Weinstadt

Nahwärme-Netz in Weinstadt wächst weiter: Welche Eigentümer können mitmachen?

Nahwärmenetz
Unter anderem in der Eichenstraße in Endersbach bauen die Stadtwerke Weinstadt ihr Nahwärme-Netz weiter aus. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Corona-Pandemie kann die Expansionspläne der Weinstädter Stadtwerke nicht stoppen: In diesem Jahr baut der Eigenbetrieb der Stadt sein Nahwärme-Netz in Endersbach weiter aus. Nachdem der dritte Bauabschnitt im Bereich Lußackerweg, Irisweg sowie einem Teil der Eichenstraße 2020 fertiggestellt und dabei auch das Kinderhaus Halde IV angeschlossen wurde, soll im Oktober mit dem vierten Bauabschnitt in einem Teil der Eichenstraße begonnen werden.

Bei diesem soll es indes nicht bleiben: Die Stadtwerke haben bereits jetzt damit losgelegt, Kunden für den fünften und sechsten Bauabschnitt der Nahwärme-Leitung zu gewinnen. Baulich umgesetzt werden könnten diese Abschnitte dann bis 2023.

Wann soll der vierte Bauabschnitt fertig sein?

Jetzt im vierten Abschnitt geht es an der Haupttrasse in der Endersbacher Eichenstraße um 550 Meter Leitung, dazu kommen rund 150 Meter Hausanschlüsse. Fertig sein soll alles im März, April 2021. Gleichzeitig planen die Stadtwerke, in Sachen Wasserversorgung sanierungsbedürftige Hausanschlüsse in der Eichenstraße ebenfalls zu erneuern. Grund: Würde dies erst später gemacht, wäre es nach Darstellung der Stadtwerke wesentlich teurer.

Insgesamt investieren die Stadtwerke rund 1,56 Millionen Euro

Die Kosten für den vierten Bauabschnitt des Nahwärme-Netzes belaufen sich auf rund 1,176 Millionen Euro. Und für die Trinkwasserhausanschlüsse sind 387 000 Euro fällig. Macht insgesamt also rund 1,56 Millionen Euro. In dieser Kostenschätzung sind nach Angaben der Stadtwerke bereits die Nebenkosten sowie ein Puffer für Unvorhergesehenes in Höhe von zehn Prozent enthalten.

"Das ist die Zukunftsperspektive"

Die Eichenstraße im Bauabschnitt vier wird übrigens ein Teil jener Haupttrasse sein, die das Nahwärme-Netz der Stadtwerke im östlich gelegenen Benzach mit dem Nahwärme-Netz in Endersbach-West verbindet. „Das ist die Zukunftsperspektive“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Meier in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses. Um mit den stetig wachsenden Aufgabenfeldern Schritt zu halten, installieren die Stadtwerke künftig einen stellvertretenden Betriebsleiter, der Thomas Meier vertritt. Unterhalb der Abteilungsleiter wird mit den Teamleitern zudem eine weitere Leitungsebene eingeführt.


Welche Straßen gehören zum fünften und sechsten Bauabschnitt?

Mit Blick auf die Neugewinnung in den Bauabschnitten fünf (Gress-Straße, Enzianweg) und sechs (Gärtnereiweg, Lilienweg) stellt Thomas Meier klar, dass jeder potenzielle Kunde ein verbindliches Angebot erhält – und nicht bloß eine Kostenschätzung. Die Stadtwerke müssen dabei den Ausbau nicht nur aus eigener Tasche bezahlen: Gefördert wird das Ganze nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz von 2016, nach dem 30 Prozent der Investitionskosten übernommen werden.

Das Geld floss dabei bislang immer erst im Nachhinein, wenn alles schon fertig war. Nach Thomas Meiers Angaben sieht allerdings ein neuer Referentenentwurf vor, dass es künftig 40 Prozent Förderung gibt. Und die Hausanschlüsse fürs Wasser müssen natürlich die Eigentümer der Gebäude zahlen.

Wie viele Wohneinheiten machen schon mit?

Von den Mitgliedern des Betriebsausschusses gab es viel Lob. „Wir haben schon frühzeitig auf das richtige Geschäftsfeld gesetzt“, sagte Volker Gaupp (CDU). Dann wollte er wissen, ob sich der Bauabschnitt fünf bereits jetzt lohnen würde – und ob angedacht ist, den Bauabschnitt vier Richtung Süden zu verlängern. Geschäftsführer Thomas Meier gab daraufhin zu, dass der Bauabschnitt fünf aktuell noch nicht rentabel ist – aber dieser müsse trotzdem gebaut werden, da er als Haupttrasse von Ost nach West fungiert. Stand jetzt hätten die Stadtwerke nach Meiers Angaben bereits 50 bis 60 Wohneinheiten, die beim fünften Bauabschnitt mitmachen würden.

Alternative zu Öl- und Pelletheizung

Die Strategie der Stadtwerke ist es, vor allem dort das Nahwärme-Netz auszubauen, wo die Gebäude bereits ein bestimmtes Alter erreicht haben. Hier stehen die Eigentümer nämlich oft vor der Frage, ob sie ihre eigene Heizung sanieren respektive durch eine neue austauschen – und dafür viel Geld ausgeben. Der Anschluss ans Nahwärme-Netz ist da für viele Weinstädter Bürger eine Alternative zu einer neuen Öl- oder Pelletheizung, die ohne hohe Investitionskosten auskommt.

Die Corona-Pandemie kann die Expansionspläne der Weinstädter Stadtwerke nicht stoppen: In diesem Jahr baut der Eigenbetrieb der Stadt sein Nahwärme-Netz in Endersbach weiter aus. Nachdem der dritte Bauabschnitt im Bereich Lußackerweg, Irisweg sowie einem Teil der Eichenstraße 2020 fertiggestellt und dabei auch das Kinderhaus Halde IV angeschlossen wurde, soll im Oktober mit dem vierten Bauabschnitt in einem Teil der Eichenstraße begonnen werden.

Bei diesem soll es indes nicht bleiben:

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