Weinstadt

Mobiles „Weindorf“ in Weinstadt zieht viele an: Winzer loben die Veranstaltung

Wein&Walk
Ellwanger und Weinstube Anker bewirteten auf der Luitenbächer Höhe. © ALEXANDRA PALMIZI

Das Wetter war es sicher nicht, das sie an diesem Samstagabend zur Endersbacher Kelter gelockt habe, sagen die beiden jungen Frauen, die es sich an einer der Sitzgarnituren gemütlich gemacht haben: wetterfest eingemummelt in Regenmäntel und mit festem Schuhwerk. Doch der Mangel an Alternativen, die Aussicht auf angenehme Gespräche und guten Wein habe sie bewogen, den Spaziergang zu dieser Station des „Weinstädter Weindorfs 'auf Achse'“ zu unternehmen.

Trotz der um 19 Uhr weitestgehend leeren Tische und Bänke bleibt Stefano Del Fine, in der Remstalkellerei für Logistik und Veranstaltungen zuständig, optimistisch. Schließlich folge noch der 1. Mai, und an diesem Tag würden die Menschen hinausgehen zum Wandern, egal, wie das Wetter ausfalle. Und diejenigen, die es in die schöne Weinberglandschaft zwischen Endersbach, Strümpfelbach und Beutelsbach zöge, die würden geradezu zwangsläufig an der Endersbacher Kelter vorbeikommen.

Und dort erwarte sie die Remstalkellerei mit einer Auswahl ihrer Weine, Erfrischungsgetränken, Live-Musik der Folk- und Popband „Birds of a feather“ und einem deftigen Vesper. Für das Essen ist hier der Rommelshausener Gastronomiebetrieb Putler verantwortlich. Veranstaltungen wie das Weinstädter Weindorf seien wichtige Foren, so Del Fine, um den Kontakt mit den Kunden zu pflegen und neue Jahrgänge vorzustellen.

Weingut Schwegler: Nachdenken über Organisation

Nächste Station: Unter dem Schleppdach des Weinguts Schwegler zwischen Käppele und neuem Friedhof, haben es sich am Samstag mehrere Gruppen Stammgäste gemütlich gemacht. Dort geht die eine und andere Diskussion über den frisch abgefüllten Riesling oder den Cabertin 20/21 lebhaft hin und her. Unter dem Dach, so Hausherr Jörg Schwegler, sei man zum Glück wetterunabhängig. Da man an diesem Wochenende sowieso den „Besen“ betreibe, sei für das „Weindorf“ auch kein zusätzlicher Aufwand nötig gewesen.

Grundsätzlich halte er das Weindorf für eine wichtige Institution, die längst zu einem Identitätsmerkmal für Weinstadt geworden sei. Allerdings müsse man sich auch über die Corona-Pandemie hinaus Gedanken machen. Angesichts der notwendigen Auflagen und des damit verbundenen finanziellen Aufwands sei es nicht möglich, alles auf lediglich acht Schultern zu verteilen.

Armin Zimmerle: Parkplätze teils knapp

Lebhafter Betrieb herrscht am Samstagabend bei Armin Zimmerle im „Weingut im Hof“. Dort ist „Grillen am Weingut“ angesagt, und der Besucherzustrom ist derart lebhaft, dass es in der Kleinheppacher Straße streckenweise eng wird, was die Parkplätze anbelangt. Mit seinen Veranstaltungen „Südtirol zu Gast“ und dem „Sommer im Weingut“ sei er perspektivisch für dieses Jahr eigentlich gut ausgelastet. Aber das Weindorf, sonst auf dem Beutelsbacher Marktplatz, sei weit mehr. Es habe sich zum Sinnbild einer besonderen, bodenständigen Remstäler Lebensart entwickelt.

Werner Kuhnle: WIchtig auch für die jungen Weingüter

Als man vor Jahrzehnten das Weindorf auflegte, war das eine Sensation, sagt Werner Kuhnle. Dass sich die Weinstädter trauen, den Stuttgartern Konkurrenz zu machen, habe es damals geheißen. Das „Weindorf mobil“ sei der Versuch, das Format trotz Corona weiterzuführen. Allen anderen Veranstaltungen zum Trotz habe das Weindorf nach wie vor seine Berechtigung. Mittlerweile seien zudem zahlreiche junge Weingüter hinzugekommen, von denen interessante und wichtige Impulse ausgingen. Für sie stelle das Weindorf eine einmalige Chance dar, Kontakte zu knüpfen.

Bei Kuhnles herrscht am Samstagabend im Hof in der Strümpfelbacher Hauptstraße eher gemächliches Treiben. Die Speisen für die Gäste, die sich gruppenweise zusammenfinden, kommen vom Weingut Wilhelm, der Wein von Kuhnle. Man sei gerade dabei, den 21er Jahrgang abzufüllen, verrät Werner Kuhnle. Es werde ein Weißwein mit besonderem, spannendem Charakter, extravagant, fruchtig, spritzig und säurebetont. „Das Maul muss sich daran gewöhnen“, aber dies in durchaus positivem Sinne.

Das Wetter war es sicher nicht, das sie an diesem Samstagabend zur Endersbacher Kelter gelockt habe, sagen die beiden jungen Frauen, die es sich an einer der Sitzgarnituren gemütlich gemacht haben: wetterfest eingemummelt in Regenmäntel und mit festem Schuhwerk. Doch der Mangel an Alternativen, die Aussicht auf angenehme Gespräche und guten Wein habe sie bewogen, den Spaziergang zu dieser Station des „Weinstädter Weindorfs 'auf Achse'“ zu unternehmen.

Trotz der um 19 Uhr weitestgehend

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