Weinstadt

Hilfskonvoi nach Remagen: Weinstädter spenden für Flutopfer

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Nach seinem Aufruf stapeln sich die Spenden bei Mario John in Beutelsbach. © Mario John

Am Samstag wird Mario John aus Beutelsbach mit einem Hilfskonvoi nach Remagen in Rheinland-Pfalz fahren, wo die Flut gewütet hat. Im Gepäck hat der 34-Jährige vier Tonnen Arbeitskleidung, Werkzeug, Spielgeräte, Benzinkanister ... Seine Hilfsfahrt erfolgt zwar auf private Initiative, ist aber abgestimmt mit der Stadtverwaltung in Remagen. Mehr als 100 Weinstädter seien seinem Aufruf in den sozialen Netzwerken gefolgt und hätten gespendet, berichtet er.

Die Lage ist noch immer unübersichtlich

Die 17 000-Seelen-Stadt Remagen liegt im Landkreis Ahrweiler, wo das Unwetter in der vergangenen Woche am schlimmsten gewütet hat. Nach starken Regenfällen wurden ganze Städte und Dörfer überflutet. Mindestens 117 Menschen haben im Kreis ihr Leben verloren, mehr als 700 sind verletzt, die Zahl der Vermissten ist noch immer nicht klar.

Der Beutelsbacher Mario John hat einen Freund in Remagen. Kurz vor der Katastrophe, als sich die Lage mancherorts schon zuspitzte, habe dieser die Lage noch als ruhig geschildert. Dann kamen die Wassermassen. „Am nächsten Tag hat er mir erzählt, dass die Nachbarkinder im Keller ertrunken sind“, sagt der 34-Jährige.

Mehr als 100 Weinstädter beteiligen sich

Mario John zögert nicht lange. Schon als vor mehreren Jahren Simbach in Bayern von einer Flutkatastrophe heimgesucht wurde, sind er und ein paar Freunde als Helfer vor Ort gewesen. Der Weinstädter ruft noch am Freitag in zwei Weinstädter Facebook-Gruppen zu Spenden auf. Die Resonanz überwältigte ihn: Mehr als 100 Menschen brachten allerlei Nützliches vorbei, so gut erhalten und sortiert, dass er und seine Nachbarn bei abermaligem Durchforsten nur einen Bruchteil der Spenden aussortieren mussten. Die Sachen werden nach Kuchen gebracht, wo ein Freund die Firma Elektrotechnik Dovids betreibt und den Lagerraum zur Verfügung stellt.

Von dort aus wird am Samstag der Hilfskonvoi nach Remagen starten, beladen mit insgesamt vier Tonnen an Sachspenden und Geräten, die beim Aufräumen und Wiederaufbau helfen sollen. Die Fahrschule Ostertag aus Winterbach stellt einen Lastwagen mit drei Fahrern, Anhänger stammen von Staib Landtechnik in Weinstadt.

Wird von solchen Fahrten nicht abgeraten?

Aber bitten das Deutsche Rote Kreuz und andere Organisationen sowie auch Städte und Landkreise nicht mittlerweile darum, von privaten Hilfsfahrten und Sachspenden abzusehen? Auch das Landratsamt von Ahrweiler schreibt das auf seiner Homepage.

Alles richtig, beschwichtigt Mario John, er und seine Mitstreiter würden jedoch nicht unangekündigt und planlos ins Katastrophengebiet fahren: „Wir haben die Bestätigung der Stadt Remagen, dass wir am Samstag kommen dürfen.“ Der 34-Jährige zeigt unserer Redaktion eine E-Mail einer Rathausmitarbeiterin in Remagen, die ihm den genauen Ort beschreibt, an dem er seine Fracht abladen soll.

Der Beutelsbacher kündigt an: „Vor Ort bleiben wir bis Sonntag, wir werden die Schaufel in die Hand nehmen und mitanpacken, wo Hilfe benötigt wird.“

Am Samstag wird Mario John aus Beutelsbach mit einem Hilfskonvoi nach Remagen in Rheinland-Pfalz fahren, wo die Flut gewütet hat. Im Gepäck hat der 34-Jährige vier Tonnen Arbeitskleidung, Werkzeug, Spielgeräte, Benzinkanister ... Seine Hilfsfahrt erfolgt zwar auf private Initiative, ist aber abgestimmt mit der Stadtverwaltung in Remagen. Mehr als 100 Weinstädter seien seinem Aufruf in den sozialen Netzwerken gefolgt und hätten gespendet, berichtet er.

Die Lage ist noch immer

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