Weinstadt

Kein Durchkommen in Strümpfelbach - Welche Auswirkungen hat die Vollsperrung?

Hindenburgstraße
Die Hindenburgstraße ist seit Montag, 23. November, gesperrt. © Gabriel Habermann

Seit Montag, 23. November, gibt es kein Durchkommen in Strümpfelbach mehr. Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt. Unter anderem wird hier die Straße ausgebessert, Schlaglöcher sollen verschwinden. Doch bis die Arbeiten fertig sind, hat die Baustelle auch so manche negative Auswirkung auf das Leben in diesem Stadtteil.

An vielen Stellen in der Hindenburgstraße ist der Asphalt aufgerissen. Straßenschäden werden ausgebessert und Rohrbrüche beseitigt. Bagger, Laster und kleinere Baustellenfahrzeuge stehen überall in der Straße. Bauarbeiter in gelben Jacken laufen an diesem Vormittag überall umher. Am Ortseingang steht außerdem ein Hinweisschild: Anwohner können nur bis zur Baustelle fahren.

Vor wenigen Tagen erklärte Thomas Meier, Betriebsleiter der Stadtwerke Weinstadt, die große Dringlichkeit der Arbeiten. Bereits im Juli hatte es zwei schwere Wasserrohrbrüche gegeben, sie müssten nun dringend beseitigt werden. Bislang mussten die betroffenen Haushalte über oberirdische Leitungen notversorgt werden. Insgesamt werde die Sperrung wohl 14 Tage dauern.

Die Bäckerei bekommt die Sperrung der Ortsdurchfahrt zu spüren

Doch die Sperrung hat auch Folgen für den Alltag im Ort, wie sich unter anderem im Gespräch mit der Chefin der Bäckerei Schmid zeigt, die ganz in der Nähe der großen Baustelle ihre Waren verkauft. Begeistert sei sie über die große Baustelle natürlich nicht, sagt Karin Schmid. Ihre Umsätze seien seit der Sperrung gesunken. Auf dem Weg zur Arbeit hielten bei ihr oftmals auch Menschen aus dem Schurwald. Doch sie müssen Strümpfelbach momentan umfahren. Sie kaufen ihre Brötchen derzeit wohl woanders.

Trotzdem sagt Karin Schmid: „Dieses Jahr kann uns nichts mehr schocken“. Ihre Laden ist gleichzeitig auch ein Café, doch während des aktuellen Teil-Lockdowns ruht der Betrieb. Aus privaten Gründen ist Karin Schmid aber froh, dass die Arbeiten durchgeführt werden. „Die Schlaglöcher mussten dringend weg“, sagt sie. Außerdem sei die Sperrung ja absehbar. Ihr Eindruck: Die Bauarbeiter geben sich allergrößte Mühe, die Straße bald wieder befahrbar zu machen. „Die schaffen richtig was“, sagt die Bäckereichefin.

Verkehr stattdessen in der Spielstraße

Eine 59-jährige Strümpfelbacherin, die im Ort unterwegs ist, berichtet davon, dass nun einige durch eine Parallelstraße fahren, die eigentlich als Spielstraße ausgeschildert ist. Vor allem wegen der spielenden Kinder appelliert sie an die Autofahrer, an dieser Stelle vom Gas zu gehen. Einige seien zu schnell unterwegs, findet sie.

Eine 63-Jährige, die ebenfalls lieber nicht mit ganzem Namen in der Zeitung stehen will, schildert ebenfalls Verkehrsprobleme. Sie und ihr Mann müssen jetzt über schmale Feld- und Wiesenwege fahren, um aus Strümpfelbach zu kommen. Die Beschilderung sei nicht sehr hilfreich, meint sie. Trotzdem sei sie froh, dass die Straße erneuert wird. „An manchen Stellen hat es hier schon richtige Schläge getan“, meint sie. Schade finde sie allerdings, dass die Straße nicht großflächig erneuert wird, sie spricht von einem „Flickenteppich“.

Bis auf die Bauarbeiter sind an diesem Vormittag nur wenige Bürgerinnen und Bürger unterwegs. Lediglich im Salon Daniela lässt sich gerade eine Kundin die Haare schneiden. Friseurin Kirsten Neudörfer findet die Arbeiten vor der Tür des Salons gut und sagt: „Man muss mit der Zeit gehen“. Sie hofft allerdings, dass die Arbeiten bald abgeschlossen sind. Vor allem, weil vor Weihnachten normalerweise besonders viele Kundinnen und Kunden kommen.

Joachim Heinkel, Chef der Straßenbaufirma, die hier einen Großteil der Arbeiten durchführt, macht Hoffnung. Er glaubt, dass sein Team womöglich schon vor dem 4. Dezember fertig sein wird. Bis zu diesem Datum hatte die Stadt Weinstadt die Arbeiten angekündigt.

Die niedrigen Temperaturen haben Einfluss auf die Arbeiten vor Ort

Allerdings sind die niedrigen Temperaturen eine zusätzliche Herausforderung für die Straßenarbeiten. „Unter 100 Grad ist der Asphalt nicht mehr zu gebrauchen“, sagt Heinkel. In einem Thermofass werde die Masse warm gehalten. Am Boden müsste sie derzeit besonders schnell verarbeitet werden. Doch so lange die Temperaturen nicht unter null Grad fallen, könnten die Arbeiten weitergehen. Joachim Heinkel ist optimistisch.

Seit Montag, 23. November, gibt es kein Durchkommen in Strümpfelbach mehr. Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt. Unter anderem wird hier die Straße ausgebessert, Schlaglöcher sollen verschwinden. Doch bis die Arbeiten fertig sind, hat die Baustelle auch so manche negative Auswirkung auf das Leben in diesem Stadtteil.

An vielen Stellen in der Hindenburgstraße ist der Asphalt aufgerissen. Straßenschäden werden ausgebessert und Rohrbrüche beseitigt. Bagger, Laster und kleinere

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