Weinstadt

Legale Trails im Wald in Weinstadt: Finden Mountainbiker und Jäger Kompromiss?

Wald & Bike
Auch in Weinstadt sollen bald legale Mountainbike-Strecken entstehen: Das soll allen Beteiligten helfen (Symbolfoto). © Gabriel Habermann

Nachdem zuletzt in Fellbach und Winnenden legale Mountainbike-Trails eingeweiht worden sind, sollen kommende Woche auch in Weinstadt die Planungen für gleich mehrere solcher Strecken in verschiedenen Teilorten weitergehen.

Am Montag findet ein Runder Tisch mit Vertretern aller Interessensgruppen statt – und das sind in diesem Zusammenhang gar nicht wenige. Kurz vor diesem Runden Tisch soll es jetzt im Weinstädter Wald aber erneut zu Spannungen zwischen Radfahrern und Jägern gekommen sein – was steckt da dahinter?

"Shape and ride" möchte Anschuldigungen aus der Welt räumen

Zum Forstamt sind die Beschwerden jedenfalls nicht vorgedrungen: „Den Kolleginnen und Kollegen im Forstamt ist kein aktueller Konflikt bekannt“, informiert die Pressestelle des Rems-Murr-Kreises. Im Gegenteil, das Forstamt vermeldet sogar, das derzeit ein guter Austausch zwischen Jägern und Mountainbikern im Rahmen des Konzepts zur Besucherlenkung mit den geplanten ausgewiesenen Strecken im Wald stattfinde.

Ein bisschen Unmut auf Seiten der Jäger hat es jüngst aber wohl doch gegeben, das bestätigt Michael Häußermann, Vorsitzender des Mountainbike-Vereins „Shape and Ride“ aus Korb. Auch er habe davon gehört, kenne die genauen Zusammenhänge aber nicht. „Die Kommunikation stockte etwas“ und es habe einige Anschuldigungen an die Mountainbiker gegeben, so Häußermann. Diese Anschuldigungen wolle man aber beim Runden Tisch am Montag aus der Welt räumen.

Situation im Wald birgt Konfliktpotential

Es gebe eben auch bei den Mountainbikern einsichtigere und weniger einsichtige Vertreter, so der Vorsitzende. Dass Mountainbiker im Wald längst nicht immer gerne gesehen werden, ist nichts Neues. Der Wunsch der Radfahrer, ihren Sport ausüben zu können, beißt sich des Öfteren mit den Bestrebungen von Naturschützern und Jägern, die nicht wollen, dass die Mountainbiker mit eigenmächtig angelegten Strecken quer durch den Wald das Wild aufscheuchen. Auch Wanderer ärgern sich immer wieder darüber, dass auf Wanderpfaden auch Radfahrer unterwegs sind, und das bergab vielleicht auch noch mit sehr hoher Geschwindigkeit.

Denn die Nutzung von Waldwegen, die schmaler sind als zwei Meter, ist für Radfahrer in Baden-Württemberg grundsätzlich nicht erlaubt. Deswegen hatten Mountainbiker aber bis vor kurzem aber auch so gut wie keine Möglichkeit, ihren Sport hier im Rems-Murr-Kreis legal auszuüben. Und das, obwohl Mountainbike-Fahren längst im Trend liegt und immer mehr Anklang in allen Altersgruppen findet.

Strecken finden, mit denen alle leben können

Eine Situation, die viel Konfliktpotenzial mit sich bringt. Legale, ausgeschilderte und zusammen mit Jägern, ehrenamtlichen wie hauptamtlichen Naturschützern, Förstern, Wanderern und Waldbesitzern abgestimmte Mountainbike-Strecken sollen hier für Entspannung sorgen. Diese legalen Trails in möglichst vielen Kommunen umsetzen zu können, hat sich auch der Mountainbike-Verein „Shape and Ride“ aus Korb zur Aufgabe gemacht.

Das wird auch in Weinstadt funktionieren, ist Micheal Häußermann sich sicher: „Auf allen anderen Gemarkungen haben wir es gut hinbekommen.“ Viele Weinstädter Mountainbiker würde das sicherlich freuen: Allein „Shape and Ride“ habe an die 25 aktive und passive Mitglieder, die in Weinstadt wohnhaft seien, so Häußermann.

Nachdem zuletzt in Fellbach und Winnenden legale Mountainbike-Trails eingeweiht worden sind, sollen kommende Woche auch in Weinstadt die Planungen für gleich mehrere solcher Strecken in verschiedenen Teilorten weitergehen.

Am Montag findet ein Runder Tisch mit Vertretern aller Interessensgruppen statt – und das sind in diesem Zusammenhang gar nicht wenige. Kurz vor diesem Runden Tisch soll es jetzt im Weinstädter Wald aber erneut zu Spannungen zwischen Radfahrern und Jägern gekommen

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