Weinstadt

Lärmschutz in Richtung Gärtnerei Hayler: Neue Planung für Halde V in Weinstadt

BebauungsplanHalde
Ein Teil des Neubaugebiets liegt noch brach, dafür soll jetzt ein neuer Bebauungsplan erarbeitet werden. © Gaby Schneider

Ende März 2021 haben die Gärtnereibesitzer Katrin und Simon Hayler mit ihrer Klage gegen den Bebauungsplan Halde V vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim Erfolg gehabt.

Das Gericht bemängelte, die Stadt Weinstadt habe bei der Planung die Interessen des anliegenden Betriebs zu wenig berücksichtigt, und erklärte einen Teil des Bebauungsplans für das Neubaugebiet für unwirksam. Nach mehr als einem Jahr Unterbrechung soll die Planung für diesen Bereich der Halde V nun endlich weitergehen.

Gebäude müssen als Schallschutz dienen

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hat das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung und des Technischen Ausschusses zugestimmt, für den betroffenen Bereich zwischen Gärtnerei und der Quartiersmitte des inzwischen ansonsten schon weit gediehenen Neubaugebiets einen neuen Bebauungsplan aufzustellen. Der soll dieses Mal den Lärmschutzanforderungen gerecht werden können.

Ursprünglich war die Stadt Weinstadt davon ausgegangen, dass die Gärtnerei bei den für den Betrieb laut Simon Hayler notwendigen nächtlichen Anlieferungen selbst für Lärmschutz sorgen müsse und dafür außerdem eine Genehmigung brauche. Dem stimmte der VGH Mannheim nicht zu: Die Stadt muss hier auf den bereits bestehenden Betrieb Rücksicht nehmen und den Schallschutz im Bebauungsplan berücksichtigen – Genehmigung für die Anlieferung hin oder her.

Riegelbebauung in zwei Reihen soll Barriere darstellen

Angrenzend an die Gärtnerei soll aber nach wie vor Wohnbebauung entstehen. Nach aktuellem Stand der Planung in Form eines deutlich massiveren Komplexes, der gleichzeitig als Schallschutz-Barriere dienen soll und auch mehr Wohnraum bietet, als ursprünglich für die Gebäude in diesem Bereich vorgesehen war.

„Zum Schallschutz gegenüber dem angrenzenden Gärtnereibetrieb muss eine durchgehende viergeschossige Riegelbebauung mit entsprechendem Schallschutz in Richtung Lärmquelle errichtet werden, so dass eine Abschottung der dahinterliegenden Bereiche Richtung Quartiersplatz entsteht“, schreibt das Liegenschaftsamt dazu in seiner Beratungsunterlage.

Die Grundstücke sollen dazu entsprechend neu aufgeteilt werden. Die Lärmschutzbebauung entlang der Junkeräcker und das dahinterliegende Baufeld sollen jeweils mit einer eigenen Tiefgarage erschlossen werden. Beide Bereiche sollen durch Bauträger entwickelt werden.

Planungen sollen schnell vorangehen

Die Stadtverwaltung wird dafür nun erneut ein Regelverfahren nach dem Baugesetzbuch starten und die einzelnen Verfahrensschritte nacheinander einleiten. Durch den neuen Bebauungsplan entstehen Kosten in Höhe von voraussichtlich 70.000 Euro, hierbei handelt es sich allerdings um keine überplanmäßigen Ausgaben.

Die Stadt möchte mit den Planungen möglichst schnell weiterkommen, denn der Druck auf den Wohnungsmarkt in Weinstadt ist hoch: Das lasse sich allein schon daran ablesen, dass so viele Kaufwillige auf dem Portal der städtischen Bauplatzvergaben registriert seien.

Viele Bewerber auf wenige Bauplätze

Auf der Liste haben sich laut Stadt schon bis Juli 2021 über 1000 Interessenten eingetragen. Für das restliche Gebiet der Halde V sind die Bauplätze vor rund zwei Jahren schon vergeben worden. Dabei hätten sich rund 230 Bewerber, die bereits eine Finanzierungsbestätigung der Bank vorlegen konnten, für einen der circa 50 Bauplätze beworben.

Die Stadt geht davon aus, dass die Nachfrage nach Bauplätzen bei den bevorstehenden Vergabeverfahren im Schnaiter Neubaugebiet Furchgasse sowie in der Brückenstraße und In den Hauern im Ortsteil Großheppach ähnlich groß sein wird.

Ende März 2021 haben die Gärtnereibesitzer Katrin und Simon Hayler mit ihrer Klage gegen den Bebauungsplan Halde V vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim Erfolg gehabt.

Das Gericht bemängelte, die Stadt Weinstadt habe bei der Planung die Interessen des anliegenden Betriebs zu wenig berücksichtigt, und erklärte einen Teil des Bebauungsplans für das Neubaugebiet für unwirksam. Nach mehr als einem Jahr Unterbrechung soll die Planung für diesen Bereich der Halde V nun endlich

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