Weinstadt

Kinderbetreuung wird teurer

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Symbolbild. © pixabay.com/CC0 Creative Commons
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Weinstadt. Die Kinderbetreuung in Weinstadt wird wohl wieder teurer: Vom 1. September an sollen die Gebühren um acht Prozent nach oben klettern, ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent. Das empfiehlt der Sozial- und Kulturausschuss der Stadt einstimmig. Das letzte Wort hat am Donnerstag der Gemeinderat.

Im Gegensatz zu früheren Jahren bleibt diesmal der große Aufschrei bei der Gebührenerhöhung aus – das heißt aber nicht, dass es nicht Kritik von den Elternvertretern gibt. Verena Krauer, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Kindertagesstätten, monierte in einem Schreiben an die Stadt die aus ihrer Sicht seit 2016 nicht mehr vorhandenen Mitgestaltungsmöglichkeiten bei den Gebührenerhöhungen. Zugleich erinnerte sie daran, dass die Elternschaft bei höheren Gebühren auch mehr Transparenz verlangen würde. Bei gleichen Beiträgen sollten laut dem Gesamtelternbeirat zudem gleiche Standards in den Kitas geschaffen werden. „Hier gibt es ein starkes Modernisierungsgefälle bis hin zum Modernisierungsstau bei Einrichtungen älterer Bausubstanz im Vergleich zu neuen Häusern. Zu nennen ist hier insbesondere der Hygienebereich“, heißt es in der Stellungnahme.

 

Zufrieden zeigten sich die Eltern über die um 250 Euro erhöhte Grenze für den Sozialtarif: Nun erhalten Familien mit einem monatlichen Bruttoeinkommen unter 3500 Euro auf Antrag eine Ermäßigung. Im Sozial- und Kulturausschuss wurde in der öffentlichen Sitzung nicht mehr diskutiert: Einstimmig votierten alle für die neuen Gebühren. Jetzt muss das Ganze nur noch der Gemeinderat absegnen, der am Donnerstag von 19 Uhr an in der Steinscheuer tagt.

 

Zehn neue Krippen-Gruppen und vier neue Kindergartengruppen: Das braucht nach Darstellung des Bonner Beratungsbüros Biregio die Stadt Weinstadt in den nächsten zehn Jahren. „Das entspricht rund 200 Plätzen, die fehlen“, sagte Mitarbeiter Georg Heller in der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses.

Derzeit plant die Stadt mit Blick auf das neue Wohngebiet Halde V in Endersbach ein weiteres Kinderhaus im Irisweg mit vier Gruppen. Für Georg Heller ist das zu wenig, da Weinstadt weiter Zuzug erhalten wird – und damit einen Zuwachs an Kindern um rund zehn Prozent. Wenn Weinstadt dieses Wachstum nicht will, darf es nach Hellers Ansicht keine weiteren Wohngebiete mehr ausweisen.

Mancher Stadtrat fragte sich, wie Weinstadt den Neubau der Kitas samt der Folgekosten bezahlen soll. Baubürgermeister Thomas Deißler sah es ähnlich: „Wir bewegen uns hier in einem Spannungsfeld zwischen Realität und Unmöglichkeit“.

CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger merkte noch an, dass seine Fraktion erst vor einigen Monaten in Sachen Bau des Kinderhauses Irisweg gefordert hatte, mit Blick auf die wachsende Kinderzahl in Weinstadt bei der geplanten Gruppenzahl aufzustocken – was damals von der Stadtverwaltung noch abgelehnt wurde.