Weinstadt

Klimaschutz in Weinstadt: Sind Solarparks auf freiem Feld eine Option?

Solar Energie
In Weinstadt ist Fotovoltaik-Technik auf Neubauten wie hier auf der Kita Irisweg mittlerweile Standard. Gut möglich, dass es bald auch im Freibereich Fotovoltaikanlagen geben wird. © Benjamin Büttner

In Weinstadt wird unterdurchschnittlich wenig Strom aus erneuerbarer Energie gewonnen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Stadtwerke-Chefs Thomas Meier hervor. Der Sprecher der GOL-Fraktion Manfred Siglinger plädiert deshalb dafür, großflächige Fotovoltaik-Anlagen im Stadtgebiet zu errichten. Ein entsprechender Suchlauf nach mehreren Hektar großen Freiflächen ist laut Thomas Meier bereits gestartet. Könnte es in Weinstadt bald riesige Solarparks geben? „Klar ist“, sagte der Leiter der Stadtwerke vergangene Woche im Technischen Ausschuss, „mit ein paar Dachanlagen kommt man da auch nicht voran. Da geht’s um Maßnahmen, die eine gewisse Dimension haben“.

Aktuell sind 79 konkrete Klima-Maßnahmen in Arbeit

In der besagten Sitzung hatte Meier den Stadträten einen Zwischenbericht zum European Energy Award (EEA) gegeben, an dem Weinstadt seit 2016 teilnimmt. Es handelt sich dabei um ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, in dem Klimaschutzaktivitäten einer Kommune erfasst und bewertet werden. Weinstadt hat nach dem EEA-Punktesystem mittlerweile 58 Prozent seines individuellen Klimaschutz-Potenzials erreicht und sich somit seit 2019 um 1,6 Prozentpunkte verbessert.  Das bedeutet „Silber“ – den Goldstandard erreichen Kommunen bei 75 Prozent und mehr.

Aktuell würden 79 konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz vom Energieteam „beackert“, und zwar „mit großem Engagement“, wie Thomas Meier betonte. Von den Räten wurde er einstimmig beauftragt, weiter an der Erfüllung der Klimaziele zu arbeiten. Das große „Optimierungspotenzial“, das es in Weinstadt trotz allem noch gibt, leugnet er nicht.

Stromerzeugung: Nicht einmal fünf Prozent aus erneuerbaren Energien

Denn unter vielen anderen Maßnahmen wird im EEA auch der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bewertet. „Hier ist Weinstadt deutlich unterdurchschnittlich unterwegs“, sagte Thomas Meier im Technischen Ausschuss. Auf Nachfrage unserer Redaktion nennt er konkrete Zahlen: Im Jahr 2018 habe der Gesamtstromverbrauch im Weinstädter Stromnetz rund 100 000 Megawattstunden betragen. Nur 4700 Megawattstunden seien „erneuerbar ins Netz eingespeist“ worden, also ein Anteil von nicht einmal fünf Prozent. „Städte vergleichbarer Größe in Baden-Württemberg haben im Durchschnitt 13 Prozent erneuerbare Energie, die vor Ort erzeugt wird“, sagt Thomas Meier. In Weinstadt wird der grüne Strom demnach aus einer einzigen Wasserkraftanlage am Birkelwehr und aus mehreren Hundert Fotovoltaikanlagen auf Firmen- und Wohngebäuden gewonnen.

Manfred Siglinger: "Müssen unsere Klimaschutzanstrengungen intensivieren"

Diese reichen demnach im Vergleich mit anderen Städten nicht aus. „Wir müssen in Weinstadt unsere Klimaschutzanstrengungen ganz klar intensivieren und verstärken“, so sieht es Manfred Siglinger, Fraktionsvorsitzender der Grünen Offenen Liste. Das gelte insbesondere für die erneuerbaren Energien: „Wir müssen wirklich in die Pötte kommen. Da werden auch Dachanlagen nicht reichen. Wir müssen in einen Suchlauf gehen für Freiflächen-Fotovoltaik anlagen, egal, wo die liegen.“ Für andere erneuerbare Stromquellen – etwa Windkraft – sieht der Grüne „bei unseren Standortbedingungen wenig Potenzial“.

Thomas Meier: Weinstadt prüft bereits, ob Flächen geeignet sind

Bei Thomas Meier stößt er mit diesem Vorschlag auf offene Ohren. Wie unsere Redaktion vom Stadtwerke-Chef erfahren hat, sind die Weinstädter sogar bereits auf der Suche nach geeigneten Flächen für derartige Solaranlagen. Weinstadt könne nur auf den Landesdurchschnitt kommen, sagt Thomas Meier, wenn „Freiflächen mit mehreren Hektar Größe“ genutzt würden. Was genau wird gesucht? „Das eine sind große Dachflächen. Das andere sind Freiflächen, die möglichst nicht in großer Konkurrenz zur Landwirtschaft stehen.“

Grundsätzlich möglich: Solarparks in Beutelsbach, Strümpfelbach und Schnait

Bevor auf Weinstädter Ackerflächen also Solarparks entstehen, müssen in einem ersten Schritt überhaupt geeignete Flächen gefunden werden. In Baden-Württemberg dürfen Fotovoltaikanlagen im Freibereich nur auf Ackerflächen und Wiesen in „benachteiligten Gebieten“ errichtet werden. So werden Gebiete bezeichnet, die zum Beispiel nur schwache landwirtschaftliche Erträge erzielen. Die gibt es in Weinstadt. Dem Energieatlas des Landes Baden-Württemberg zufolge haben vor allem Freiflächen in Beutelsbach Potenzial.

In Weinstadt wird unterdurchschnittlich wenig Strom aus erneuerbarer Energie gewonnen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Stadtwerke-Chefs Thomas Meier hervor. Der Sprecher der GOL-Fraktion Manfred Siglinger plädiert deshalb dafür, großflächige Fotovoltaik-Anlagen im Stadtgebiet zu errichten. Ein entsprechender Suchlauf nach mehreren Hektar großen Freiflächen ist laut Thomas Meier bereits gestartet. Könnte es in Weinstadt bald riesige Solarparks geben? „Klar ist“, sagte der Leiter der

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