Weinstadt

Kosten pro Kilowattstunde verdoppelt: Stadtwerke Weinstadt erhöhen Strom-Preise

Stadtwerke
Thomas Meier, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinstadt. © ZVW/Gaby Schneider

Wie die Stadtwerke Waiblingen oder das Remstalwerk erhöhen auch die Stadtwerke Weinstadt vom 1. Januar 2023 an die Preise für Strom stark. In einem Schreiben an ihre Kunden, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand, der uns alle gleichermaßen hart trifft.“

Stadtwerke-Chef Thomas Meier in Brief an Kunden: Kosten für Netznutzung teils erheblich gestiegen

Seit Mitte 2021, betont Stadtwerke-Chef Thomas Meier in dem Brief an die Kunden des Tochterunternehmens der Stadt Weinstadt, steige der Strom-Einkaufspreis stetig an und habe zeitweise einen Höchststand von 99 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erreicht. Zum kommenden Jahr stiegen die Kosten der Netznutzung, welche die Netzbetreiber den Stadtwerken Weinstadt in Rechnung stellen, teils erheblich an – und genau deshalb müssten die Preise für 2023 im notwendigen Rahmen geändert werden.

Auf Nachfrage ergänzt Carina Rother von der Pressestelle der Stadt Weinstadt, dass zum einen die Beschaffungspreise für die Stadtwerke gestiegen sind und zum anderen die Grundgebühr für die Netznutzung durch den örtlichen Netzbetreiber, die Netze BW GmbH, verdoppelt worden sei. Die Netze BW hat das Weinstädter Stromnetz von der SWWE gepachtet – und diese GmbH wiederum ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke und der EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH. Die massiv gestiegenen Beschaffungspreise im Jahr 2022 sind laut Carina Rother Bestandteil des Strompreises fürs Lieferjahr 2023.

Arbeitspreis für Strom steigt für die Kunden der Stadtwerke Weinstadt auf brutto 64,51 Cent pro Kilowattstunde

Zum 1. Januar 2023 werden die Preise beim Arbeitspreis auf brutto 64,51 Cent pro Kilowattstunde erhöht, netto sind das 54,21 Cent. 2022 hatten die Preise für die Kunden noch 23,50 Cent netto beziehungsweise 27,97 Cent brutto betragen. Sprich: Die Kunden zahlen für die Kilowattstunde mehr als doppelt so viel. Der jährliche Grundpreis beim Strom steigt bei den Stadtwerken Weinstadt 2023 auf 138,81 Euro netto beziehungsweise 165,18 Euro brutto, nachdem er 2022 noch bei 98,82 Euro netto respektive 117,60 Euro brutto gelegen hat.

„Die Stadtwerke Weinstadt beschaffen sehr marktnah. Damit konnten wir in der Vergangenheit im Vergleich zur Grundversorgung attraktive Tarife anbieten“, erläutert Carina Rother. Sobald sich der Großhandel beruhige, werde man aufgrund der Einkaufsstrategie zeitnah wieder attraktive Tarife anbieten können. „Der Grundversorger mit längerfristigem Energieeinkauf hingegen wird die hohen Einkaufspreise aus dem Jahr 2022 länger im Portfolio haben.“

Beim Grundversorger EnBW zahlen Kunden in Weinstadt bei Sonderverträgen Preise ab 69,50 Cent pro Kilowattstunde

Grundsätzlich muss laut Carina Rother auch beim Grundversorger zwischen Grundversorgungstarifen und Sonderverträgen unterschieden werden. Der Grundversorger in Weinstadt, die EnBW, biete beispielsweise aktuell Sonderverträge für Kunden in Weinstadt ab 69,50 Cent pro Kilowattstunde an, die Grundversorgung liegt bei 37,31 Cent pro Kilowattstunde.

Die Stadtwerke Weinstadt profitieren nach Angaben der Pressestelle von den gestiegenen Energiepreisen nicht. „Der Aufschlag für Verwaltung und Vertrieb, der letztendlich auch den Unternehmenserfolg beinhaltet, ist seit Jahren konstant und wurde auch jetzt nicht verändert.“ Im Gegenteil hätten alle Energieversorger aufgrund der Soforthilfen und Bremspreisen mit extremen Mehraufwänden zu kämpfen.

Im Schreiben an die Kunden verspricht Thomas Meier, dass die vom 1. Januar 2023 an geltenden Preise bis zum 31. Dezember 2023 garantiert werden. „Die Preisgarantie bezieht sich auf die von den Stadtwerken Weinstadt beeinflussbaren Preisbestandteile, also den Netto-Grundpreis und den Netto-Energiepreisanteil des Arbeitspreises.“

Wie die Stadtwerke Waiblingen oder das Remstalwerk erhöhen auch die Stadtwerke Weinstadt vom 1. Januar 2023 an die Preise für Strom stark. In einem Schreiben an ihre Kunden, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand, der uns alle gleichermaßen hart trifft.“

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Stadtwerke-Chef Thomas Meier in Brief an Kunden: Kosten für Netznutzung teils erheblich gestiegen

Seit Mitte 2021, betont Stadtwerke-Chef Thomas Meier in dem Brief an

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