Weinstadt

Lockdown? Warum die Kitas in Weinstadt nur theoretisch schließen

Kita Kindergarten Symbol
Leere Kitas? Eher nicht. © Katrina_S from Pixabay

Von diesem Mittwoch an gilt deutschlandweit: Lockdown! Neben Einzelhändlern müssen auch Kindergärten und Schulen schließen. Oder doch nicht? Weil die Stadt (wie auch andere Kommunen) unbürokratisch vorgeht und von den Eltern keinen Nachweis über die Dringlichkeit der Notbetreuung verlangt, steht die Befürchtung im Raum, dass viele Familien ihre Kinder weiterhin in die Kita schicken, obwohl sie gar nicht unbedingt darauf angewiesen wären.

Das wiederum würden denen sauer aufstoßen, die sich spontan frei genommen haben, für ihre Kinder in Windeseile eine alternative Betreuungsmöglichkeit gefunden haben oder den Nachwuchs zum Beispiel neben der eigenen Tätigkeit im Home-Office versorgen.

Wie viel Betrieb wird in den Kitas herrschen?

Von derlei Befürchtungen ist unserer Zeitung am Dienstagvormittag jedenfalls von Elternseite berichtet worden. Belastbare Zahlen, wie viel Betrieb in den Kitas in den kommenden Tagen trotz Lockdowns tatsächlich herrschen wird, liegen aber noch nicht vor. Auf Anfrage erteilt die Pressestelle der Stadt Weinstadt folgende Auskunft: „Die Einrichtungen in Weinstadt haben die Eltern informiert und nehmen die Anmeldungen für die Notbetreuung entgegen. Derzeit ist allerdings nicht bekannt, in welchem Umfang die Notbetreuung in Anspruch genommen wird. Die Erfahrungen mit der erweiterten Notbetreuung aus dem Frühjahr zeigen, dass in den Kinderhäusern eher eine hohe Nachfrage besteht und in den Regelkindergärten nur wenige Kinder angemeldet waren.“

Nur eine Kita ist wirklich dicht

Fest steht aber: Von einer rigorosen „Kita-Schließung“ kann in den kommenden Tagen keine Rede sein, auch wenn das weiterhin so kommuniziert wird: „Die Schulen sowie die städtischen Kindertagesstätten in Weinstadt werden von Mittwoch, 16. Dezember, an geschlossen.“ Die einzige Einrichtung, die ihre Pforte tatsächlich nicht öffnet, ist die Kita in der Beethovenstraße, die laut Stadt „vorsorglich und auf dringendes Anraten des Gesundheitsamts geschlossen“ wurde.

Die Eltern, die auf Notbetreuung angewiesen sind, und das sind erfahrungsgemäß nicht wenige, freut’s: Sie müssen wohl nicht einmal bei den Öffnungszeiten Abstriche hinnehmen: „Jede Kita ist zu den bisher geplanten Zeiten offen, das Personal ist anwesend – aber ausschließlich für die Notbetreuung. Diese findet – soweit möglich – in den regulären Gruppen der notbetreuten Kinder statt“, teilt die Stadtverwaltung mit. Wenngleich es „wegen behördlichen Anordnungen (z.B. Quarantäne) oder aus betrieblichen Gründen (z.B. Personalmangel) zu Einschränkungen in der Notbetreuung kommen“ könnte.

Wer hat überhaupt Anspruch auf Notbetreuung?

Doch wer hat überhaupt Anspruch auf Notbetreuung? Notbetreuung wird es für Kitas und die Schulklassen 1 bis 7 geben. Die Stadt setzt dabei nach eigenen Angaben die Vorgaben des Landes um und entscheidet nach folgenden Kriterien, die sich an den Aussagen des Evangelischen Landesverbands orientieren. Anspruch auf Notbetreuung haben demnach „Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte bzw. die oder der Alleinerziehende am Arbeitsplatz als unabkömmlich gelten“, wobei die Arbeit im Home-Office kein Ausschlusskriterium ist. Außerdem sollen auch Kinder betreut werden, „für deren Kindeswohl eine Betreuung notwendig ist oder deren Eltern anderweitige dringende Gründe nennen (z.B. Pflege von Angehörigen)“, dafür gebe es eine „mündliche Zusage“ des Kultusministeriums.

Stadt setzt auf Eigenverantwortung

Ob am Ende wirklich nur Eltern die Betreuung in Anspruch nehmen, die dazu berechtigt sind? Wer will das so genau feststellen?

Die Stadt setzt jedenfalls unbürokratisch auf Eigenverantwortung und Ehrlichkeit. Ein Nachweis des Arbeitgebers wird derzeit nicht verlangt. Allerdings sendet die Verwaltung auch in ihrer Stellungnahme an unsere Zeitung ein deutliches Signal in Richtung der Eltern: „Nach wie vor gilt der eindringliche Appell an alle Eltern, ihre Kinder daheim zu lassen, wenn es nur irgendwie möglich ist. Nur so – mit maximalen Kontaktbeschränkungen – können wir die zweite Welle abflachen.“

An den geplanten Schließtagen, den Feiertagen sowie am Wochenende findet in den Kitas übrigens keine Notbetreuung statt und ebenso wenig an den Schulen während der Ferienzeit.

Von diesem Mittwoch an gilt deutschlandweit: Lockdown! Neben Einzelhändlern müssen auch Kindergärten und Schulen schließen. Oder doch nicht? Weil die Stadt (wie auch andere Kommunen) unbürokratisch vorgeht und von den Eltern keinen Nachweis über die Dringlichkeit der Notbetreuung verlangt, steht die Befürchtung im Raum, dass viele Familien ihre Kinder weiterhin in die Kita schicken, obwohl sie gar nicht unbedingt darauf angewiesen wären.

Das wiederum würden denen sauer aufstoßen, die

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