Weinstadt

Kita-Leiter zu Streik in Weinstadt: Eltern reagieren "sehr positiv"

Tagesmütter
In der Realität dürfte an der Sport-Kita mehr Verkehr herrschen als hier im Spiel -  zumindest in den Stoßzeiten. (Symbolbild) © Alexandra Palmizi

Zwar streiken an diesem Mittwoch in mehreren Weinstädter Einrichtungen einzelne Erzieherinnen, komplett geschlossen bleibt aber nach Kenntnisstand der Gemeindeverwaltung (Dienstagmittag, 6.10.) nur der Burgkindergarten in Beutelsbach. Die zwei Gruppen mit insgesamt 32 Kindern werden deshalb nicht betreut, die Eltern müssen sich um eine private Alternative kümmern – oder Urlaub nehmen. Auf eine Anfrage unserer Zeitung heißt es aus dem Rathaus: „Die Stadt Weinstadt bietet keine Notbetreuung an. Zudem ist es Aufgabe der Leitung, den Ablauf des Streiks zu koordinieren und die Eltern in Kenntnis zu setzen.“

Dass die Einrichtung geschlossen bleibt, hat die Leitung des Burgkindergartens der Stadt am Dienstagvormittag mitgeteilt. Die Eltern wurden zuvor per Mail und Aushang informiert. Zu dem Warnstreik an diesem Mittwoch hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Betroffen sind neben Kitas auch die kommunalen Eigenbetriebe und Zweckverbände wie Stadtwerke, Kliniken und Abfallwirtschaft. Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

„Für die jungen Kollegen“

Im Burgkindergarten streiken vier von fünf Erziehungskräften, wie Einrichtungsleiter René Dressler unserer Zeitung mitteilt, die fünfte habe mittwochs sowieso frei. Der 47-Jährige sagt, er selbst sei mit seinem Gehalt zufrieden, er wolle aber „für die jungen Kollegen mitstreiken“, deren Einstiegsgehälter zu gering seien. Und wie reagieren die Eltern, von denen viele schon in der Corona-Hochphase Schwierigkeiten hatten, die Betreuung ihrer Kinder sicherzustellen, auf den Streik? „Die meisten sehr positiv“, sagt René Dressler, „sie finden es halt blöd, dass sie als Eltern darunter leiden müssen und nicht die Arbeitgeber.“

Nur ein Warnstreik

Bei dem Streik handelt es sich um einen Warnstreik, wie René Dressler betont. Nur an einem Tag bleibt der Burgkindergarten geschlossen. „Wir werden sehen, was die Verhandlungen bringen“, sagt der Kindergartenleiter. Die kommunalen Arbeitgeber wollen erst zur nächsten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober ein Angebot vorlegen. Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Ulrich Mädge, hat die Maßnahmen der Gewerkschaften bereits als „völlig überzogen“ bezeichnet.