohnungen entstehen. Jetzt wird der fertige Bebauungsplanentwurf erneut ausgelegt. Die Stadtverwaltung ist der Meinung, ausreichend Stellplätze geschaffen zu haben, und kündigt an, sich für ein Holzbau-Förderprogramm zu bewerben. Neuen „Wohnraum“ müssen die Weinstädter aber nicht nur für Menschen schaffen, sondern auch für ein grellfarbenes Insekt – das hat ein

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