Weinstadt

Jugendliche in Weinstadt wollen sichere Radwege: Tut die Verwaltung genug?

Vorbericht zur Kidical-Mass
Sichere Fahrradwege ohne gefährliche Hindernisse sind auf dem Schulweg wichtig. © Benjamin Büttner

Eine Stelle auf dem Fuß- und Fahrradweg in der Ulrichstraße, an der ständig falsch geparkt wird, schlechte Sichtverhältnisse an manchen Einmündungen, unfair verteilte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – die Mitglieder des Weinstädter Jugendgemeinderates sehen bei der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche in ihrer Kommune noch viel Luft nach oben.

Mit ganz konkreten Lösungsvorschlägen hatte sich das junge Gremium deshalb schon im Februar 2021 an die Verwaltung und den Gemeinderat gewandt – über ein Jahr später stand das Thema nun auf der Tagesordnung.

Mehr Zebrastreifen an den Kreisverkehren

„Viele Radwege und Verbindungswege sind immer noch unsicher“, kritisierte Jugendgemeinderätin Antonia Lenz in einer Präsentation in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Insgesamt neun Problempunkte hat der Jugendgemeinderat in seiner Darstellung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Jugendliche in Weinstadt herausgearbeitet und zu jedem Punkt auch mögliche Lösungsansätze vorgeschlagen.

Zum einen bittet das junge Gremium die Verwaltung darum, Fahrradfahrer und Fußgänger bei jeder verkehrspolitischen Entscheidung noch stärker zu berücksichtigen und zum Beispiel auch an sämtlichen Kreisverkehren in Weinstadt Zebrastreifen einzurichten.

Gefährliche Situationen mit Autoverkehr am Bildungszentrum

Sorge macht den Jugendlichen auch der durch „Eltern-Taxis“ verursachte Autoverkehr im absoluten Halteverbot auf dem „Lehrerparkplatz“ und der Buswendeplatte am Bildungszentrum, bei dem immer wieder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet würden.

„Aufgrund dieser entstehenden Gefährdung sollte das bereits geltende absolute Park- und Halteverbot hier rigoros umgesetzt und kontrolliert werden“, fordern die Mitglieder des Jugendgemeinderates. Insgesamt ist für sie die Parkplatzsituation am Bildungszentrum unbefriedigend: die An- und Abfahrt der Autos viel zu unübersichtlich, die Stellplätze für die Räder der Schüler ungleich auf die verschiedenen Schulen verteilt.

Drama am Remstal-Gymnasium: Am meisten Schüler, zu wenig Abstellpläze

Das Drama um die Fahrradstellplätze kennt FWW-Gemeinderat Roland Ebner als Elternbeiratsvorsitzender am Remstal-Gymnasium aus eigener Erfahrung: „Das ist jedes Jahr wieder ein Thema.“ Die Schwierigkeit: Grundsätzlich sind über das Bildungszentrum verteilt genügend Stellplätze vorhanden.

Nach Schule aufgeschlüsselt und im Verhältnis zu den Schülerzahlen kommt das Remstal-Gymnasium aber mit Abstand am schlechtesten weg – hier quellen jeden Tag Fahrradständer über, während zum Beispiel bei der Erich-Kästner-Schule viele Stellplätze leer bleiben, berichtet Roland Ebner.

Gemeinderäte nicht glücklich mit Reaktion der Verwaltung

Die Stadträte sind beeindruckt von der Gründlichkeit, mit der die Jugendgemeinderäte ihre Vorschläge ausgearbeitet haben. Gar nicht glücklich sind sie allerdings damit, wie die Verwaltung auf die Vorschläge reagiert: In der Antwort des Bauamts sind nämlich so gut wie keine konkreten Maßnahmen enthalten, bei den meisten Punkten wird auf künftige Verkehrsplanungen oder kommende Projekte verwiesen, durch deren Umsetzung sich die Probleme lösen sollen.

„Wir müssen klipp und klar sagen, dass wir mit der Beratungsunterlage nicht einverstanden sind“, kritisiert Ulrich Witzlinger (CDU) scharf. Deren Inhalt sei „substanzlos“, und gleichzeitig habe sich die Verwaltung mit der Bearbeitung der Anfrage viel zu lange Zeit gelassen. „So wollen wir nicht, dass mit unserem Jugendgemeinderat umgegangen wird.“

Eine Stelle auf dem Fuß- und Fahrradweg in der Ulrichstraße, an der ständig falsch geparkt wird, schlechte Sichtverhältnisse an manchen Einmündungen, unfair verteilte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – die Mitglieder des Weinstädter Jugendgemeinderates sehen bei der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche in ihrer Kommune noch viel Luft nach oben.

Mit ganz konkreten Lösungsvorschlägen hatte sich das junge Gremium deshalb schon im Februar 2021 an die Verwaltung und den

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