Weinstadt

Klimaschutz: So will Weinstadt bei der Wärme CO2 sparen

Energiezentrale III
Stadtwerke-Chef Thomas Meier hat jüngst im Technischen Ausschuss das Konzept der Stadt Weinstadt zur kommunalen Wärmeplanung erläutert. © Gabriel Habermann

Seit einer Novelle des Klimaschutzgesetzes im Herbst 2020 ist Weinstadt verpflichtet, wie jede Große Kreisstadt im Land, eine „kommunale Wärmeplanung“ aufzustellen. Die Frist läuft Ende 2023 aus. Die Stadt Weinstadt und ihre Stadtwerke nehmen sich dieser Aufgabe jetzt an. Wie das funktioniert und was die Planung kosten soll, wird in einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Rathaus erklärt.

Um die kommunale Wärmeplanung umzusetzen, sind demnach vier Schritte notwendig. Zunächst muss der Gebäudebestand nach seinem aktuellen Wärmebedarf und -verbrauch analysiert werden. Dabei werden unter anderem auch Daten zu den vorhandenen Gebäudetypen und Baualtersklassen sowie zur Versorgungsstruktur erhoben.

Daten erheben, Ziele definieren

In einem zweiten Schritt geht es um die Potenzialanalyse zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme in privaten und auch gewerblich genutzten Gebäuden. Gleichzeitig wird die lokale Verfügbarkeit erneuerbarer Energien erhoben. Auf den erhobenen Daten basierend wird in einem dritten Schritt ein Zielszenario aufgestellt für das Jahr 2050 und für ein Zwischenziel im Jahr 2030.

Schließlich folgt als vierter Schritt die Wärmewendestrategie. Darin wird festgehalten, wie und in welchen Schritten und mit welcher Abfolge der kommunale Wärmeplan strategisch umgesetzt werden kann.

"Wesentliche Potenziale, um CO2 wirksam zu reduzieren"

In einer Pressemitteilung wird Oberbürgermeister Michael Scharmann zu den Klimaschutzbestrebungen der Stadt Weinstadt zitiert: „Im Wärmebereich gibt es wesentliche Potenziale in Weinstadt, um CO2 wirksam zu reduzieren. Durch die Kommunale Wärmeplanung bekommt die Verwaltung klare Strategien aufgezeigt für die dazu erforderliche Wärmewende.“

Der Betriebsleiter der Stadtwerke Thomas Meier erklärt: „Als Grundlage der Wärmeplanung dient das von den Stadtwerken seit 2015 implementierte und fortlaufend aktualisierte digitale Wärmekataster der Firma Smart Geomatics. Bisher wurde dieses Tool unter anderem bei der Erarbeitung von drei energetischen Quartierskonzepten eingesetzt. Nun dient es als wesentliches Handwerkszeug für die Ausdehnung der Planungen auf das gesamte Stadtgebiet.“

68.000 Euro Gesamtkosten

Die Stadtverwaltung Weinstadt wird voraussichtlich ihre kommunale Wärmeplanung an die Firma Ebök aus Tübingen vergeben. Das hat der Technische Ausschuss am vergangenen Donnerstag, 16. September, in seiner jüngsten Sitzung vorberaten und dies dem Gemeinderat so zum Beschluss empfohlen.

Ebök hatte das günstigste von drei eingeholten Angeboten eingereicht: Das Honorar zur Erstellung des kommunalen Wärmeplans beträgt rund 45.800 Euro. Hinzu kommen noch rund 21.500 Euro, die bei den Stadtwerken Weinstadt für die Softwarebereitstellung sowie die Betreuung des Projektes entstehen. Insgesamt wird die Stadt Weinstadt rund 68.000 Euro für den kommunalen Wärmeplan ausgeben. Die Erstellung des Plans wird allerdings vom Land Baden-Württemberg unterstützt. Die Stadt Weinstadt erhält über vier Jahre jeweils rund 17.000 Euro jährlich an Fördergeldern. Die Gesamtförderung liegt also bei rund 68.000 Euro, so dass die Ausgaben durch die Vergabe an Ebök und den Aufwand der Stadtwerke komplett gedeckt sind, wie die Verwaltung betont.

Stadt Weinstadt: Klimaschutz hat hohen Stellenwert

Der Klimaschutz habe in der Stadt Weinstadt einen hohen Stellenwert, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung. So nehme die Kommune seit 2016 am European Energy Award teil. Die Stadtwerke Weinstadt haben in den vergangenen Jahren vier Quartierskonzepte erstellt - und das basierend auf der Umsetzung der Klimaschutzziele. Zudem hat der Gemeinderat im Juli auch die unterstützende Erklärung der Stadt Weinstadt zum Klimaschutzpakt des Landes Baden-Württemberg beschlossen.

Seit einer Novelle des Klimaschutzgesetzes im Herbst 2020 ist Weinstadt verpflichtet, wie jede Große Kreisstadt im Land, eine „kommunale Wärmeplanung“ aufzustellen. Die Frist läuft Ende 2023 aus. Die Stadt Weinstadt und ihre Stadtwerke nehmen sich dieser Aufgabe jetzt an. Wie das funktioniert und was die Planung kosten soll, wird in einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Rathaus erklärt.

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Um die kommunale Wärmeplanung umzusetzen, sind demnach vier Schritte notwendig.

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