Weinstadt

Legale Mountainbike-Strecken in Weinstadt: Trails können bald freigegeben werden

Mountainbike
Legale Trails sollen Mountainbiker von problematischen, illegalen Strecken fernhalten (Symbolfoto). © Gabriel Habermann

Vor einer Woche hat in Weinstadt erneut ein Runder Tisch mit Vertretern der Mountainbiker, der Stadt Weinstadt als Waldbesitzer, Naturschützern, Wanderern, Jägern, Wengertern und dem Forstamt stattgefunden. Es geht nach wie vor um die Realisierung mehrerer legaler Mountainbike-Strecken, Trails genannt, im Wald auf Weinstädter Gebiet. Zwei oder drei Trails dürfen vielleicht schon bald legal befahren werden.

Ulrich Häußermann, stellvertretender Leiter des Forstamts Rems-Murr, brachte die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung auf den neuesten Stand. Beschlossen wurde aber bis jetzt noch nichts. „Die gute Nachricht ist: Die kosten Sie gar nichts“, so der Förster über die Mountainbike-Strecken. Diese existieren nämlich schon, wenn auch illegalerweise.

Durch Angebote den Fahrradverkehr im Wald lenken

Bisher haben Mountainbiker in Baden-Württemberg nur sehr wenig Möglichkeiten, ihren Sport legal auszuüben. Gesetzlich gilt nämlich, dass nur Wege, die mindestens eine Breite von zwei Metern haben, von Radfahrern befahren werden dürfen. So beliebt wie der Freizeitsport aber inzwischen ist, kann an dieser Regelung so nicht festgehalten werden, findet Ulrich Häußermann. „Es ist nicht mehr die Frage, ob im Wald Fahrrad gefahren wird, sondern nur wo“, fasst er die Problematik zusammen.

Denn im Moment macht es überhaupt keinen Unterschied, ob ein Trail vielleicht in einem stark frequentierten Bereich des Waldes verläuft, wo eigentlich nichts dagegen spricht, oder aber in einem Landschaftsschutzgebiet oder einem Rückzugsort für Wildtiere: Alles ist gleichermaßen verboten. Mit dem Angebot von möglichst unproblematischen legalen Strecken, die mit allen Interessensparteien im Wald abgesprochen sind, sollen die Radfahrer von den problematischen Abfahrten ferngehalten werden.

Beschilderung und klare Regeln für die Nutzung

Dann sollen hier auch Verbotsschilder mit Verweis auf die legalen Strecken angebracht werden, bis die Pfade dann hoffentlich mit der Zeit zuwachsen und verschwinden. Für die legalen Strecken werden bestimmte Regeln gelten. Zum Beispiel: Fahre nicht in der Dämmerung, nutze nur legale Trails, hinterlasse keine Spuren.

Zwei bestehende Trails seien schon von allen beteiligten Parteien des Runden Tisches abgesegnet worden: einmal eine Strecke, die von der Buocher Höhe in Richtung Gundelsbach hinunter geht, und ein Trail am Karlstein. Dieser Trail soll künftig etwas früher enden: Nachdem der Pfad auf einen Weg trifft, geht er bisher in einem Waldrefugium weiter. Hier soll künftig kein Weg mehr bestehen.

Trailpaten sind Ansprechpartner vor Ort, Stadt haftet nicht

Jäger haben noch einen zusätzlichen Trail mit ins Gespräch gebracht, dieser soll in der Nähe des Naturfreundehauses verlaufen – Genaueres sei dazu aber noch nicht bekannt. Sorgen macht dem Runden Tisch noch der Trail, der vom Schurwald herunter in den Schachen führt. Dieser ist sehr beliebt und stark frequentiert. „Der schwenkt im Moment runter in ein Waldbiotop“, so Ulrich Häußermann. In der Diskussion ist momentan, dass die Mountainbiker des Vereins „Shape and ride“ diesen letzten Streckenabschnitt einfach verlegen.

Die legalen Trails werden von den Ehrenamtlichen des Vereins, der seinen Sitz in Korb hat, zukünftig betreut werden. Solche „Trailpaten“, Ansprechpartner aus den jeweiligen Ortschaften – vergleichbar mit den Wegewarten des Schwäbischen Albvereins –, gibt es schon in anderen Kommunen im Kreis, die bereits legale Trails freigegeben haben.

Damit die Stadt für Unfälle, die auf den legalen Trails passieren könnten, nicht haftbar ist, werde penibel darauf geachtet, dass keine Bauwerke wie zum Beispiel Schanzen entstehen. Für „waldtypische Gefahren“, wie zum Beispiel heruntergefallene Äste, müssen Kommunen keine Verantwortung übernehmen.

Vor einer Woche hat in Weinstadt erneut ein Runder Tisch mit Vertretern der Mountainbiker, der Stadt Weinstadt als Waldbesitzer, Naturschützern, Wanderern, Jägern, Wengertern und dem Forstamt stattgefunden. Es geht nach wie vor um die Realisierung mehrerer legaler Mountainbike-Strecken, Trails genannt, im Wald auf Weinstädter Gebiet. Zwei oder drei Trails dürfen vielleicht schon bald legal befahren werden.

Ulrich Häußermann, stellvertretender Leiter des Forstamts Rems-Murr, brachte

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