Weinstadt

Maibaum-Sturz in Weinstadt-Endersbach: Augenzeugin verhindert offenbar Schlimmeres

Maibaum umgestürzt
Der Endersbacher Maibaum ist am Dienstagvormittag umgestürzt, offenbar wegen des starken Windes. Der 30-Meter-Stamm krachte auf ein Autodach. © Benjamin Büttner

Der Endersbacher Maibaum, der erst vor wenigen Tagen in der Strümpfelbacher Straße aufgestellt wurde, ist am Dienstagvormittag offenbar von einer Sturmböe umgeworfen worden. Zum Glück wurde in der belebten Einkaufsstraße niemand verletzt. Tanja Kretzschmar, Inhaberin des Blumengeschäfts „Flowerpower“, hat durch ihr Einschreiten womöglich Schlimmeres verhindert.

Wie die Selbstständige unserer Redaktion kurz nach dem Unfall berichtet, sei der Maibaum vor ihrem Laden wegen des starken Winds immer bedenklicher ins Schwanken geraten. Tanja Kretzschmar griff zum Telefon, erreichte die Verantwortlichen vom Gewerbeverein, die den Baum vor wenigen Tagen aufgestellt hatten, aber nicht sofort. Schließlich trat sie ins Freie und rief den Passanten zu: „Weg da! Weg da!“

Eine Frau steigt aus ihrem Auto, kurz darauf stürzt der Baum darauf

Ein Mann, der an der benachbarten Bushaltestelle wartete, offenbar arglos, konnte sich auf ihre Warnung hin gerade noch in Sicherheit bringen; eine ältere Dame, die weiter vorn in ihrem Golf saß, stieg im letzten Moment aus ihrem Wagen aus, erzählt Tanja Kretzschmar. Kurz darauf splitterte krachend das Holz direkt über der Metallverankerung des Maibaums.

Der knapp 30 Meter hohe Stamm fiel der Länge nach um. Mit einem lauten Knall landete er auf dem Auto der Seniorin und bei der Bushaltestelle, an der jetzt glücklicherweise niemand mehr stand.

Als Tanja Kretzschmar unserer Redaktion eine halbe Stunde nach dem Unfall davon berichtet, ist sie noch immer ganz aufgeregt: „Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert!“, sagt sie – und sammelt dann mit einer Mitarbeiterin ein paar zerschlagene Blumentöpfe ein.

Mehrere Streifen der Polizei sind vor Ort. Sie waren ebenfalls von der Ladenbesitzerin alarmiert worden, jetzt machen sie Beweisfotos und sperren den umgefallenen Baum mit Absperrband ab. Der Weinstädter Feuerwehrkommandant Stefan Schuh steht etwas abseits und beobachtet das Geschehen. Seine Mannschaft musste er nicht alarmieren. Die Vereinigung Weinstädter Unternehmer (VWU) hat angekündigt, selbst für den Abtransport zu sorgen.

Mit dem „bisschen Normalität“ ist es schon am vierten Tag vorbei

Der Maibaum war am Abend des 30. April aufgestellt worden. Ohne Ankündigung, quasi „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, wie die Marketinggemeinschaft „Einkaufsstraße Endersbach“ auf ihrer Facebookseite berichtet hat. Normalerweise wird die Aufstellung mit einem kleinen Fest unter Begleitung des Musikvereins Endersbach und mit einem verkaufsoffenen Sonntag zelebriert. Das war wegen Corona nicht möglich.

„Ein bisschen Normalität in diesen Zeiten“ wollten die Organisatoren den Endersbachern trotzdem schenken. Einen Monat lang hätte der Maibaum gegenüber dem Remstalmarkt Mack stehen sollen. Doch schon am vierten Tag ist es damit vorbei ...

Circa 45 Minuten, nachdem der Maibaum umgestürzt ist, fährt mit einem Unimog der Weinstädter Brennstoffunternehmer Albrecht Rühle vor. Er organisiert die Maibaum-Aufstellung seit vielen Jahren. So etwas ist noch nie passiert. An Ort und Stelle beginnt Albrecht Rühle, den Baum zu zersägen, um ihn dann in seinen Einzelteilen abzutransportieren.

Jetzt beginnt die Ursachenforschung

Bei Christian Hartmann, dem Sprecher der Endersbacher Unternehmer, ist der erste Schrecken rasch großer Erleichterung gewichen, weil niemand verletzt worden ist. Jetzt gelte es, Ursachenforschung zu betreiben: Wie konnte es zum Unfall kommen? Schließlich wollen die Endersbacher das Glück im Unglück im nächsten Jahr nicht noch einmal herausfordern, sondern, wenn nötig, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen – sollte sich überhaupt noch jemand trauen, einen Maibaum aufzustellen.

Der jetzt entstandene Schaden – die Polizei schätzt ihn auf 3000 Euro – wird laut Christian Hartmann über die Haftpflichtversicherung der VWU in Endersbach reguliert. Jetzt warten die Weinstädter erst einmal die Erkenntnisse der Polizei ab. Die Beamten haben einen Teil des Baumstamms mitgenommen, um die Bruchstelle zu untersuchen – und so eine mögliche Manipulation auszuschließen.

Der Endersbacher Maibaum, der erst vor wenigen Tagen in der Strümpfelbacher Straße aufgestellt wurde, ist am Dienstagvormittag offenbar von einer Sturmböe umgeworfen worden. Zum Glück wurde in der belebten Einkaufsstraße niemand verletzt. Tanja Kretzschmar, Inhaberin des Blumengeschäfts „Flowerpower“, hat durch ihr Einschreiten womöglich Schlimmeres verhindert.

Wie die Selbstständige unserer Redaktion kurz nach dem Unfall berichtet, sei der Maibaum vor ihrem Laden wegen des starken

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper