Weinstadt

Kokain, Ecstasy, Marihuana: 28-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten

Waiblingen im Amtsgericht 3
Amtsgericht Waiblingen. © Gabriel Habermann

Der Angeklagte wird in Handschellen in den Saal gebracht. Der 28-Jährige wirkt ernst und angespannt. Ihm werden mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen. Hat er mit Drogen gehandelt oder sie nur selbst konsumiert? Um diese Frage ging es jetzt am Amtsgericht Waiblingen. In zwei Fällen besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht des gewinnbringenden Handels, in zwei weiteren der Besitz von illegalen Betäubungsmitteln.

Mehrfach mit Drogen erwischt

Nachdem er im September 2019 nicht zu einer Verhandlung im Amtsgericht Backnang erschienen ist, wurden bei einer Hausdurchsuchung eine geringe Menge Marihuana, ein Smartphone sowie eine Kamera sichergestellt. Durch die Auswertung des Smartphones sind die Ermittler auf eine Textnachricht aufmerksam geworden, die einen möglichen Handel mit Rauschgift nahelegt. So habe er im Juni 2019 versucht, 25 Gramm Marihuana bei einer bisher noch nicht identifizierten Person zu kaufen.

Zudem geriet der Angeklagte in der Beutelsbacher Ortsmitte abermals ins Visier der Polizei. Bei einer Personenkontrolle stellten die Beamten drei Aluminiumbeutel mit Kokain sicher. Bei einer weiteren Personenkontrolle im Januar 2020 fiel er den Beamten in Bad Cannstatt auf. Bei einer freiwilligen Durchsuchung fanden die Beamten eine verdächtige Tablette beim Angeklagten. Auf Nachfrage, was das sei, gab er direkt zu, dass es sich um Ecstasy handle.

Angeklagter bittet um Verzeihung

Der Vorsitzende Richter Steffen Kärcher möchte zu Beginn mehr über die Lebensumstände des Angeklagten wissen. Der Mann gibt an, er habe in Gambia sein eigenes Ladengeschäft gehabt und sei 2010 aus Afrika geflohen. Zunächst hielt er sich in anderen europäischen Ländern auf, bis er 2014 nach Deutschland kam. Seit sieben Jahren sei er drogenabhängig. In Untersuchungshaft habe ihn ein weiterer Schicksalsschlag ereilt: Seine Freundin verlor das gemeinsame Kind. Dies sei ein sehr bewegender Moment für ihn gewesen, so der Mann im Zeugenstand.

Er bereue seine Tat, so der Angeklagte, der in der Verhandlung um Verzeihung bittet: „Ich möchte dem Gericht sagen, dass es mir leidtut. Ich habe Fehler gemacht, aber ich verkaufe keine Drogen. Ich konsumiere nur selbst.“

Appell des Richters zum Abschluss

Auch Richter Steffen Kärcher sieht keine Anhaltspunkte für einen möglichen Handel. „Ein Handeltreiben ist aus meiner Sicht nicht vorhanden“, so Kärcher. So sei lediglich der Besitz der illegalen Substanzen zu verurteilen. Von der Reue des Angeklagten ist der Vorsitzende zwar überzeugt, aufgrund einschlägiger Vorstrafen komme der 28-Jährige jedoch nicht um eine Haftstrafe herum.

So wird er zu sieben Monaten Haft verurteilt. Damit blieb das Urteil noch unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten acht Monaten Freiheitsstrafe. Er solle Hilfe bei der Drogenberatung in Anspruch nehmen, rät Kärcher, dann könne er möglichst schnell einen Therapieplatz bekommen.

Am Ende appellierte Kärcher an den Angeklagten: „Genau dieses Verhalten von Asylbewerbern führt dazu, dass einer gesamten Bevölkerungsgruppe Vorurteile entgegengebracht werden.“

Der Angeklagte wird in Handschellen in den Saal gebracht. Der 28-Jährige wirkt ernst und angespannt. Ihm werden mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen. Hat er mit Drogen gehandelt oder sie nur selbst konsumiert? Um diese Frage ging es jetzt am Amtsgericht Waiblingen. In zwei Fällen besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht des gewinnbringenden Handels, in zwei weiteren der Besitz von illegalen Betäubungsmitteln.

Mehrfach mit Drogen erwischt

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