Weinstadt

„Montagsspaziergänge“: Weinstadt formuliert Appell für Solidarität und Demokratie

Montagsspaziergang
Teilnehmer bei einem „Montagsspaziergang“ (Symbolfoto). © Benjamin Büttner

Auch in Weinstadt gehen jeden Montagabend Menschen auf die Straße, um gegen die geltenden Corona-Regeln, die Impfkampagne und die Impfpflicht zu protestieren. In den vergangenen Wochen waren es teils mehr als hundert Personen, die an den „Spaziergängen“ in Endersbach und Beutelsbach teilgenommen haben.

Städte wie Waiblingen, Winnenden, Schorndorf und Backnang haben bereits in eigens formulierten und vielfach unterzeichneten Appellen an die Bevölkerung zu „Solidarität, Demokratie und Rücksichtnahme“ aufgerufen – als Gegenbewegung zu den Protestmärschen. So einen Appell soll es jetzt auch in Weinstadt geben.

Für Vernunft und Respekt, Maskentragen und Impfen

„Wir in Weinstadt erheben unsere Stimme für die Menschlichkeit, für ein gutes Miteinander, für die Vernunft und den Respekt“, heißt es in der Endfassung des partei- und fraktionsübergreifend verfassten „Weinstädter Appells“. Schließlich beträfen die teils drastischen Einschränkungen, die mit der Corona-Pandemie einhergehen, alle – und die Mehrheit halte sich auch an die geltenden Regeln. „Wir tragen weiterhin mit großer Geduld und Einsicht unsere Masken, halten Abstand und lassen uns impfen“, so der Text.

Die Stadt Weinstadt hat die „Montagsspaziergänge“ Ende Dezember mit einer Allgemeinverfügung untersagt, weil sich viele Teilnehmer wiederholt nicht an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht gehalten hatten. Trotz des Verbots begleitet das Ordnungsamt Weinstadt die wöchentlichen unangemeldeten Demonstrationen bisher nur beobachtend.

Populismus, Hetze und Falschinformationen kein Weg aus der Pandemie

Außerdem danken die Weinstädter in dem Appell den Angestellten in den Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen: „Ihnen gilt unser voller Respekt und unsere Solidarität.“

Die Unterzeichner wollen durch ihre Unterschrift verdeutlichen, dass die weit überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft bereit sei, sich solidarisch zu zeigen. „Populismus, Hetze, Verschwörungstheorien, bewusste Falschinformationen, Gewalt in Wort und Tat gegen Personen sind für uns kein Weg aus der Pandemie.“

Bekenntnis zur Wissenschaft

Auch Drohungen gegen Amts- und Mandatsträger lehnt das Schreiben entschieden ab. Erst Anfang Februar war in einer Weinstadt-Gruppe des gerne von Kritikern der Corona-Regeln und Querdenkern genutzten Messenger-Dienstes Telegram ein Blanko-Drohschreiben gegen Bürgermeister und Oberbürgermeister aufgetaucht.

Des Weiteren spricht sich der Appell „für die Vernunft, für das Impfen, für die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen“ aus.

Auch OB Michael Scharmann hat schon unterzeichnet

Abschließend veröffentlicht ist der Appell noch nicht, wann das geschehen wird, ist laut Stadt Weinstadt noch nicht sicher. „Wir vermuten, dass dies im Lauf der Woche geschieht“, so die Pressestelle.

Bis dahin werden dafür noch Unterschriften gesammelt. Auch die SPD Weinstadt unterstützt den Appell: „Bürgerinnen und Bürger in Weinstadt rufen dazu auf, respektvoll, solidarisch miteinander umzugehen, in der Pandemie zusammenzustehen, sich impfen zu lassen und demokratische Grundsätze zu wahren“, so die SPD auf ihrer Facebook-Seite. Auch Oberbürgermeister Scharmann gehört zu den Unterzeichnern. „Diese Initiative, auch in Weinstadt einen Appell für gegenseitigen Respekt, Solidarität, für das Impfen und die Wahrung der demokratischen Grundsätze auf den Weg zu bringen, ist sehr zu begrüßen“, so der OB.

Das sei auch ein positives Signal jetzt auf der Höhe der Omikronwelle, ein „Durchhalteappell“. Der Appell zeige: „Unsere Stadtgesellschaft hält weiterhin zusammen – und macht das nun auch öffentlich sichtbar." Er hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger es ihm gleichtun werden und den Appell ebenfalls unterzeichnen.

Auch in Weinstadt gehen jeden Montagabend Menschen auf die Straße, um gegen die geltenden Corona-Regeln, die Impfkampagne und die Impfpflicht zu protestieren. In den vergangenen Wochen waren es teils mehr als hundert Personen, die an den „Spaziergängen“ in Endersbach und Beutelsbach teilgenommen haben.

Städte wie Waiblingen, Winnenden, Schorndorf und Backnang haben bereits in eigens formulierten und vielfach unterzeichneten Appellen an die Bevölkerung zu „Solidarität, Demokratie und

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